Schwyz
15.04.2017 10:36

Diese Orte unterstützen Ski-Talente

  • Spuren von Schiläufern auf einem Hang mit Schnee
    Etwas verwirrlich: Die Unterstützung von Wintersport-Nachwuchstalenten läuft von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. | Symbolbild
KANTON SCHWYZ ⋅ Skisport ist teuer. Zum Abschluss der Wintersaison haben wir analysiert, wo im Kanton Schwyz Schülerinnen und Schüler in Sachen Skisport von Politik und Institutionen am stärksten gefördert werden. Es gibt grosse Unterschiede.

Robert Betschart

Oft zahlen Eltern ein kleines Vermögen, damit ihre Kinder Ski fahren können. Aber nicht in allen Gemeinden, wie die Analyse des «Boten» zeigt. Wie teuer der Skisport tatsächlich ist, erfahren viele Eltern, wenn sie ihre Kinder zum Skifahren schicken oder diese sich für den Nationalsport begeistern.

Simon Zobrist, Geschäftsführer der Sattel-Hochstuckli AG, bringt es auf den Punkt: «Die Nachwuchsförderung im Skisport ist sehr wichtig; aus sportlicher Sicht und aus wirtschaftlicher Sicht.» Ihm dabei Eigeninteresse vorzuwerfen, wäre falsch. Denn nicht viele Kantone der Schweiz weisen eine so hohe Dichte an Skigebieten auf wie der Kanton Schwyz. Hier werden Millionen von Franken umgesetzt. Sie sind ein entscheidender Faktor im Tourismus, bei Arbeitsplätzen und Saisonniers. 

Dazu kommen die sportlichen Erfolge der Skistars aus dem Kanton: angefangen bei Wendy Holdener über Fabienne Suter bis zu Franz Heinzer. Wohl in keiner anderen Sportart hat unser Kanton mehr internationale Sportgrössen hervorbringen können. 

Vorzeigeprojekt auf 
Sattel-Hochstuckli

Die Gemeinde Sattel zeigt es vor: Unter der Initiative der einheimischen vierfachen Weltcupsiegerin Nadia Styger wurde im Herbst 2005 das Projekt «Free Snow Sattel» gestartet. Dabei bekommt jede Schülerin und jeder Schüler eine gratis Wintersaisonkarte für das Sattel-Hochstuckli-Skigebiet.

Für Zobrist ist klar, dass dies ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Gemeinde Sattel viele hochtalentierte Skifahrerinnen und Skifahrer hervorbringt und dass das Skifahren damit in der Bevölkerung weiterhin populär bleibt: «Die Philosophie, den Skinachwuchs zu fördern, ist nachhaltig. Somit bringen wir den Kindern schon früh das Skifahren nahe. Diese werden auch weiterhin auf die Skier gehen, wenn sie einmal erwachsen sind. Davon sind wir überzeugt.»

Die Gemeinde Sattel beteiligt sich nach eigenen Angaben mit 10 000 Franken am Projekt. Den Rest übernehmen die Sattel-Hochstuckli AG und das lokale Gewerbe. Die Partnergemeinden der Sattel-Hochstuckli AG sind Steinen und Steinerberg. Hier erhalten alle Einwohner Rabatte.

Morschach und
Gersau aktiv

Auch Bruno Sturzenegger, «Projektleiter Betrieb» der Rigi Bahnen, glaubt an dieses Modell: «Die Jungen möglichst früh zum Skifahren zu animieren, ist wichtig. Denn immer weniger junge Schweizer gehen heute noch Ski fahren. Das spüren Skigebiete zum Teil schon heute.»

Bei den Rigi Bahnen hat man mit den nahe gelegenen Kommunen Arth-Goldau und Küssnacht Spezialkonditionen ausgearbeitet. Die Schüler profitieren da von einem Zusatzrabatt. Die Gemeinde Arth nennt hier auf Anfrage des «Boten» genauere Zahlen: Für Saisonkarten bei den Rigi Bahnen gibt es 20 Prozent Rabatt. Für eine Tageskarte 50 Prozent.

Ebenfalls stark für die Förderung des Skinachwuchses setzt sich der Bezirk Gersau ein. Nach dem Sattler Vorbild wurde hier das Projekt «Free Snow Gersau» lanciert. Der Bezirk führt schriftlich aus: Das Projekt «Free Snow Gersau» besteht darin, dass alle schulpflichtigen Kinder für 30 Franken eine Wintersaisonkarte für das «Skigebiet Gersau» beziehen können.

Die Gemeinde Morschach hat ebenfalls ein eigenes Förderprojekt. Mit «Fit in die Zukunft» will sich die Gemeinde für Bewegung und Wohlbefinden der Kinder einsetzen. Im Infoschreiben über das Projekt heisst es weiter: «Die Gemeinde Morschach mit ihren Partnern Swiss Holiday Park und Stoosbahnen AG ermöglicht den Kindern (6 bis 15 Jahre) bereits das sechste Jahr, im Winter wie auch im Sommer aktiv Sport zu treiben.» In Zahlen ausgedrückt, wird den Kindern der Kauf der Saisonkarte auf dem Stoos für den halben Preis ermöglicht (150 statt 300 Franken).

Das Skigebiet Hoch-Ybrig bringt klare Zahlen: «Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler der angrenzenden Orte mit billigeren Saisonkarten», sagt Wendelin Keller, Geschäftsführer Hoch-Ybrig AG. Anstatt 300 Franken kostet eine Saisonkarte für die Kinder und Jugendlichen aus Unteriberg und Oberiberg nur noch 160 Franken. Die Kosten übernimmt das Skigebiet. Die Gemeinden beteiligen sich daran nicht.

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