Nidwalden
15.04.2017 08:18

Jetzt fahren die Bagger auf

  • Sanierungsarbeiten an der Wiesenbergstrasse 2012. An dieses Bild wird man sich ab Mai wieder gewöhnen müssen.
    Sanierungsarbeiten an der Wiesenbergstrasse 2012. An dieses Bild wird man sich ab Mai wieder gewöhnen müssen. | Bild: Richard Greuter
DALLENWIL ⋅ Im Mai wird mit der Sanierung der Wiesenbergstrasse ein «Jahrhundertbauwerk» lanciert. Die Bauarbeiten haben Verkehrseinschränkungen zur Folge. Die Sperrzeiten seien ausgehandelt worden, sagt der Kanton.

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Auf politischer Ebene brauchte es zahlreiche Auseinandersetzungen, bis der Landrat schliesslich der 40 Millionen Franken teuren Sanierung der Wiesenbergstrasse seinen Segen gab. Nun beginnt der Kanton mit der Umsetzung des Gesamtbauwerks, die sich über mehrere Jahrzehnte und Etappen erstrecken wird. Der Startschuss fällt am 1. Mai mit dem Abschnitt Lourdesgrotte bis zum sogenannten Fulplattencheer. Der schlechte bauliche Zustand auf diesem 1,5 Kilometer langen Teilstück soll bis im Oktober 2020 behoben sein, wie es in einer Medienmitteilung der Baudirektion heisst. Kostenpunkt für die erste Etappe: 5 Millionen.

«Gearbeitet wird jeweils nur zwischen Mai und Oktober», erklärt Projektleiter Niklaus Studer. «Wir haben x-fach über verschiedene Zeitspannen diskutiert. Letztlich sind die Sommermonate zwingend, weil Betonierungs- und Belagsarbeiten bei Schnee und Kälte problematischer sind.» Und weiter: Der Ächerlipass, der während der Sperrzeiten (siehe Kasten) als alternative Zufahrt für Einwohner und Ferienhausbesitzer dient, ist im Winter offiziell geschlossen. Diese einzige Umfahrungsmöglichkeit – nebst den beiden Luftseilbahnen – ist auch der Grund, weshalb die Bauarbeiten nicht an mehreren Stellen gleichzeitig stattfinden. «Dazwischenliegende Höfe und Liegenschaften wären dann in den Sperrzeiten gänzlich abgeschnitten», hält Niklaus Studer fest.

Es wird von unten nach oben gearbeitet

«Die Baustelle, die nur immer rund 100 Meter lang ist, wird sich von unten nach oben schlängeln», erklärt der Projektleiter weiter. Bautechnische Faktoren wie die Erneuerung des Entwässerungssystems entlang der Strasse sprechen für diese Vorgehensweise. Andere Argumente sind die neuen Ausweichstellen, die dann auch vom Baustellenverkehr genutzt werden können. Da die Lastwagen teils schwerer sein werden als die aktuell zulässige Limite, macht die Erstellung von unten nach oben ebenfalls Sinn. «Die maximale Nutzlast der Strasse wird nach der Sanierung 32 Tonnen betragen», so ­Niklaus Studer. Heute liegt sie je nach Abschnitt zwischen 8 bis 22 Tonnen.

Nebst der generellen Instandsetzung des Strassentrassees steht in der ersten Etappe auch die Erneuerung der tal- und bergseitigen Stützmauern auf dem Bauprogramm. «Dass wir uns dabei in einem markanten Rutschhang befinden, wird die anspruchsvolle Aufgabe sicher nicht erleichtern», sagt Studer, der in der Vorbereitungsphase aber noch mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert war. «Bei der Festlegung der Sperrzeiten flossen vielschichtige Interessen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Ferienhausbesitzern im Wirzweli und auf Wiesenberg ein. Wir haben Verständnis dafür und haben versucht, einen Kompromiss zu finden, sodass aber die Effizienz auf der Baustelle nicht leidet», erzählt der Projektleiter. Offenbar habe man nach vielen Gesprächen mit Betroffenen einen gangbaren Weg gefunden. Auch wenn Wünsche wie eine Znüni- und Zvieripause, in denen die Baustelle passierbar gewesen wäre, nicht berücksichtigt werden konnten, «stehen die Leute hinter dieser Lösung», ist Niklaus Studer überzeugt.

Jede Etappe muss wieder vor den Landrat

Das «Jahrhundertbauwerk», wie es in den Landratsdebatten verschiedentlich genannt wurde, ist in total fünf Etappen aufgesplittet. Und jede dauert im Durchschnitt rund fünf Jahre. Das heisst, die Wiesenbergstrasse wäre im Jahr 2042 vollständig saniert – ausgerichtet auf eine geschätzte Lebensdauer von 75 Jahren. «Diese Berechnung ist aber sehr mit Vorsicht zu geniessen», hält Studer fest. Nebst unvorhersehbaren geologischen Tücken ist es theoretisch möglich, dass es auf politischem Parkett zu Verzögerungen kommen könnte. So muss jede Etappe vom Landrat separat bewilligt werden. Und wer weiss heute schon, ob dannzumal finanzielle oder andere Gründe dazu führen werden, dass Teilabschnitte des Projekts nach hinten geschoben werden.
 

Diese Sperrzeiten gelten

Während der Bauarbeiten von Anfang Mai bis Ende Oktober sind die jeweiligen Bauabschnitte von 7 bis 12 und von 13 bis 17.30 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Ausserhalb dieser Zeiten ist die Wiesenbergstrasse uneingeschränkt offen. In Notfällen ist vorgesehen, dass Ambulanz, Feuerwehr oder Polizei die Baustelle innert kürzester Zeit passieren können. Vor den eigentlichen Bauarbeiten wird zwischen dem 18. und 28. April im Bereich der Wirzwelibahn-Talstation bis zur Lourdesgrotte der schadhafte Belag saniert. Der Verkehr wird mit einer Ampel geregelt. (om)

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