Schwyz
30.08.2017 11:09

Heimatschutz kämpft im Kanton Schwyz erneut für 700-jährige Häuser

  • Steht an der Mühlegasse in Steinen: Eines der beiden Holzhäuser mit Baujahr um 1300.
    Steht an der Mühlegasse in Steinen: Eines der beiden Holzhäuser mit Baujahr um 1300. | Screenshot/map.google.ch
DENKMÄLER ⋅ Der Schweizer Heimatschutz will im Kanton Schwyz erneut zwei 700-jährige Holzhäuser vor dem Abbruch retten. Er fordert von der Schwyzer Regierung "ultimativ" die Unterschutzstellung der beiden Häuser in Steinen.

Der zuständige Regierungsrat Michael Stähli sagte auf Anfrage, es sei erst für eines der beiden Häuser ein Entscheid gefällt worden. Das Haus sei in einem schlechten Zustand und die Verhältnismässigkeit für einen Erhalt nicht gegeben.

Zum zweiten Haus konnte Stähli keine Angaben machen. Dieser Fall sei noch in der Beurteilung.

Der Heimatschutz fordert "eine umgehende systematische Inventarisierung der mittelalterlichen Bauzeugnisse im Kanton". Der aktuelle Entscheid des Schwyzer Regierungsrats füge sich ein in eine Reihe ähnlicher Fälle.

Bereits 2013 verzichtete die Regierung gemäss Heimatschutz auf die Rettung von drei Holzhäusern, 2001 wurde das älteste Holzhaus Europas, das Nideröst-Haus, abgetragen. Zum wiederholten Mal nehme die Regierung ihre Verantwortung gegenüber einem Kulturgut von internationalem Rang nicht wahr, heisst es in der Mitteilung.

Bei den beiden Holzhäusern in Steinen handelt es sich um Gebäude, welche auf die Jahre 1293 und 1305 zurückgehen. Laut Heimatschutz gibt es in der Zentralschweiz insgesamt 34 bekannte Holzhäuser, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gebaut wurden. 32 davon stehen im Kanton Schwyz.

Gemäss Regierungsrat hat die Tatsache, dass es noch weitere Zeitzeugen gibt, zur Nicht-Unterschutzstellung beigetragen. Vor dem Abbruch werde das Holzhaus dokumentiert, sagte Stähli. (sda)

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Christian Constantin hatte in Lugano einen schweren Aussetzer.
SUPER LEAGUE

Constantin attackiert Fringer

Beim Schwanenplatz war um 17.15 Uhr für Autos und Busse kein Vorwärtskommen.
VERKEHR

Kollision im Hirschengraben– Staus in und um Luzern

Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs.
GASTGEWERBE

Einheimische dürfen billiger ins Hotel

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch.
SÜDUMFAHRUNG

Plötzlich entsteht ein Acht-Meter-Loch: Tunnelbau gestoppt

Der dichte Verkehr in der Stadt Luzern – hier auf der Seebrücke – sorgt für viel Unzufriedenheit.
STADT LUZERN

Der grosse Verkehrs-Showdown

Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno.
FAHRPLANWECHSEL

SBB suchen den Kompromiss

Sänger Mick Jagger und Gitarrist Ron'Wood auf der Bühne im Letzigrund Stadion.
KONZERT

Rolling Stones: Die Magie ist verflogen

Ueli Amstad und Yvonne von Deschwanden (Mitte) treten im kommenden März nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen an. Othmar Filliger, Alfred Bossard, Res Schmid, Karin Kayser und Josef Niederberger (von links) können bei einer Wiederwahl Mitte 2018 zwei neue Mitglieder in ihren Reihen begrüssen.
NIDWALDEN

Kandidaten bringen sich in Stellung

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen jüngsten Drohungen gegen sein Land gewarnt, er werde dafür "teuer bezahlen". (Archivbild)
NORDKOREA-KONFLIKT

Kim droht US-Präsident Trump erneut

STRAFGERICHT

Familienvater verspielt 9 Millionen

Zur klassischen Ansicht wechseln