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EMMENBRÜCKE

Schwindelerregende Artistik trifft auf «Jingle Bells»

Bekannt ist der Circus Royal vor allem für seine Raubkatzen. Doch auch mit Jonglierkunst, Kautschuk-Gliedmassen und Humor kann er das Publikum für sich gewinnen.
05.12.2017 | 05:00

Da ist keine Spur von Müdigkeit bei den Akteuren des Circus Royal auszumachen – auch wenn sie in den letzten Monaten an rund 80 Spielorten ihr Zelt aufgeschlagen haben und weit über 300-mal aufgetreten sind: Zirkusclown Alan Rossi etwa kommt frisch und keck daher, für seine gelungenen Spässe sucht er sich dann und wann auch «Opfer» aus dem Publikum aus. Seit letztem Freitag gastiert der Schweizer Zirkus auf dem Parkplatz Mooshüsli in Emmenbrücke. Über 40 Vorstellungen unter dem Motto «Weihnachtscircus 2017/18 – im Zeichen des Tigers» sind geplant. Angeboten werden sowohl klassische Zirkusvorstellungen als auch spezielle Dinner-Vorstellungen.

Gegenüber den Shows in den vergangenen Monaten sind nicht mehr alle Akteure mit dabei. «Auf der Tournee umfasste der Zirkus-Tross um die 120 Beteiligte. Jetzt sind wir noch um die 70 Personen», sagt Peggy Jane. Die 55-Jährige aus dem Frankenland ist die erste Saison mit dem Circus Royal unterwegs; sie hilft bei allem, was eben rund um den Zirkusbetrieb zu erledigen ist. Und wie hat sie die erste Tournee erlebt? «Aufregend und neu und auch mal eng im Wohnwagen – aber spannend und so, dass ich gerne dabeibleibe.»

Hula-Hoop-Ringe und gefügige Wildkatzen

Dafür, dass das Publikum gerne bleibt, sorgen nicht nur das beheizte Zelt, sondern natürlich auch die servierte Zirkuskunst und die spürbare Nähe zur Manege. Da ist gar der warme Atem aus den Nüstern der Kamele und Pferde auszumachen, wenn sie sich unter dem Taktstock von Robert Stipka Junior drehen, wenden und durcheinander tanzen. Da sind auch die temperamentvollen Kenia Boys: Sie zeigen sich als grossartige Meister im Seilspringen. Donoban Rodriguez zeigt eine Strapaten-Nummer. Daragh Merritt lässt die Hula-Hoop-Ringe kreisen, dass den Zuschauern schwindlig wird, um sich später bei einem weiteren Auftritt als Kautschuk-Mensch wie Gummi zu verrenken. Da fragt man sich als Laie auch mal: Ist der Kopf nun aufs Mal an den Füssen festgemacht? Oder auch: Welches Körperteil hat denn üblicherweise wo seinen angestammten Platz?

In der Pause werden die Gitterstäbe rund um die Manege befestigt. Es geht weiter mit dem Programmteil, der in den letzten Jahren zum eigentlichen Markenzeichen des Circus Royal geworden ist: den Raubkatzen. Diese Tiere gehören hier, im Gegensatz zu anderen Zirkussen, nach wie vor fest zum Programm. Konkret haben im Weihnachtsprogramm fünf Tiger ihren Auftritt. Das Plädoyer des Direktors Oliver Skreinig für die Raubkatzen-Präsenz: «Die Tiere sind allesamt im Zirkus geboren. Das ist ihre Welt.» Der Zirkus ermögliche ihnen eine ebenbürtige Alternative zum Leben im Zoo. Nun, Dompteuse Sarah Houcke scheint mit den Wildkatzen ein überaus einvernehmliches Verhältnis zu pflegen. Offensichtlich willig und ohne jegliches Murren nehmen die Tiere ihren Part wahr.

Grossartig ist schliesslich auch José Muñioz auf dem Drahtseil. Advents- und Weihnachtsklänge wie «Jingle Bells» vom Orchesterpodest umrahmen das stimmige, vorweihnächtliche Zirkuserlebnis.

 

Hannes Bucher

region@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Der Circus Royal gastiert noch bis am 1. Januar 2018 in Emmenbrücke. Infos: www.circusroyal.ch

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