Nidwalden
15.07.2017 08:09

«Jodlerfeiertag» auf der Klewenalp

  • Der Jodlerklub Sarnen geniesst vor dem Auftritt wohltuende Klewenluft.
    Der Jodlerklub Sarnen geniesst vor dem Auftritt wohltuende Klewenluft. | Bild: Rosmarie Berlinger (Klewenalp, 13. Juli 2017)
  • Alphornbläser Pascal Barmettler und Produzent Fredy Wallimann.
    Alphornbläser Pascal Barmettler und Produzent Fredy Wallimann. | Bild: Rosmarie Berlinger (Klewenalp, 13. Juli 2017)
  • Die Blaskapellen-Solisten Pius Baumgartner und Tobias Käslin.
    Die Blaskapellen-Solisten Pius Baumgartner und Tobias Käslin. | Bild: Rosmarie Berlinger (Klewenalp, 13. Juli 2017)
  • Das Jodelduett Natascha und Maruschka Monney.
    Das Jodelduett Natascha und Maruschka Monney. | Bild: Rosmarie Berlinger (Klewenalp, 13. Juli 2017)
  • Der Jodlerklub Sarnen geniesst vor dem Auftritt wohltuende Klewenluft.
    Der Jodlerklub Sarnen geniesst vor dem Auftritt wohltuende Klewenluft. | Bild: Rosmarie Berlinger (Klewenalp, 13. Juli 2017)
NIDWALDEN ⋅ Er ist eine Erfolgsgeschichte, der Naturjodelabig auf 1600 Metern. Das Publikum erlebte ein hochklassiges Programm. Junge Talente prägten zuvor den Unterhaltungsnachmittag.

Rosmarie Berlinger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Wenn das Zweitausender-Zelt auf der Klewenalp voll besetzt ist und die Beckenrieder Jochtreychler den Zug aller Programmbeteiligten durchs Publikum auf die Bühne anführen, dann steht dem Start des mit Spannung erwarteten Naturjodelabigs nichts mehr im Weg. Paul Odermatt, technischer Leiter der Bergbahnen, und Fredy Wallimann als Produzent des Abends begrüssten das Publikum am Donnerstagabend und dankten dem Organisations­komitee und den Helfern. «Ich bekomme Hühnerhaut, wenn ich in die grosse Menge blicke», freute sich Wallimann.

Als prominente Gäste durfte er Regierungsrat Res Schmid,Karin Niederberger, Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbandes, sowie die bekannten Komponisten Ueli Moor, Klaus Rubin und Edi Gasser will­kommen heissen. Sein Tipp ans Publikum lautete: «Scheen lose, d Ohre spitze und gniesse.»

Und der Genuss liess nicht lange auf sich warten, machte doch der Jodlerklub Sarnen mit klangvollen Naturjuiz-Vorträgen den perfekten Auftakt. Mit seinen drei Vorjodlerinnen, den Geschwistern Martina, Petra und Isabelle Gander aus Ennetbürgen, glänzte der Obwaldner Klub erstmals auf der Klewenalp.

13-jähriger Jodler sorgt für Erstaunen

Mit dem Toggenburger Naturjodel präsentierte sich der Jodlerklub Männertreu Nesslau und mit überliefertem Liedgut das Jodelquartett Säntis. In der Gotthälf-Tracht war der Frauenchor Bumbach visuell und akustisch zu bestaunen, derweil der Jodlerklub Lauenen mit einer einzigen Frau in seinen Reihen verblüffte. Für die musikalische Auflockerung musizierten das Hand­orgelduo Frowin Neff/Simon Lüthi und das Ländlertrio Zingelgruess Ennetmoos.

Martina Käslin und Sandra Risi als charmante Programmbegleiterinnen hatten bereits am Nachmittag auf der Bühne zu tun. Immer mehr entpuppt sich der Un­terhaltungsnachmittag als Platt­form für Nachwuchs- und Jungtalente. Als solche musizierten die Schwizerörgeler am Aawasser, Oberdorf, lüpfig und gekonnt. Für Erstaunen sorgte der 13-jährige Florian Haas aus Kriens (Obernau). «Ich singe, seit ich mich erinnern kann, jetzt besuche ich in der Musikschule Kriens bei Jodlerin Silvia Rymann den Unterricht», verriet er. Der sympathische 18-jährige Pascal Barmettler aus Ennetmoos beherrscht das Alphorn­blasen. Nach seiner kürzlich beendeten Lehre als Landschaftsgärtner gehe er im August seine Zweitlehre zum Seilbahn-Mechatroniker an, erzählte er. Auch eine neue musikalische Kombination mit dem Jodelduett Natascha und Maruschka Monney aus dem freiburgischen St. Antoni ist aufgegleist. Anlässlich des kleinen Prix Walo im Jahr 2014, den die drei gewonnen hatten, hatte sich das Trio kennen gelernt. Was es am Donnerstagnachmittag und -abend geboten hat, ist sensationell. Die zwei Schwestern in der schmucken Seislertracht faszinierten mit ihren «Engelstimmen» und Pascal Barmettler mit kreativer Alphornbegleitung. «Einziges Handicap zum allfälligen Proben sind die zwei Stunden Wegstrecke zwischen St. Antoni und Ennetmoos», meinte Pascal lachend.

Als grosse Freunde der böhmisch-mährischen Blasmusik spielte die Blaskapelle Beckenried stimmungsvoll auf. Der bestechende Sound der 18-köpfigen Kapelle ist das Verdienst des musikalischen Leiters Anton Käslin. Er selbst und seine Musiker verliehen den mitreissenden Melodien Herzblut und Leidenschaft. Diese zwei Elemente präg­ten auch die gelungene 19. Durchführung einer als «Jodlerfeiertag» zu bezeichnenden Veranstaltung auf der Klewenalp.

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