Nidwalden
14.07.2017 09:42

Urner wird Direktor des Elektrizitätswerks Nidwalden

  • Remo Infanger nimmt am 1. Februar 2018 seine Arbeit als EWN-Direktor auf.
    Remo Infanger nimmt am 1. Februar 2018 seine Arbeit als EWN-Direktor auf. | Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 12. Juli 2017)
NIDWALDEN ⋅ Remo Infanger heisst der neue Direktor des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN). Er setzte sich gegen 71 Bewerber durch. Die Strommarktöffnung erachtet er als grösste Herausforderung.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Stelle des Direktors des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) war sehr begehrt. Aus 72 Bewerbern konnte der Verwaltungsrat einen Nachfolger auswählen. «Selbst aus dem Ausland meldeten sich Bewerber. Das zeigt den grossen Stellenwert und guten Ruf unseres Unternehmens», meinte dazu Verwaltungsratspräsident Silvio Boschian an der Medienkonferenz am Mittwochabend. Bereits im April des vergangenen Jahres habe man sich mit der Nachfolgelösung auseinandergesetzt, um nicht in Zeitnot zu geraten, falls die erste Bewerbungswelle erfolglos geblieben wäre. «Die Kandidaten durchliefen ein hartes Selektionsverfahren. Sie kamen wirklich an die Kasse», liess Boschian durchblicken. Remo Infanger habe sich schliesslich als bester Kandidat herauskristallisiert, habe in der Endrunde den Verwaltungsrat vollends überzeugt. Die Wahl sei einstimmig auf ihn gefallen.

«Mit dem 45-jährigen Remo Infanger haben wir einen Mann gefunden, der bezüglich Alter eine gute Perspektive mitbringt und uns im Idealfall 20 Jahre erhalten bleibt. Damit bringt er jene Kontinuität mit, welche der Verwaltungsrat sich wünscht.» Infanger würde eine Tradition weiterführen. Wenn sein Vorgänger Christian Bircher im nächsten Frühling in den vorzeitigen Ruhestand geht, wird er auf 18 Jahre als EWN-Direktor zurückblicken. Silvio Boschian gehört seit 19 Jahren dem Verwaltungsrat an, den er seit 2010 präsidiert.

Ruhige Art und gut bepackter Rucksack

Überzeugt hätten auch Remo Infangers Rucksack und die Belastbarkeit, so Silvio Boschian. «Er konnte die an ihn gestellten Testaufgaben innert kürzester Zeit lösen, überzeugte uns mit seinem strategischen Denken, seinem grossen Bezug zur Wasserkraft, seiner ruhigen, überlegten Art.» Als Urner komme Infanger auch bestens zurecht mit den Eigenheiten des Kantons Nidwalden.

Er dürfe in ein Unternehmen eintreten, welches bestens aufgestellt, hervorragend positioniert sowie perfekt organisiert sei. Doch kämen auch grosse Herausforderungen auf ihn zu. «Wir müssen uns den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Strommarkt anpassen. In Zeiten, in denen Elektrizität keinen Preis mehr hat. Wasserkraft bleibt allerdings unsere Maxime», hielt Verwaltungsratspräsident Silvio Boschian fest.

Kein schwerfälliger Tanker dank überschaubarer Grösse

«Das EWN ist sehr gut aufgestellt im Markt und hat eine überschaubare Grösse. Es ist nicht ein schwerfälliger Tanker, der träge auf Kursänderungen reagiert», sagte der in Seedorf wohnende Remo Infanger zu seiner neuen Aufgabe, die er am 1. Februar des nächsten Jahres antritt. Auf die Frage nach der grössten künftigen Herausforderung musste er nicht lange überlegen: «Die angekündigte Strommarktliberalisierung wird das Preisgefüge ins Rutschen bringen. Doch ich bin überzeugt, dass das EWN als sehr stark positioniertes lokales Unternehmen nicht unter die Räder kommen wird.»

In welche Richtung wird sich das Elektrizitätswerk Nidwalden unter Remo Infanger als neuem Direktor entwickeln? «Für solche Fragen ist es hingegen noch zu früh», meinte er dazu.

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