Uri
19.05.2017 08:24

Der Islam rückt in den Fokus

  • Gemäss neuem Lehrplan wird das Thema Religionen auf der Primarschul- wie auch auf der Oberstufe ­unterrichtet.
    Gemäss neuem Lehrplan wird das Thema Religionen auf der Primarschul- wie auch auf der Oberstufe ­unterrichtet. | Bild: Florian Arnold (Altdorf 9. Januar 2014)
BILDUNG ⋅ Die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Uri hat die diesjährige Schulpräsidienkonferenz durchgeführt. Die beiden Hauptthemen des Tages waren die Schulaufsicht und Religionen im Schulalltag.

«Bsuech im ... Kreisschulland Urner Oberland»: Unter diesem Titel präsentierten die Schüler der Kreisschule Urner Oberland das Leben an ihrer Schule. Die eindrückliche multimedial-musikalische Show war der heiter-sympathische Auftakt zur diesjährigen Schulpräsidienkonferenz. Diese fand auf Einladung der Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Uri (BKD) am Mittwoch, 17. Mai, in der Aula des Schulhauses in Göschenen statt.

«Das Bildungswesen ist ein komplexes System», sagte Landammann Beat Jörg, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri, zur Begrüssung der rund vierzig Teilnehmer. «Aber gerade weil das Bildungswesen so komplex ist, ist es auch enorm vielfältig, flexibel und entsprechend leistungsfähig.» Es gelte also nicht, die Komplexität des Bildungssystems zu reduzieren, sondern es gehe vielmehr darum, die Komplexität mit geeigneten Instrumenten und Verfahren beherrschbar zu halten.

Religiöse Konflikte im Schulalltag

Ein wesentlicher Teil dieser komplexen Steuerung ist die Schulaufsicht. Diesem Thema widmete sich die Konferenz am Morgen im Rahmen des ersten Schwerpunktthemas «Schulaufsicht auf verschiedenen Ebenen des Bildungssystems». Basierend auf den gesetzlichen Grundlagen, mit Blick auf die gelebte Praxis und anhand konkreter Beispiele setzten sich die Teilnehmer mit den Aufgaben und dem Zusammenspiel der vier Aufsichtsebenen Erziehungsrat, Bildungs- und Kulturdirektion beziehungsweise Amt für Volksschulen, Schulrat und Schulleitung auseinander. Vertieft behandelt wurden einzelne Fragestellungen in einem Podiumsgespräch mit Landammann Beat Jörg, Guido Baumann, Schulleiter von Andermatt, Philippe Dubacher, Schulratspräsident von Seedorf, und David Zurfluh, Mitarbeiter im kantonalen Amt für Volksschulen.

Das zweite Schwerpunktthema der Konferenz: «Religionen im Schulalltag mit Fokus Islam». Religionswissenschafterin Nicole Wagner gab zunächst einen Überblick über Muslime in der Schweiz. Anschliessend referierte sie über religiöse Konflikte im Schulalltag. Anhand konkreter Beispiele diskutierten die Konferenzteilnehmer im Anschluss mögliche Haltungen und Handlungsempfehlungen. Zum Schluss dieses Themenblocks informierte das Amt für Volksschulen über Religionen im Lehrplan 21. Gemäss neuem Lehrplan wird das Thema Religionen sowohl auf der Primarschulstufe (Natur, Mensch, Gesellschaft; NMG) als auch auf der Oberstufe (Ethik, Religionen, Gemeinschaft; ERG) unterrichtet.

Referenzen bei einer Neueinstellung verlangen

Zu Beginn der Konferenz hatte Beat Spitzer, Vorsteher des Amts für Volksschulen, kurz die Einstellung von Lehrpersonen in Uri thematisiert. Aktueller Anlass dafür waren die Missbrauchsvorwürfe im «Fall Jegge». Wie Beat Spitzer informierte, führe die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) eine schwarze Liste mit Lehrpersonen ohne Unterrichtsberechtigung. Bei Neuanstellungen von Lehrern in Uri konsultiert die BKD jeweils diese Liste. Weiter empfahl Beat Spitzer den Schulbehörden, bei jeder Neuanstellung konsequent die Referenzen des vorherigen Ar­beitgebers einzuholen. Darüber hinaus kann der Schulrat von einem Stellenbewerber einen Sonderprivatauszug verlangen. Der Erziehungsrat werde in den kommenden Monaten noch diskutieren, ob künftig bei allen Neuanstellungen von Lehrpersonen in Uri zwingend ein Sonderprivatauszug einzufordern sei, so Beat Spitzer.

Informationen erhielten die Teilnehmer schliesslich noch zum Thema «Integration fremdsprachiger Schüler». Der Erziehungsrat hatte einen entsprechenden Bericht zur Kenntnis genommen und das Amt für Volksschulen mit der Umsetzung der Handlungsempfehlungen beauftragt. Allfällige Änderungen, zumal im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ), werden voraussichtlich auf das Schuljahr 2018/19 hin in Kraft treten.

red

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Christian Constantin hatte in Lugano einen schweren Aussetzer.
SUPER LEAGUE

Nach Attacke auf Fringer: SFL veranlasst Untersuchung gegen Constantin

Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs.
GASTGEWERBE

Einheimische dürfen billiger ins Hotel

Beim Schwanenplatz war um 17.15 Uhr für Autos und Busse kein Vorwärtskommen.
VERKEHR

Kollision im Hirschengraben – Staus in und um Luzern

Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno.
FAHRPLANWECHSEL

SBB suchen den Kompromiss

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch.
SÜDUMFAHRUNG

Plötzlich entsteht ein Acht-Meter-Loch: Tunnelbau gestoppt

Christian Constantin mit grimmigem Blick
SUPER LEAGUE

Constantin geht sogar in die Offensive

Der dichte Verkehr in der Stadt Luzern – hier auf der Seebrücke – sorgt für viel Unzufriedenheit.
STADT LUZERN

Parkhaus-Projekte: «Wir müssen nun gemeinsam nach Lösungen suchen»

Wer übernimmt welches Departement? Das entscheidet der Bundesrat heute. Das neue Mitglied Ignazio Cassis muss bei der Verteilung hinten anstehen. (Archivbild)
BUNDESRATSWAHL

Bundesrat verteilt Departemente

Christian Schwegler während dem Training des FC Luzern am Samstag, 24. Juni 2017.
FUSSBALL

Für FCL-Leader Schwegler ist Pleite bei YB «nicht so dramatisch»

Ueli Amstad und Yvonne von Deschwanden (Mitte) treten im kommenden März nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen an. Othmar Filliger, Alfred Bossard, Res Schmid, Karin Kayser und Josef Niederberger (von links) können bei einer Wiederwahl Mitte 2018 zwei neue Mitglieder in ihren Reihen begrüssen.
NIDWALDEN

Regierungsrat: Kandidaten bringen sich in Stellung

Zur klassischen Ansicht wechseln