Luzern
13.09.2017 22:51

Wohin mit den Inseli-Reisecars: Vier sagen ihre Meinungen

  • Die vier Diskussionsteilnehmer (jeweils von links): Stadtrat Adrian Borgula, Stefan Schulthess, Direktor SGV, André Bachmann Präsident a. i. der City-Vereinigung, Linus Petermann, Präsident Juso Stadt Luzern.
    Die vier Diskussionsteilnehmer (jeweils von links): Stadtrat Adrian Borgula, Stefan Schulthess, Direktor SGV, André Bachmann Präsident a. i. der City-Vereinigung, Linus Petermann, Präsident Juso Stadt Luzern. | Bilder: LZ/PD
STADT LUZERN ⋅ Der Luzerner Stadtrat ist zuversichtlich, dass er bald Alternativen für die Carparkplätze auf dem Inseli finden wird. Doch die Gegner wollen die Katze nicht im Sack kaufen: Sie fordern verbindliche Lösungen.

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Inseli mit oder ohne Cars? – darüber diskutierten am Mittwoch Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Rund 70 Zuhörer besuchten das vom Wirtschaftsverband Stadt Luzern und der City-Vereinigung auf dem Motorschiff Cirrus organisierte Podium über die Inseli-Initiative der Juso.

Das Inseli sei «ein identitätsstiftender Begegnungsort, dessen Potenzial zu einem Drittel unter Asphalt begraben liegt», begründete Linus Petermann, Präsident Juso Stadt Luzern, das Initiativanliegen. Dieses wird unterstützt vom Luzerner Stadtrat, der in der verdichteten Stadt «qualitative Freiräume erhalten will», so Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne). Gegen die Initiative votierten André Bachmann, interimistischer Präsident der City-Vereinigung, sowie Stefan Schulthess, Direktor der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV).

Auf die Frage von Moderator Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region unserer Zeitung, warum die SGV sich schon früh gegen die Initiative aussprach, sagte Schulthess: «Die Erreichbarkeit ist eine wichtige Rahmenbedingung für den Tourismus», die durch die Aufhebung der Parkplätze nicht mehr gewährleistet sei. 100000 SGV-Passagiere würden heute mit Cars anreisen, was 3 Millionen Franken Umsatz entspreche. «Fehlen uns diese Passagiere, sind Arbeitsplätze gefährdet», so Schulthess. Dagegen hielt Adrian Borgula, dass sechs Anhalteplätze beim Inseliquai und vor der Schifflände sichergestellt werden können.

«Anhalteplätze sind nicht garantiert»

Borgula: «66 Prozent der Cars stehen nur zur Zwischenparkierung auf dem Inseli, sie fahren leer hin und leer weg.» Diese könnten auch an einem weniger zentralen Ort zwischenparkieren. Wo genau, soll bis 2023 feststehen, da dann die Initiative umgesetzt werden soll, sofern sie angenommen wird. «Die Anhalteplätze sind nicht garantiert», konterte Stefan Schulthess. «Wir brauchen aber konkrete, verbindliche Lösungen.» André Bachmann ergänzte, der Stadtrat wolle «Fakten schaffen und erst anschliessend die Probleme lösen».

Auch die Määs wurde thematisiert – die Gegner befürchten, dass der Lunapark wegen der geforderten Grünfläche nicht mehr auf dem Inseli stattfinden könne. Sowohl Petermann als auch Borgula betonten, dass nicht unbedingt Rasen, sondern auch eine andere Bodengestaltung möglich sei. «Der Stadtrat hat das gleiche Interesse an der Määs wie alle, sie ist fast so wichtig wie die Fasnacht», sagte Borgula. «Ich verstehe nicht, dass diesbezüglich so viel Misstrauen herrscht.» Worauf André Bachmann erstaunt sagte: «Das habe ich in dieser Deutlichkeit noch nie gehört.»

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  • Podiumsdiskussion zur Inseli-Initiative

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