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Wie Veri aus einer Mücke einen Elefanten macht

Der aus dem Entlebuch stammende Kabarettist Thomas Lötscher alias Veri gastiert mit seinem «Rück-Blick 2017» in Stans und Sarnen. Im Interview verrät er, ob er die Texte selber schreibt und welchen Promi er im Publikum haben möchte.
05.01.2018 | 07:43

Politisch, witzig, träf und mit einer grossen Portion Schlagfertigkeit und Authentizität: So kennt man Veri (Thomas Lötscher) auf den Bühnen kleinerer und grösserer Säle. Demnächst gastiert er mit seinem aktuellen Programm «Rück-Blick 2017» in Stans und Sarnen. Vergnüglich zieht er Bilanz, rechnet mit einem Augenzwinkern ab und lässt auch mal einem Promi die Hosen runter – wenn der es nicht schon selber gemacht hat.

 

Veri, war 2017 fürs Kabarett ein guter Jahrgang?

Ja klar. Mein Job ist es ja, Geschichten aufzuspüren, die Emotionen wecken, und diese dann für die Bühne aufzubereiten. Die Rentner nach der AHV-Abstimmung in der Klemme, der Bundesrat in Sarnen und die Scheichs in der Mall of Switzerland und auf dem Bürgenstock: Ich schöpfe aus dem Vollen. Und notfalls mache ich halt aus einer Mücke einen Elefanten.

Der Elefant alleine genügt ja noch nicht. Wie bringen Sie das Thema auf die Bühne?

Dazu braucht es dann Kreativität und Fleiss. Ich setze mich hin, probiere aus den Stichworten Gags zu machen, dann einzuordnen, Übergänge von einer zur anderen Geschichte zu finden und dann ausprobieren und üben.

Das heisst, Sie schreiben Ihre Texte selber?

Ja, immer. Dadurch bin ich auch sehr flexibel und aktuell. Die Kunst ist, politische und gesellschaftliche Themen so zu vereinfachen und witzig zu verpacken, dass sich die Gäste auch ohne Vorkenntnisse bestens unterhalten können.

Veri wirkt auf der Bühne etwas verloren, linkisch. Wie viel Thomas steckt in Veri?

Sehr viel. Vielleicht nicht vom Auftreten her, aber die Herkunft, die Kultur, das nehme ich natürlich mit. Ich denke, dies macht die Figur dann auch glaubwürdig. Manchmal beneide ich Veri um seine Naivität. Das hilft schon im Leben, wenn man sich die Welt so zurechtlegt, dass es nicht nur erträglich, sondern auch noch witzig ist.

Dies ist bereits der 11. Rückblick, seit 2007 spielen Sie jedes Jahr. Keine Angst, dass Ihnen die Ideen ausgehen?

Nein, überhaupt nicht. Irgendwo lässt immer ein Promi, Politiker oder Wirtschaftsboss die Hosen runter. Wer für sich etwas mehr rausholen will, als ihm zusteht, und uns Bürger für dumm verkaufen will, der oder die schafft’s vielleicht ins Programm. Ich will unterhalten und nicht moralisieren. Aber wenn nach der Vorstellung jemand sagt, eigentlich hat der Veri ja schon Recht, dann freut mich das schelmisch.

Wen möchten Sie mal gerne im Publikum haben?

Einen Promi oder so? Egal. Ich spiele nicht für Promis, bin nicht auf Selfies aus, die ich dann auf Facebook posten kann. Ich will die «normalen» Leute unterhalten mit Themen aus ihrer Welt, ihrem Leben.

Was wünschen Sie sich fürs neue Jahr?

Beim Rausgehen begeistertes Publikum. (pd)

Hinweis

Veri gastiert mit seinem Programm «Rück-Blick 2017» am Freitag, 12. Januar, im Kollegi Stans und am Samstag, 13. Januar, im Alten Gymnasium Sarnen, jeweils um 20 Uhr. Weitere Informationen:

www.veri.ch.

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