Uri
18.05.2017 08:47

Gourmetfischen steht nichts mehr im Weg

  • Die Firma Basis 57 nutzt Bergwasser aus dem Gotthard-Basistunnel der Neat, um in Erstfeld eine Fischzucht zu betreiben.
    Die Firma Basis 57 nutzt Bergwasser aus dem Gotthard-Basistunnel der Neat, um in Erstfeld eine Fischzucht zu betreiben. | Bild: Elias Bricker (Erstfeld, 17. September 2016)
ERSTFELD ⋅ Das Fischzuchtprojekt der Basis 57 blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Nach erhaltener Baubewilligung zeigte sich der Verwaltungsrat an der GV voller Tatendrang.

Das Team der Basis 57 hat Riesiges vor. «Als grösste Fischzucht der Schweiz wollen wir in ferner Zukunft auch über die Landesgrenzen mit unseren Urner Fischen durchstarten», so Andreas Graber. Der neu gewählte Verwaltungsratspräsident fand an der Generalversammlung der Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG vom vergangenen Dienstag klare Worte. Die über 60 erschienenen Personen bewiesen, dass das Erstfelder Grossprojekt auf wachsendes Interesse stösst.

Die Fischzuchtanlage, die unmittelbar neben dem Neat-Portal entsteht, nutzt Drainagewasser aus dem Gotthard. In Zusammenarbeit mit der Hochschule ZHAW Wädenswil testet Basis 57 seit 2015 in ihrer Laboranlage das Bergwasser für die Fischzucht.

«Privileg, mit dem man auch ruhig etwas angeben darf»

Was zurzeit noch im kleinen Rahmen geschieht, soll bald im grossen Stil ablaufen. «Noch in diesem Jahr wird die Zucht von Satzfischen für die Produktion von Zanderfilets bereit sein, sodass man ab 2020 in den Fischzuchtbecken mit 600 Tonnen Speisefisch pro Jahr rechnen darf», erklärte der Geschäftsführer Stefan Baumann. «Ziel ist es, dass wir in Zukunft auch andere europäische Länder mit unseren Satzfischen beliefern können», so Graber. Dabei setze man ganz klar auf Qualität. «Das durch den Gotthard gefilterte Wasser ist ein Privileg, mit dem man auch ruhig etwas angeben darf.»

Urs Aschwanden, der das letzte Mal in seinem Amt als Verwaltungsratspräsident an der GV informierte, blickte auf ein fortschrittliches Geschäftsjahr zurück. Es zeigte sich, dass die Aufzucht der Zander und Trüschen in der Laboranlage ein voller Erfolg war. «Wir konnten in der Testphase bereits 2 Tonnen Fisch verkaufen», so Aschwanden. In die Fussstapfen seines Amtes als Verwaltungsratspräsident wird nun Andreas Graber treten. Das bisherige Verwaltungsratsmitglied wurde dank langjähriger Erfahrung im Basis-57-Unternehmen einstimmig gewählt. «Urs Aschwanden hat tolle Pionierarbeit geleistet, und ich werde sein Vorhaben weiterführen», betonte Graber.

Durch die von Erstfeld erhaltene Baubewilligung für die Satzfischzucht sei ein weiterer Meilenstein erreicht worden. Pia Tresch-Walker, Erstfelder Gemeindepräsidentin, erkennt einen klaren Nutzen aus dem Projekt. «Als Energiestadt Gold liegt uns nachhaltige Wassernutzung natürlich am Herzen», so Tresch-Walker. Zudem schaffe das Grossprojekt auch neue Arbeitsplätze. «Ich freue mich auf jeden Fall auf eine tolle Zusammenarbeit», sagt die Erstfelderin.

Ehemaliger UKB-Direktor unterstützt Verwaltungsrat

Basis 57 zählt mittlerweile über 200 Aktionäre. «Besonders stolz macht uns die Tatsache, dass mehr als drei Viertel davon aus dem Kanton Uri sind», so Urs Aschwanden. Das sei insbesondere darum erfreulich, weil es dem Ziel entspricht, auf Regionalität zu setzen.

Nebst der genehmigten Kapitalaufstockung um 1,012 Millionen Franken standen auch Wahlen im Zentrum. So wurden die Verwaltungsratsmitglieder Remo Baumann, Max Germann, Franz Inderbitzin und Andreas Graber für eine dreijährige Amtsdauer wiedergewählt. Unterstützung bekommt der Verwaltungsrat vom ehemaligen UKB-Direktor Peter Zgraggen, der als fünftes Mitglied den Platz von Urs Aschwanden einnimmt. «Ich will die Erfahrungen und das Know-how meiner ehemaligen Stelle einbringen und freue mich auf eine spannende Zusammenarbeit», so Zgraggen.

 

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

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