Uri
18.05.2017 08:48

Bänklein sind der grosse Renner

  • Die «Sprungbrett»-Sitzbänklein werden auch von Kindern sehr oft als Picknickplatz benützt.
    Die «Sprungbrett»-Sitzbänklein werden auch von Kindern sehr oft als Picknickplatz benützt. | Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 2. Mai 2017)
KANTON URI ⋅ Im vergangenen Jahr waren 140 arbeitslose Personen in ein «Sprungbrett»-Programm involviert. 36 von ihnen fanden eine Festanstellung, über 70 einen kürzeren oder längeren Zwischenverdienst.

«Sprungbrett Uri» ist ein selbstständiger privatrechtlicher Verein, der geeignete Grundlagen und Strukturen für arbeitslose Menschen im Kanton Uri schafft. Für die Umsetzung führt der Verein einen Betrieb. Am vergangenen Dienstag fand in Altdorf die Generalversammlung unter dem Vorsitz von Präsident Edgar Walker, Altdorf, statt.

«Auch im vergangenen Jahr konnte das ‹Sprungbrett› wieder viele Teilnehmer unterstützen, damit diese wieder den Weg zurück in die Arbeitswelt finden konnten», blickte Walker an der GV zufrieden auf das Vereinsjahr 2016 zurück. «Das Vereinsjahr lief in geordneten Verhältnissen ab, und wir konnten sowohl zu den Mitarbeitenden als auch zu den zuweisenden Stellen – das sind das RAV, die Sozialdienste, SRK und IV-Stelle – ein gutes Verhältnis pflegen», betonte Walker.

Positive Bilanz des neuen Programms

Die Aufgabe des «Sprungbretts» ist es, den arbeitslosen Menschen einen strukturierten Tagesablauf zu ermöglichen, sie zu unterstützen, zu fördern und zu bilden, um ihnen damit den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu erleichtern. «Nachdem wir im Jahr 2015 ein Programm für ausgesteuerte Langzeitarbeitslose lanciert haben, können wir nun heute eine positive Bilanz ziehen», erklärte Walker. Das Programm startete erfolgreich mit dem Modul Beschäftigung und kann später mit einem Bewerbungstraining und einem Coaching erweitert werden. Gemäss Walker ist das Angebot von den Sozialdiensten rege benutzt worden.

Gemäss einer Umfrage im «Sprungbrett» ist die Zufriedenheit der Teilnehmer gross. Von den Personen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, sagte die grosse Mehrheit, dass sie mit der Arbeit zufrieden sei und gerne ins «Sprungbrett» gehe, wo man auch viel Neues lernen könne. Auch zur Unterstützung und Beratung bei der Stellensuche äusserten sich die arbeitslosen Frauen und Männer sehr zufrieden. «Neben den vielen Zufriedenen gibt es aber immer auch ein paar Einzelne, die lieber nichts machen wollen», sagte Geschäftsleiter Dave Knecht.

36 haben wieder eine Festanstellung

Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 140 arbeitslose Personen am Beschäftigungsprogramm des «Sprungbretts» teil. Davon fanden während dieser Zeit 36 Personen wieder eine Fest­anstellung. 22 waren in einem Zwischenverdienst tätig, der länger als drei Monate dauerte, und 53 hatten einen kürzeren Zwischenverdienst. Dank der 30 Probeeinsätze gab es danach einen Stellenantritt für 16 Teilnehmer. Zu den Zwischenverdiensten sagte Knecht: «Es ist extrem wichtig, dass die Menschen wieder einen Job finden, aber es ist für sie ebenso teilweise frustrierend, dass es für sie ‹nur› einen Zwischenverdienst gibt statt eine Festanstellung, denn die Ungewissheit, ob sie nächste Woche noch Arbeit haben, nagt an den Nerven dieser Leute.»

Sitzbänke sind sehr gefragt

Im Bereich Arbeit wird zusammen mit den Teilnehmern eine Vielfalt von handwerklichen, gestalterischen und werterhaltenden Tätigkeiten ausgeübt, die entweder direkt im Haus oder in der freien Natur erledigt werden. «Wir versuchen, die Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten und ihrer persönlichen Situation bestmöglich zu unterstützen», betonte Knecht. Als besonderer Verkaufsschlager haben sich die massiven Sitz- und Steinbänke entwickelt, die zu fast 100 Prozent in Eigenleistung gebaut und in der Natur aufgestellt werden. Weiter sind Geschenk- und Dekorationsartikel bei der Kundschaft sehr beliebt.

Samuel Bissig, Vorsteher des Amts für Soziales, dankte für die wertvolle Arbeit, welche die Mitarbeiter im «Sprungbrett» leisten würden: «Es ist für mich enorm wichtig, dass diesen langzeitarbeitslosen Menschen hier eine Tagesstruktur angeboten wird. Mit der Arbeit steigt auch das Selbstwertgefühl dieser Leute wieder.» (red)

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