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SHOPPING

So buhlen Luzerner Geschäfte um die Weihnachts-Kunden

Mit der Eröffnung der Mall of Switzerland steht das Weihnachtsgeschäft in der Region Luzern diesmal unter einem ganz neuen Stern. Die Konkurrenten verstärken ihre Bemühungen um die Gunst der Kunden. Aufgerüstet wird vorallem beim Rahmenprogramm.
06.12.2017 | 14:56

Kalt bläst der Wind den Luzerner Geschäften entgegen. Zwar ist der billige Nachbar Deutschland, dem gestiegenen Euro sei Dank, wieder etwas weiter weg. Doch da ist der «Black Friday». Der Schnäppchentag aus Amerika hat dieses Jahr auch in der Schweiz so richtig die Rakete gezündet. Oder der Internetriese Amazon: Ab nächstem Jahr will er alle seine Produkte in die Schweiz liefern. Und natürlich die Mall of Switzerland, das zweitgrösste Shoppingcenter der Schweiz, das pünktlich zum Weihnachtseinkauf seine Türen öffnete und für neue Konkurrenz sorgt.

Die City Vereinigung Luzern vertritt die Geschäfte der Luzerner Innenstadt. Deren Präsident André Bachmann ist trotz allem zuversichtlich: «Einkaufen in Luzern hat nach wie vor viel zu bieten. Unsere CityCard, die Geschenkkarte für alle Luzerner Geschäfte, ist immer noch ein Renner. Da werden pro Jahr über zwei Millionen umgesetzt.»

Die «Mall» punktet mit einem Eisfeld und Schlager

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Die Mall of Switzerland ist mit dem Anspruch angetreten, nicht bloss ein zusätzliches Shoppingcenter zu eröffnen, sondern eine eigene Erlebniswelt, die in Sachen Attraktivität dem Stadtzentrum in nichts nachstehen will. Das Eisfeld zum Schlittschuhlaufen vor dem KKL, bisher eine der Hauptattraktionen der Weihnachtsstadt Luzern, hat jetzt Konkurrenz aus Ebikon erhalten: Letzten Freitag eröffnete dort die Eisfläche auf dem Platz vor der «Mall». An den Wochenenden wird dieses vom Schlager- und Party-DJ Pascy bespielt. Weitere Unterhaltung bieten ein Jazz-Abend mit Studenten der Hochschule Luzern (Donnerstag, 7. Dezember) oder eine Show des Eisklubs Luzern (Freitag, 8. Dezember). Daneben gibt es eher dem Amüsement zurechenbare Aktionen wie ein Promifussballturnier mit Ex-Bachelor Janosch Nietlispach und dem Fitnessmodell Anja Zeidler (Samstag, 16. Dezember).

«Wir brauchen keine Surfwelle, wir haben die Reuss»

«Mall»-Manager Jan Wengeler war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. André Bachmann von der City Vereinigung nimmt die Aktivitäten aus Ebikon gelassen: «Wie unsere Oktober-Kampagne schon sagte: Wir sind das Original. Wir brauchen keine künstliche Surfwelle, wir haben die Reuss.» Auch einem für die kommenden Jahre geplanten Weihnachtsmarkt in der Mall of Switzerland sieht er entspannt entgegen. «Unsere Weihnachtsmärkte stehen in einer natürlichen Umgebung. Wir müssen kein aufwändiges Hüttendorf bauen. Die Beleuchtung in der Luzerner Altstadt ist schweizweit einzigartig. Da braucht es nicht ein Wahnsinns-Konzept.»

Auf den Lorbeeren ausruhen will man sich in der Innenstadt dennoch nicht. So soll der «Mikro Hub» (Artikel vom 21. Oktober) anfangs 2018 in die Testphase gehen. Die Idee ist einfach: Der Kunde kauft in der Stadt ein. Diese Einkäufe werden zentral an einem Ort gelagert, an dem der Kunde sie abholen kann oder sie werden nach Hause geliefert. Die Zielsetzung ist ambitioniert. Der City-Vereinigung schweben eine Art Multifunktionszentren vor, welche die Auslieferung zum Beispiel gleich mit der Entsorgung des Abfalls verknüpft. Und vor allem sollen diese Zentren nahe beim Kunden, auch im Quartier sein.

Ebenfalls neu und schon aufgeschaltet ist die Plattform City Events (www.city-luzern.ch). Hier preisen die diversen Geschäfte ihre Anlässe wie zum Beispiel eine Schokoladendegustation oder ein Kochkurs im Hotel Montana an. Ebenfalls geplant ist ein neuer City-Kids-Day. An den Einkaufssonntagen werden die Kinder im Haus der Maskenliebhaber-Gesellschaft mit Basteln, Märlistunde und Zaubershow unterhalten, während ihre Eltern entspannt shoppen gehen.

Emmen Center rüstet Weihnachtsdekoration auf

Auch die umliegenden Shoppingcenter fürchten sich nicht vor der neuen Konkurrenz. «Das Emmen Center besteht seit 42 Jahren, war schon immer dem Markt ausgesetzt und konnte sich behaupten», erklärt sein Leiter Roland Jungo. «Wir sind während dem ganzen Jahr bestrebt, unsere Kunden zu überraschen. Speziell für Weihnachten haben wir einen Adventskalender, wo es täglich einen tollen Hauptpreis sowie zahlreiche Sofortpreise zu gewinnen gibt.» Rundum erneuert wurde dieses Jahr auch die Weihnachtsdekoration. Und man ist sicher froh, dass nach Abschluss der Bauarbeiten die Zufahrt zu den Gratis-Parkplätzen wieder problemlos möglich ist. Ähnlich sieht es Nicolas Käser vom Pilatusmarkt: «Mit unserem Weihnachtzirkus haben wir ein starkes, traditionelles Element im Programm, das viele Kunden jedes Jahr anzieht. Gleichzeitig führen unsere Geschäfte so viele Aktionen für Weihnachten durch, dass weitere Massnahmen momentan nicht angedacht sind.» Trotzdem hat der Pilatusmarkt seine Internetpräsenz dieses Jahr stark ausgebaut.

Städtische Verordnung verbietet offene Läden am Heiligabend

Eine spezielle Konkurrenzsituation besteht auch bezüglich den offenen Verkaufssonntagen vor Weihnachten. Die drei grossen Shoppingcenter der Region Luzern – Mall of Switzerland, Emmen Center und Pilatusmarkt – haben am Sonntag, 24. Dezember offen. Die Geschäfte der Innenstadt sind an diesem Tag hingegen geschlossen. Dies, weil eine spezielle Verordnung in der Stadt Luzern festhält, dass die offenen Sonntage vor dem 24. Dezember stattfinden müssen.

Roman Kühne

stadt@luzernerzeitung.ch

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