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NID-/OBWALDEN

Sturm Burglind richtet Schäden in Millionenhöhe an

Sturm Burglind beschädigte auch Dächer. Bei der Nidwaldner Sachversicherung laufen die Telefone deswegen heiss.
05.01.2018 | 07:49

«Burglind» hat sich verzogen. Bei den Feuerwehren, die am Mittwoch unter anderem mit dem Wegräumen von Bäumen beschäftigt waren, welche die Strassen versperrt hatten, kehrte wieder etwas Ruhe ein. Auch bei den Kantonspolizeien von Ob- und Nidwalden gingen gestern praktisch keine Meldungen mehr zum Sturm ein, wie es auf Anfrage heisst.

Zurück bleiben die Schäden an den Gebäuden. «Die Telefone laufen heiss», sagt Peter Meyer, Direktor der Nidwaldner Sachversicherung (NSV), jener kantonalen Versicherung, bei welcher in Nidwalden Gebäudeschäden versichert sind. Bisher seien schon rund 350 Schäden gemeldet worden, weitere würden folgen, da wegen der Ferienzeit viele Geschädigte noch nicht zu Hause seien und so von den Schäden noch gar keine Kenntnis hätten. «Wir gehen von total 800 bis 1000 Schäden und einer Schadensumme von gegen 4 Millionen Franken aus», schätzt Peter Meyer. Das wäre in etwa gleich viel wie im Kanton Luzern gewesen. Dessen Gebäudeversicherung korrigierte aber gestern die Vortages-Schätzung auf 3500 Meldungen und eine Schadenhöhe von 10 Millionen Franken.

Drei zusätzliche Personen im Telefondienst

Die meisten Meldungen betreffen beschädigte Dächer, Kamine und Lamellenstoren – häufig auch, weil durch den Sturm umgestürzte Bäume auf Gebäude krachten. Drei Personen auf Stundenbasis unterstützen zurzeit die regulären fünf NSV-Mitarbeiter beim Entgegennehmen der Telefone. Zwar könnten Schäden auch online gemeldet werden, aber die meisten Leute bevorzugten das Telefon, so Meyer. Bei grösseren Schäden wird ein Schätzer der NSV einen Augenschein vor Ort vornehmen. «Der Sturm mit nach heutigem Wissen geschätzten Schäden von 4 Millionen Franken ist schon ein aussergewöhnliches Ereignis», meint Meyer zur Bedeutung. Doch falls im laufenden Jahr kein grösseres Schadenereignis eintreffe, gehe 2018 nicht als überdurchschnittlich teures Jahr in die NSV-Geschichte ein.

Die Wetterkapriolen hatten auch Folgen für Engelberg. Dort ist die Wasserfallstrasse nach dem Camping Eienwäldli seit gestern gesperrt. Dies wegen erhöhter Lawinengefahr aus dem Gebiet Geissberg, bedingt durch Regen auf bis über 2000 Meter, wie der Gemeindeführungsstab auf Anfrage mitteilte. Die Dauer ist noch unbestimmt. Für die betroffenen Bewohner wurde eine Umleitung eingerichtet.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Schäden nimmt die NSV telefonisch (041 618 50 50) oder online entgegen: www.sichere-sache.ch (Rubrik «Schadenmeldung»).

Video: «Burglind» verwüstet Wald beim Bürgenstock

Der Wintersturm Burglind sorgt rund um die Höhere Fachschule Bürgenstock für Verwüstung. Die Aufnahme stammt vom Mittwoch, 3. Januar 2018 um 12.30 Uhr. (HF Bürgenstock, 04.01.2018)


Video: «Burglind» fegt über die Schweiz

Der Wintersturm "Burglind", der am Mittwoch über über die Schweiz hinweggefegt ist, war laut MeteoSchweiz "stark, aber nicht extrem". Trotzdem seien solch stürmische Winde im Flachland nur alle zehn bis zwanzig Jahre zu erwarten. (SDA, 03.01.2018)


Video: Sturmschäden im Tierpark Arth-Goldau

Der Sturm Burglind knickte mehrere Bäume im Tierpark Arth-Goldau SZ um wie Streichhölzer. Förster sind heute Donnerstag damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Ein Schmaus für die Tiere im Park: Sie bekommen die umgestürzten Bäume und abgebrochenen Äste zu fressen. (Urs Flüeler/sda, 4. Januar 2018)



Bildergalerie: Sturmtief Burglind wütet in der Zentralschweiz

Sturmtief Burglind hat in der Zentralschweiz am 3. Januar 2018 heftige Schäden angerichtet. (Leserbild Roland Bucher )

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