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DENKMALSCHUTZ

Schwyzer Regierung soll nicht auf Heimatschutzkommission verzichten

Hin und her beim neuen Heimatschutzgesetz des Kantons Schwyz: Die vorberatende Kommission für Bildung und Kultur (BKK) des Kantonsrates verlangt von der Regierung, die Schaffung einer Denkmalschutzkommission. Der Regierungsrat hatte nach der Vernehmlassung auf eine solche verzichten wollen.
11.01.2018 | 11:05

Die Regierung hatte ihren Entwurf der Totalrevision des Natur- und Heimatschutzgesetzes nach 65 Vernehmlassungsantworten im September angepasst. Unter anderem verzichtete sie auf die Schaffung einer Heimatschutzkommission. Das aber will die Kommission nicht, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die BKK unterstützt zwar die Zuständigkeit des Regierungsrates bei der Aufnahme und Entlassung von Objekten in das Schutzinventar. Im Sinne einer breiteren fachlichen Beurteilung und Abstützung der Entscheide fordert sie jedoch die Schaffung einer Denkmalschutzkommission. Diese soll laut einer Kommissionsmehrheit durch den Kantonsrat gewählt werden.

Zudem verlangt die BKK als Ergänzung zur regierungsrätlichen Vorlage, dass für jedes Schutzobjekt der Schutzumfang festgelegt wird. Die Regierung soll Schutzziel und Schutzbestimmungen definieren. Denn neu können Eigentümer vor einer Unterschutzstellung Rechtsmittel ergreifen.

Weiter soll laut der Kommission der sogenannte Umgebungsschutz im Grundbuch vermerkt werden. Denn von einer Unterschutzstellung eines Objektes könne auch dessen Umgebung betroffen sein.

Grundsätzlich unterstütze die Kommission die Absicht, das aus dem Jahre 1927 stammende Gesetz über den Natur- und Heimatschutz einer Totalrevision zu unterziehen. Sie beantragt dem Kantonsrat, auf die Vorlage einzutreten.

Die Denkmalpflege im Kanton Schwyz hatte jüngst wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Nach Kritik an einer Abbruchbewilligung für ein 700-jähriges Holzhaus in Steinen SZ durch den Regierungsrat Ende Juni legte das Verwaltungsgericht sein Veto ein. (sda)

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