Nidwalden
14.09.2017 05:00

Carmela Sullivan tätowiert sich an die Spitze

  • Ein Tattoo der jungen Künstlerin an einem Oberarm.
    Carmela Sullivan hofft zumindest auf einen Platz in den Top 3. | Bilder: PD
BÜREN/SARNEN ⋅ Tattookünstlerin Carmela Sullivan schaffte es in einem internationalen Wettbewerb unter die Top 10. Ob sie weiterkommt, hängt von der Hilfe ihrer Fans ab.

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Carmela Sullivan braucht Hilfe aus Nidwalden. «Sonst habe ich gegen die deutsche Konkurrenz wenig Chancen», sagt die Luzerner Tattookünstlerin, die seit zwei Jahren in Büren wohnt. Als einzige Schweizer Tätowiererin hat die Tochter des Obwaldner Kunstmalers Martin Sullivan es unter die ersten zehn im Nachwuchswettbewerb des deutschen «Tätowiermagazins» geschafft. Ob sie weiterkommt und im November an der Messe Tattoomenta im deutschen Kassel live um den Siegerplatz tätowieren kann, hängt von Online-Stimmen ab, die Fans bis Ende Monat auf der Webseite des Magazins abgeben können. «Von der Technik her rechne ich mir Chancen auf die Top 3 aus», so Sullivan. «Doch die Deutschen haben viel mehr Voter.»

Um den Gewinn von Tattoomaterial gehe es ihr gar nicht, sagt die 24-Jährige. «Nur schon in Kassel dabei sein zu dürfen und noch einmal im Magazin zu erscheinen, ist der grösste Gewinn.» Die gelernte Polygrafin hat sich in wenigen Jahren zu einer der begehrtesten Tattookünstlerinnen der Schweiz hochgearbeitet. Heute wartet man bis zu einem halben Jahr, um sich im Studio Blade and Shade in Luzern von der Wahlnidwaldnerin ein Tattoo stechen zu lassen.

Anspannung, weil das Bild für immer bleibt

Ihr Erfolgsrezept? «Tätowieren ist nicht nur mein Beruf, sondern mein Leben», sagt Sullivan. Ich stehe jeden Tag mit Freude auf.» Zur Entspannung malt sie. «Bei der Kunst macht mir niemand Vorschriften», erklärt sie. «Tätowieren bedeutet zudem grosse Anspannung, weil das Bild für immer bleibt.» Am liebsten tätowiert Sullivan schwarz-weisse Tiermotive und Frauengesichter im Realistik-Stil. Ihr Traum ist es, eines Tages neben dem Tätowieren auch vom Malen leben zu können – «und vielleicht auch eine eigene Schminkmarke herauszugeben». Ihr Vorbild ist die amerikanische Tätowiererin und Realitystar Kat Von D. «Sie ist eine sehr schlaue Geschäftsfrau», sagt Sullivan.

Was will die Tätowiererin tun, wenn sie genug Stimmen erhält und im November nach Kassel reisen kann? «Ich möchte die neue Bekanntheit nutzen, um Tieren zu helfen», so die Bürerin. Im Rahmen des Projekts «Art for Animals» wird sie schon in den nächsten Tagen auf ihrer Web­seite ein kleines Tier-Tattoo verlosen. «Zudem will ich bis Ende Dezember einen Teil meines Verdienstes von jedem Tier-Tattoo einer Organisation für Tiere in Not schenken.»

Sullivan selber hat erst seit Anfang 2017 ein Tattoo. «Bei so einer wichtigen Entscheidung sollte man sich Zeit lassen.» Selber die Tätowiernadel in der Hand zu halten, fällt ihr dagegen leicht. «Es ist für mich die grösste Ehre, mich auf jemandem verewigen zu können.»

Hinweis: Weitere Infos und Link zum Voting für Carmela Sullivan auf ihrer Webseite www.sarmatia-tattoo.ch.

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
  • Anmelden
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Ihre Daten sind leider unvollständig.
Ergänzen Sie bitte Ihre Benutzerdaten, um den Vorgang abschließen zu können.

Meist gelesene Artikel

Christian Constantin hatte in Lugano einen schweren Aussetzer.
SUPER LEAGUE

Constantin attackiert Fringer

Beim Schwanenplatz war um 17.15 Uhr für Autos und Busse kein Vorwärtskommen.
VERKEHR

Kollision im Hirschengraben– Staus in und um Luzern

Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs.
GASTGEWERBE

Einheimische dürfen billiger ins Hotel

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch.
SÜDUMFAHRUNG

Plötzlich entsteht ein Acht-Meter-Loch: Tunnelbau gestoppt

Der dichte Verkehr in der Stadt Luzern – hier auf der Seebrücke – sorgt für viel Unzufriedenheit.
STADT LUZERN

Der grosse Verkehrs-Showdown

Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno.
FAHRPLANWECHSEL

SBB suchen den Kompromiss

Sänger Mick Jagger und Gitarrist Ron'Wood auf der Bühne im Letzigrund Stadion.
KONZERT

Rolling Stones: Die Magie ist verflogen

Ueli Amstad und Yvonne von Deschwanden (Mitte) treten im kommenden März nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen an. Othmar Filliger, Alfred Bossard, Res Schmid, Karin Kayser und Josef Niederberger (von links) können bei einer Wiederwahl Mitte 2018 zwei neue Mitglieder in ihren Reihen begrüssen.
NIDWALDEN

Kandidaten bringen sich in Stellung

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen jüngsten Drohungen gegen sein Land gewarnt, er werde dafür "teuer bezahlen". (Archivbild)
NORDKOREA-KONFLIKT

Kim droht US-Präsident Trump erneut

STRAFGERICHT

Familienvater verspielt 9 Millionen

Zur klassischen Ansicht wechseln