Nidwalden
16.07.2017 05:00

US-Countrysängerin auf der Klewenalp: «Die Fans hier sind wichtig für mich»

  • Die amerikanische Countrysängerin Danni Leigh (47) vor ihrem Auftritt am Open Air.
    Die amerikanische Countrysängerin Danni Leigh (47) vor ihrem Auftritt am Open Air. | Martin Uebelhart
NIDWALDEN ⋅ Die amerikanische Countrysängerin Danni Leigh trat am Samstag am Open Air auf der Klewenalp auf. Im Gespräch erzählt sie über ihre Beziehung zu Europa, ihre Musik und darüber, was sie damit vermitteln will.

Cowboyhüte, ein Zeltdorf, Linedancer, Barbecue-Duft in der Luft – und Countrymusik: Der Haupttag des Open Airs auf der Klewenalp zieht die Fans in Scharen auf den Berg. Das Wetter ist nicht ganz so klar, wie es sein könnte, und eine Jacke ist auch kein Luxus, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. 

Schon am Nachmittag und am frühen Abend lauschen Hunderte Besucher den Klängen von The Good Brothers oder Randy Thompson. Am späteren Abend steht Danni Leigh auf der Hauptbühne. Die Countrysängerin ist zum ersten Mal auf der Klewenalp. Und sie ist trotz der etwas begrenzten Aussicht angetan von der Umgebung. 

Die Sängerin ist im US-Bundesstaat Virginia aufgewachsen, in den Appalachen. «Dort gibt es eine reiche musikalische Geschichte, vor allem Bluegrass», sagt sie. Schon als sie noch sehr jung war, habe sie schon begonnen, Musik zu hören und selber zu spielen. «Und ich besuchte viele Festivals.» Sie liebe die traditionelle Countrymusik. Ihren eigenen Sound ortet sie dem Honky Tonk zu. Ihre ersten Einflüsse stammen von Patsy Cline, die in der Gegend ihrer Jugend gelebt hatte. Vom Bakersfield-Sound – benannt nach der kalifornischen Stadt – sei sie immer beeindruckt gewesen. Grössen wie Buck Owens, Merle Haggard, Dwight Yoakam oder Lefty Frizell zählt sie auf. Alles Country-Stars, die ihre eigene Musik beeinflusst haben. Zusammen mit ihrem Mann schreibt die Sängerin eigene Songs. «Darin spiegeln sich persönliche Erfahrungen wider, was in meinem Leben passiert oder in der Vergangenheit passiert ist.» Vieles drehe sich um Liebe – oder verlorene Liebe. «Ich muss die Dinge fühlen, über die ich in meinen Songs schreibe», sagt Danni Leigh. 

«Musik ändert sich natürlich und entwickelt sich weiter.» Doch für die traditionelle Form der Countrymusik gebe es heute in den Vereinigten Staaten kein Radioformat mehr – höchstens noch über Satellit sei solches zu empfangen, bedauert sie. Ihre Songs würden zwar ab und zu im Radio gespielt. «Aber nicht auf den kommerziellen Stationen.» Diese hätten sich viel zu sehr in Richtung poppige Countrymusik entwickelt. «Ich bin nicht daran interessiert, Pop-Country-Musik zu machen», konstatiert sie und räumt gleichzeitig ein, dass dies einer der Gründe sei, warum es in den USA etwas schwierig sei, von der Musik leben zu können.

Kaum ein Jahr ohne Europa-Besuch

Hier kommt Europa ins Spiel. «Als meine Platten in Nashville herauskamen, wurden die Videos auf dem internationalen Kanal von Country Music Television gespielt», erzählt Leigh. Auf dem internationalen Markt sei es gut gelaufen für sie. «Meine Videos kamen in die Charts, sie schienen den Leuten zu gefallen.» Und dann sei sie zu Liveauftritten nach Europa gekommen, zum ersten Mal 1997 in die Schweiz.

«Seither komme ich immer wieder nach Europa, die Fans hier sind wichtig für mich.» Es vergehe kaum ein Jahr, in dem sie nicht nach Europa reise. Nicht zuletzt mit der Livemusik habe sie ihre Karriere in Gang halten können. «Wenn es meine Fans in Europa nicht gäbe, wer weiss, vielleicht würde ich heute Wände streichen.» Vor kurzem war sie an einem Festival in Lettland und nimmt derzeit in Spanien, wo sie viereinhalb Jahre gelebt hatte, ein neues Album auf, das im Herbst herauskommen soll.

Und dann lässt sie ihrer Begeisterung über die Schweiz noch einmal freien Lauf: «Immer, wenn ich in der Schweiz bin, denke ich, ich habe das Beste gesehen. Aber nein, es gibt immer wieder etwas Schöneres.» 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

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