Obwalden
14.11.2017 21:00

«Erheblich» gilt als gefährlichste Stufe

Schneesport Das Unglück im Skigebiet Engelberg-Titlis ist der erste tödliche Lawinenunfall in der Schweiz seit Beginn der diesjährigen Wintersaison. Das Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) stuft die Lage in Engelberg derzeit als erheblich ein. «Diese Stufe gilt als kritischste Situation für Wintersportler, die neben den Pisten fahren. Während rund einem Drittel des Winters herrscht diese Gefahrenstufe», sagt Kurt Winkler, Lawinenwarner am SLF, auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Lawinengefahr ist stark wetterabhängig: «Besonders bei Neuschnee und Wind erhöht sich die Gefahr markant. Auch der erste schöne Tag nach einem bedeutenden Schneefall ist besonders unfallträchtig», sagt Winkler. Für Wintersportler hat der Lawinenexperte einige Ratschläge: «Wer auf den Pisten bleibt, muss sich keine Sorgen machen. Wenn man sich jedoch neben die Pisten begibt, müssen weitere Vorkehrungen getroffen werden.» Folgende drei Punkte sollen laut Winkler von Wintersportlern, die abseits der Pisten unterwegs sind, beachtet werden:

  • Erfahrung:«Jeder, der alleine unterwegs ist, sollte die Situation abschätzen können. Ansonsten schliesst man sich besser einer geführten Gruppe an.»
  • Notfallausrüstung:«Im Minimum sollten die Wintersportler ein Lawinenverschüttungssuchgerät, eine Lawinenschaufel und eine Sonde dabeihaben.»
  • Information: «Es ist unerlässlich, dass sich Schneesportler vor der Tour über die aktuelle Lage informieren – am besten mit dem Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung.»

Lawinenexperte Kurt Winkler empfiehlt zudem, in kritischen Situationen oder bei sehr steilen Hängen Abstand zu halten: «Wenn man als Gruppe in einem gefährdeten Gebiet unterwegs ist, sollten steile Hänge mit genügend Abstand begangen oder befahren werden. So ist die Belastung auf den Hang geringer als bei einer dicht aufgeschlossenen Gruppe.»

Rund 25 tödliche Lawinenunfälle pro Jahr

Jährlich sind gemäss Unfallversicherer Suva mehr als 300 000 Schweizer abseits der gesicherten Pisten und Wege unterwegs. Pro Jahr geraten rund 200 Personen in der Schweiz in eine Lawine, davon enden im Schnitt 25 Unfälle tödlich. 90 Prozent aller Lawinenunglücke sind gemäss SLF selbst verursacht. Die Hälfte aller Unfälle geschieht in Gebieten, die gemäss Bulletin als erheblich eingestuft wurden – so auch im aktuellen Fall in Engelberg.

Um das Risikobewusstsein der Wintersportler zu fördern und Lawinenunfällen vorzubeugen, hat das SLF eine Lawinen-App entwickelt. Die Plattform «White Risk» bietet nebst einem Tourenplaner auch Lawineninformationen und Verhaltensempfehlungen an. (chi)

Hinweis

Weitere Infos unter www.slf.ch

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