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OBWALDEN

CVP tritt mit Christoph Amstad und Michael Siegrist an

Die CVP hatte die Wahl zwischen zwei Männern, von denen sie einen neben Christoph Amstad (bisher) im Regierungsrat haben möchte. Die Versammlung entschied sich am Mittwochabend für den Alpnacher Michael Siegrist.
10.01.2018 | 22:42

Markus von Rotz

Gfürchige Grinden in allen Farben und Formen schauten am Mittwochabend den rund 120 CVP-Mitgliedern und Gästen im «Metzgern»-Saal von der Galerie über die Schulter. Auf dem Programm stand aber nicht ein Fasnachtsanlass, sondern eine ernsthaft politische Nominationsversammlung von ungeschminkten Gesichtern für den Regierungsrat. Christoph Amstad (44, bisher) wurde mit kräftigem Applaus und diskussionslos wieder nominiert. Ferner will die CVP mit einem neuen Kandidaten den Sitz von Niklaus Bleiker halten. Die Versammlung hatte die Auswahl zwischen Dominik Rohrer (37) und Michael Siegrist 42). Die beiden wurden während zehn Minuten kurz vorgestellt und erhielten dann Gelegenheit, in einem Interview zu aktuellen Fragen Stellung zu nehmen, bevor wie immer bei der CVP geheim über die Nomination abgestimmt wurde. 
Ein grosses Thema war hierbei auch die Finanzstrategie samt Sparpaket. Unternehmensberater Rohrer aus Sachseln bekräftigte, dass es ohne Opfersymmetrie nicht gehe. Sehr wichtig sei, dass die Gemeinden ins Boot geholt worden seien. «Es tut allen etwas weh, aber man hat dann wieder ein paar Jahre Ruhe.» Departementssekretär Siegrist aus Alpnach sagte, ihm seien zwei Dinge aufgefallen. Zum einen sei es in einer kleinen und gut aufgestellten Verwaltung sehr schwierig, 20 Stellen abzubauen. Vor allem mit dem sportlichen Zeitplan von zwei Jahren. Er hätte dem Prozess etwas mehr Zeit gegeben, weil das Paket eine grosse kommunikative Herausforderung sei. «Es ist aber wahrscheinlich nötig und klug, mal alles auf den Tisch zu legen.» 

Keine leeren Stimmen eingelegt

Gefragt nach ihrem Slogan meinte Rohrer, er sei «im Herz Obwaldner, mit beiden Ohren am Puls der Bevölkerung und in Gedanken immer auf dem Weg in eine positive Zukunft.» Siegrist sagte, wenn es eine Lehre als Regierungsrat gäbe, hätte er sie gemacht mit seiner Erfahrung als Gemeindepräsident und persönlicher Mitarbeiter von Regierungsräten. Um 22.13 Uhr gab Parteipräsident Bruno von Rotz das Resultat bekannt: 55 Stimmen für Siegrist, 46 für Rohrer. Leere wurden keine eingelegt. «Mich freut es extrem, dass die Spannung nun der Freude weichen kann», kommentierte Siegrist das Ergebnis. 

Bruno von Rotz ging auch kurz auf den Fall Jürg Berlinger ein. Er wiederholte, dieser habe nie die Unterstützung der CVP gesucht und von Anfang an kommuniziert, dass er auf ein eigenes Komitee setze. Präsentiert wurden am Mittwochabend auch die Ergebnisse der Online-Umfrage der Partei, an der 417 Personen teilgenommen haben. Sie sollen ab Montag online aufgeschaltet werden. Die drei wichtigsten politischen Themen für die Teilnehmer sind eine Kostenbremse im Gesundheitswesen, eine gesicherte Altersvorsorge sowie gute Rahmenbedingungen für Familien. Zudem präsentierte Fraktionspräsident Marcel Jöri das Parteiprogramm, das unter anderem bedarfsgerechte und zahlbare Wohnungen verlangt sowie genug Mittel für die Polizei und einen bedarfsgerechten und finanzierbaren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. 

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