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LAUFSPORT

Knieprobleme verursachen erneuten Rückschlag für Jasmin Widmer

Ursprünglich wollte Jasmin Widmer (28) Ende Oktober in Frankfurt ihren ersten Marathon laufen. Nun macht der schnellen Urnerin eine Verletzung am Knie einen Strich durch die Planung.
13.10.2017 | 05:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Der seit längerem geplante Umstieg auf die Marathonstrecke wird für die Langstreckenläuferin Jasmin Widmer immer mehr zur Geduldsprobe. Eigentlich wollte die ehemalige U23-Schweizer-Meisterin dieses Vorhaben bereits 2016 in die Tat umsetzen. Doch aufgrund einer Knieverletzung, die sie sich ausserhalb des Sports bei einem Missgeschick zuzog, musste sie ihr Marathonprojekt hinausschieben.

Immerhin begann die Saison 2017 für die Erstfelderin Erfolg versprechend. Im Februar konnte sie ihr Lauftraining nach einer mehrmonatigen Pause wieder aufnehmen. Zunächst verlief alles plangemäss. Widmer kehrte im April gleich mit einem Paukenschlag auf das Wettkampfparkett zurück. Bei ihrem Comeback, dem GP Fricktal über 10 Meilen, feierte sie einen überlegenen Sieg. Danach folgten weitere vielversprechende Auftritte bei anderen Wettkämpfen.

Höhentrainingslager mit ungutem Ende

Die kampfstarke Urnerin erreichte relativ schnell wieder ein erstaunlich hohes Niveau. Voller Tatendrang und vollmotiviert durch die schnellen Fortschritte begab sich Widmer im Juli in ein Höhentrainingslager ins Oberengadin. «Dort lief zunächst alles rund. Ich konnte meine Wochenpensen kontinuierlich bis auf 175 Kilometer hochschrauben und erstmals auch spezifische Marathoneinheiten einbauen», erklärt die gelernte Hochbauzeichnerin und ergänzt: «Aber gegen Ende des Trainingslagers hatte ich bei einem Tempoausdauerlauf plötzlich ein merkwürdiges Klemmen im rechten Knie, das durch eine im Jahr 2016 gemachte Operation schon vorbelastet war. Das war frustrierend, zumal ich mich zu diesem Zeitpunkt in einer sehr guten Verfassung befand und davon überzeugt war, im Herbst die Limite für die Marathon-EM unterbieten zu können.»

Die Ärzte brauchten lange, um herauszufinden, was mit Widmers rechtem Knie los war. Der Pechvogel zur Diagnose: «Der Meniskus und auch der Knorpel sind unversehrt. Entzündet und stark gereizt ist jener Bereich, wo der Meniskus am Knorpel befestigt ist. Das ist eine ziemlich heikle Stelle, an der operativ nichts gemacht werden kann oder das Risiko eines Eingriffs einfach zu gross ist.»

Widmer blieb schliesslich nichts anderes übrig, als auf jegliche sportliche Tätigkeit zu verzichten und ihr lädiertes Knie zu schonen, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen. Inzwischen zieht sich diese Phase schon mehrere Wochen hin. Die Spitzenläuferin ging sogar längere Zeit an Krücken, um das Gelenk möglichst zu entlasten.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben

Inzwischen hat sich der Zustand von Widmers lädiertem Knie gebessert. Allerdings weiss die mehrfache Urner Rekordhalterin derzeit noch nicht, wie lange sie noch pausieren muss. «Ich hoffe, das Lauftraining im Spätherbst wieder aufnehmen zu können, so könnte ich allenfalls im Frühling 2018 meinen ersten Marathon laufen und auf EM-Limitenjagd gehen. Zudem könnte ich im Winter das eine oder andere Rennen der Schweizer Stadtlaufserie bestreiten.» Die Flinte ins Korn zu werfen und ihren Marathontraum zu begraben, kommt für die ehrgeizige Urschweizerin nicht in Frage. Sie hat in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen, dass sie sich nach Rückschlägen aufrappeln kann und sogar mental gestärkt auf die Wettkampfbühne zurückkehrt.

Um an der EM in Berlin mit dabei zu sein, ist eine Zeit unter 2:40 Stunden gefordert. Ein Wert, der für Widmer bestimmt in Reichweite liegt, wenn sie in Topform ist. Mit persönlichen Bestzeiten von 16:25 Minuten über 5000 Meter und 34:15 Minuten über 10000 Meter bringt die Urnerin das nötige Rüstzeug mit, um auch auf der klassischsten aller Laufdistanzen schnelle Zeiten zu erzielen.

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