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STANSER MUSIKTAGE

Musiktage fahren Defizit ein

Weniger Besucher und weniger Umsatz in den Beizen: Das Festival muss Defizitbeiträge beanspruchen, um die Bilanz auszugleichen.
27.06.2017 | 13:18
Aktualisiert:  27.06.2017, 20:00

Martin Uebelhart

maritn.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Dieses Jahr besuchten etwas über 4500 Personen die Konzerte im Hauptprogramm der Stanser Musiktagen (SMT), 2016 waren es 5100. «Nur für das Hauptprogramm liegen uns genaue Zahlen vor», sagt Co-Festivalleiterin Esther Unternährer. «Auch im Dorf waren weniger Leute unterwegs. Das haben wir beim Umsatz von Essen und Getränken gespürt.»

Mitverantwortlich für den Besucherrückgang sei sicher auch das missliche Wetter gewesen, hält Esther Unternährer fest. Obschon es kein Problem sei, die SMT auch bei schlechtem Wetter zu besuchen: «Unsere Zelte sind geheizt.» Offenbar sei es schwierig, dies herüberzubringen. «Und es ist auch nachvollziehbar, dass die Leute bei Regen oder Kälte eher zu Hause bleiben», meint sie. Warum weniger Leute das Hauptprogramm besucht hätten, versuche man noch herauszu­finden. «Wir haben eine Umfrage auf unseren Online-Auftritten lanciert, die uns hoffentlich dazu einige Erkenntnisse liefern wird», sagt Esther Unternährer.

Der Besucherrückgang und der geringere Umsatz in der Gastronomie schlagen sich auch in der Abrechnung nieder: Die SMT fuhren ein Defizit von knapp 50000 Franken ein. Dies entspricht laut einer Medienmitteilung des Vereins Stanser Musiktage einer Budgetabweichung von rund 5 Prozent. Dank Defizitbeiträgen des Kantons Nidwalden, der Gemeinde Stans und von Tourismus Stans habe der Fehlbetrag mittlerweile gedeckt werden können.

Länzgi-Bühne kam gut an beim Publikum

Schon bald werde sich die Festivalleitung mit der SMT-Ausgabe vom 10. bis 15. April 2018 beschäftigen, sagt Esther Unternährer. Über allfällige Anpassungen werde man sich vertieft Gedanken machen. «Wir werden aber das Konzept sicher nicht auf den Kopf stellen», versichert sie.

Auf sehr positive Resonanz ist dieses Jahr laut der Medienmitteilung die neue Länzgi-Bühne im Esszelt Steinmättli gestossen. Täglich hatte dort eine Volks­musikformation im Rahmen einer «Stubete» aufgespielt. Auch die neue Programmation im Dorfplatzzelt mit Live-Auftritten und einem DJ-Programm sei auf guten Anklang beim Publikum gestossen. Die Hauptprogrammkonzerte hätten mit hoher Qualität überzeugt.

Einen Teil des Defizits deckt der Kanton Nidwalden. Dort entscheidet die Kulturkommission, wer vom aus Lotteriegeldern finanzierten Kulturfonds profitieren kann. «Dazu gibt es bestimmte Richtlinien, an denen sich die Kommission orientiert», sagt Stefan Zollinger, Leiter des Amts für Kultur und Kommissionssekretär. «Im Falle der Musiktage ist es sicher so, dass der Anlass einen starken Identitätscharakter für Stans, Nidwalden und sogar darüber hinaus hat.» Aus diesem Grund könnten die Organisatoren neben dem Beitrag des Kantons aufgrund der bestehenden Leistungsvereinbarung für dieses Jahr auch mit einem Beitrag ans Defizit rechnen. «Es wird allerdings der einzige sein im Rahmen der noch bis 2019 laufenden Leistungsvereinbarung», hält Zollinger fest. Man hoffe, dass es wieder aufwärtsgehe. Es sei nach dem Generationenwechsel ein gutes Team am Werk, und der Verein habe einen innovativen Vorstand, sagt Zollinger. Vor der Pause 2015 sei zweimal schlecht gewirtschaftet worden.

Bildergalerie: Stanser Musiktage

Nidwalden im Zeichen der Musik: Die besten Bilder des Festivals vom 25. bis 30. April (André A. Niederberger )

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