zurück
UMBAU

Stadt Luzern führt neue Bestattungsformen ein

Mehr Bäume und eine parkähnliche Wegführung: Der «Waldfriedhof» Staffeln soll seine ursprüngliche Identität zurückerhalten. Doch auch zeitgenössische Trends beeinflussen die Sanierung.
06.06.2017 | 05:00

Am Rande des Zimmereggwaldes gelegen, wird der Friedhof Staffeln in Littau im Volksmund auch «Waldfriedhof» genannt. Heute wird er diesem Namen allerdings kaum mehr gerecht, da dort im Laufe der Jahre unzusammenhängende Grabreihen entstanden sind und der Friedhof so seinen Bezug zum Wald verloren hat. Dies soll sich nun ändern: Die Stadt Luzern will dem Friedhof durch gezielte Eingriffe seine Identität zurückgeben. Dazu will sie zum Beispiel Gräber neu anordnen, Bäume pflanzen, einen Brunnen bauen und die Wege neu gestalten. Das Bauprojekt liegt zurzeit im Stadthaus auf.

Aufgrund der Grabesruhe werden die Sanierungsarbeiten etappenweise durchgeführt. «Wir können nicht alles auf einmal bauen, da wir Rücksicht auf die bestehenden Gräber nehmen müssen», erklärt Pascal Vincent, Leiter Friedhofverwaltung. Die Hauptarbeiten würden etwa drei Jahre dauern, insgesamt dürfte es aber noch länger gehen. Wann der Baustart erfolgt, ist noch unklar. Grundsätzlich sei der Zeitpunkt für die Sanierung jedoch ideal, da in einigen Bereichen die Grabesruhe abgelaufen sei. Dies ermögliche es, die Grabreihen und Wege neu anzuordnen.

Konkret plant die Stadt, die derzeit rechteckige Wegführung in eine ovale Form umzugestalten. So soll der Friedhof einen parkähnlichen Charakter erhalten, mit zusätzlichen Begegnungsorten und Nischen. Zu den bestehenden drei Spitzahornen und der Hängbuche werden drei Feldahorne hinzugepflanzt. «Das Wegnetz wird so geleitet, dass die Bäume im Mittelpunkt stehen», so Vincent. Schliesslich wird ein neues Tor einen zweiten Zugang zum Friedhof vom Zimmereggwald her schaffen.

Die Gesamtkosten für das Bauprojekt betragen gemäss der Planauflage etwa 400 000 Franken. Darin enthalten sind laut Vincent aber vor allem Eigenleistungen der Friedhofverwaltung wie etwa Arbeiten im Rahmen des normalen Unterhalts. «Unsere effektiven Kosten sind viel tiefer. In diesem Jahr handelt es sich um Materialkosten von etwa 65 000 Franken, im nächsten von rund 90 000 Franken. Am teuersten sei laut Vincent die Sanierung der Werkleitungen.

Angehörige dürfen Gräber verzieren

Weiterer Bestandteil des Konzepts ist eine neue Grabform, mit der die Stadt auf neuere gesellschaftliche Bedürfnisse nach alternativen und naturverbundenen Bestattungen eingehen will. Geplant sind Themengräber, die im Rahmen eines Themas gepflegt werden und eigene persönliche Ablagemöglichkeiten erlauben. Angehörige können so Gegenstände wie zum Beispiel Engelsfiguren langfristig dort deponieren, welche bei einem Gemeinschaftsgrab sonst üblicherweise nach drei Wochen geräumt würden.

Themengräber gibt es bereits in anderen städtischen Friedhöfen wie Bern und Basel. Beim Friedhof Staffeln soll das Thema Wald im Zentrum stehen. Wie das Konzept genau aussehen soll, ist noch offen. «Unsere Befragungen haben ergeben, dass ein verstärktes Bedürfnis nach naturnahen Bestattungen vorhanden ist. In Littau haben wir solche naturverbundenen Formen bisher nicht, dem wollen wir daher entgegenkommen – und unser Angebot ausbauen», so Vincent.

 

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Das Baugesuch liegt noch bis am 7. Juni im Stadthaus auf (2. Stock).

Leserkommentare
Weitere Artikel