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WILLISAU

Stimmbürger erteilen Generationenprojekt «Im Grund» den Segen

Die katholische Kirchgemeinde hat dem Sonderkredit von 22,5 Millionen Franken für das Generationenprojekt «Im Grund» zugestimmt. Damit liegt der Ball nun bei der Stadt. Diese entscheidet definitiv am 21. Januar an der Urne darüber.
12.01.2018 | 12:24
Aktualisiert:  12.01.2018, 22:00

Das Generationenprojekt «Im Grund» hat eine weitere Hürde gemeistert. 177 Anwesende befürworteten am Donnerstagabend an der Versammlung der katholischen Kirchgemeinde einen entsprechenden Antrag. Sie bewilligten den Sonderkredit von 22,5 Millionen Franken für sechs Kindergartenabteilungen, Tagesstrukturen im Edelrohbau, ein Pfarreiheim, 24 Mietwohnungen und 82 Parkplätze. Weiter erteilten die Stimmbürger dem Kirchenrat die Kompetenz, einen Mietvertrag mit der Stadt für die Räumlichkeiten Kindergarten/Tagesstrukturen über 40 Jahre abzuschliessen.

Am Projekt sind neben der Kirchgemeinde auch die Stadt Willisau und die Lupe AG beteiligt. Diese erstellt 19 Eigentumswohnungen und 28 Parkplätze. Hierfür hat sie 8 Millionen Franken geplant. Für den Endausbau von Kindergarten/Tagesstrukturen ist die Stadt verantwortlich. Zudem mietet sie diese Räumlichkeiten für 40 Jahre von der Kirchgemeinde. Dazu gehören auch 78 Parkplätze. Dafür hat die Stadt einen Rahmenkredit von 18,3 Millionen Franken ausgearbeitet. Am 21. Januar stimmt Willisau darüber ab (Kasten).

Kirchenratspräsidentin Evelyne Huber sprach von einer «historischen Abstimmung» an einem «historischen Ort». Um über das Generationenprojekt zu befinden, war man eigens in die Willisauer Pfarrkirche St. Peter und Paul gezogen. Und sie betonte auch, dass die Zusammenarbeit während der dreijährigen Projektphase nicht immer einfach gewesen sei. «Wir sind auch durch die Wüste gewandert und haben Lösungen gesucht.» Diese wurden an der Versammlung von Architektenseite von Roman Lehmann nochmals im Detail präsentiert. Das Siegerprojekt von Leismann AG, Bern, und Cukrowicz Landschaften heisst «Vicinia», was so viel wie Nachbarschaft bedeutet.

Synodalrat und Bistum müssen noch zustimmen

Nimmt man den an der Kirch­gemeindeversammlung vom 24. November 2016 bewilligten Planungskredit von 1,1 Millionen Franken dazu, beläuft sich das Investitionsvolumen auf 23,6 Millionen. Aufgrund der Auflösung flüssiger Mittel von 880'000 Franken und der Finanzierung der Baukreditzinsen von 220'000 Franken aus der laufenden Rechnung ergibt das die Summe von 22,5 Millionen. Dieser Betrag wird durch die Raiffeisenbank Willisau finanziert. Als Vorbehalt ist allerdings anzumerken: Für die Investitionen, die Aufnahme der Fremdmittel und die Errichtung der Grundpfandrechte braucht es noch die Zustimmungen des Synodalrates und des Bistums.

Kirchmeierin Antonia Zihlmann zeigte auf, «dass Tragbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Zukunftsprojekts gewährleistet sind». So plant man im ersten Jahr mit einer Zinsbelastung von 390'000 Franken. Die Amortisation beläuft sich auf 400'000 Franken. Diesen 790'000 Franken stehen Erträge für Mietwohnungen, Kindergarten/Tagesstrukturen und der mittelfristigen Fremdvermietung des Pfarreisaals (knapp 860'000 Franken) gegenüber.

«Wir arbeiten weiter an Einsparungen»

Bei der Fragenrunde hielten sich die Wortmeldungen im Rahmen. Ein Votant wollte wissen, was passiere, wenn das Projekt plötzlich 27,5 Millionen Franken koste. Die Planung rechnet mit einer Kostengenauigkeit von plus/minus 15 Prozent. Dazu erklärte Antonia Zihlmann: «In dieser Krux stecken wir. Wir arbeiten aber weiter an Einsparungen. Zudem hatten wir damals beim Pfarr- und Sigristenhaus mit demselben Kostenplaner keine Überschreitungen.» Man setze erneut alles ­daran, den Kredit nicht zu überschreiten. Und in Anspielung an den Versammlungsort fragte ein Votant, ob es sich bei der Lupe AG auch um Christen handle. Diese Frage konnte Huber mit Lucas Peter und Pius Lustenberger positiv beantworten. Worauf sie zum Schluss der Hoffnung Ausdruck gab, «dass die Budgetversammlung 2020 im neuen Pfarreiheim stattfindet».

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

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