zurück
HERGISWIL

Zahlen oder Heiraten ist hier die Frage

Gelungene Premiere des Theaters der Jungmannschaft. Der Dreiakter «D Junggselle-Stüür» gefällt durch Witz, lebhafte Unterhaltung und Turbulenzen. Dies nicht zuletzt aus einem speziellen Grund.
09.01.2018 | 07:27

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Seit 58 Jahren spielt die Hergis­wiler Jungmannschaft (Juma) ­Theater, dieses Jahr die Komödie «D Junggselle-Stüür». Zur Stückwahl sagt Präsident Markus Blättler: «Ich wage zu behaupten, dass es für die Juma kein passenderes Stück gibt.» Wie recht er hat: Denn die Mitglieder der Juma haben eines gemeinsam: Sie sind alle ledig. Und damit haben sie auch etwas gemeinsam mit dem Stück auf der Bühne. Denn sollte die Junggesellensteuer tatsächlich eingeführt werden, gibt es nur eine Möglichkeit, die Steuer auf legale Weise zu umgehen: heiraten! Briefträger Wipf (Matthias Grimm) überbringt Bauer Jakob Amacher (Remo Bachmann) und seinen Freunden Heiri Tobler (Philipp Ineichen) und Gottfried Stünzi (Gianluca Di Sante) eine Hiobsbotschaft, die das Leben der drei Junggesellen durcheinanderbringt.

Demnächst soll nämlich eine Junggesellensteuer eingeführt werden. Nur wer schriftlich beweisen kann, dass er von drei Frauen eine Absage erhält oder im Kopf nicht ganz dicht ist, muss die Steuer nicht bezahlen. Für die drei Freunde ist klar: Bezahlen wollen sie nicht und heiraten auch nicht. Also müssen «Körbe» bei den ledigen Frauen im Dorf gesammelt werden, oder man führt sich so auf, dass man für verrückt erklärt wird. Dazu ist den dreien jedes Mittel recht. So gehen sie auf Brautschau, und zwar so erfolglos wie möglich, was für viele Turbulenzen und Lacher sorgt. Wenn auch das nichts nützt und die Frauen den Heiratsantrag gar annehmen, setzt man auf den Blödheitsfaktor und reitet auf einem Schaukelpferd oder sorgt mit Verkleidung für Heiterkeit.

Der Heiri in der Hundehütte

Die neun Darsteller erweisen sich als gewiefte Schauspieler, nicht nur die Routiniers, sondern auch die Neulinge als Magd Meieli (Sarah Käser), Bauerntochter Mina (Anja Kasper) und Knecht Franz (Toma Sarbach). Die angebeteten Frauen, die von den Junggesellen umgarnt werden, spielen ihre Rollen ebenso köstlich wie ihre vermeintlichen Verehrer. Es sind dies Berta Amacher (Zita Durrer), Babette (Claudia Keiser) und die Bauerntochter Mina (Anja Kasper). Es gibt viele witzige Szenen, welche das Publikum zu Lachern hinreisst. So zum Beispiel, wie Gottfried der Babette den vermeintlichen Liebesbrief abnimmt. Oder wie Heiri in der Hundehütte seine Spässe dreht. Belebend wirkt das Bühnenbild, sogar mit einem lebendigen Hund vor der Hundehütte.

Bekannter Obwaldner führt Regie

Regisseur Daniel von Rotz, bekannt von den Kernser Spielleuten und als Wirt des Restaurants Turm in Kerns, hat ganze Arbeit geleistet. «Es war für mich eine echte Herausforderung mit lauter jungen Leuten», so von Rotz. Das Resultat ist eine voll gelungene Komödie, die das Publikum auf beste Weise unterhält.

Hinweis

Weitere Aufführungen im Loppersaal: 10./12./13./17./19./20. Januar, Spielbeginn um 20 Uhr. Reservationen online auf www.jumahergiswil.ch oder telefonisch unter: 041 632 30 30 (Mo–Fr, 18–20 Uhr).

Weitere Artikel