Uri
18.05.2017 12:10

Das neue Wahrzeichen von Andermatt ist ein acht Meter hoher Steinkoloss

  • Die Steinskulptur mit dem Namen "Steinmandli" wurde am Donnerstagmorgen auf dem neuen Kreisel vor dem Dorf Andermatt eingeweiht.
    Die Steinskulptur mit dem Namen "Steinmandli" wurde am Donnerstagmorgen auf dem neuen Kreisel vor dem Dorf Andermatt eingeweiht. | Urs Flüeler / Keystone
  • Dieser Granitriese begrüsst neu die Besucher nach Andermatt.
    Dieser Granitriese begrüsst neu die Besucher nach Andermatt. | Urs Flüeler / Keystone
ANDERMATT ⋅ Ein gigantisches Steinmandli aus Granit ziert neuerdings den Kreisel gleich nach der Schöllenen. Dieses Kunstwerk von Ugo Rondinone soll die Entwicklung des Dorfes symbolisieren.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Wer gestern Vormittag mit dem Auto von der Schöllenen Richtung Andermatt fuhr, sah kurz nach dem Urnerloch inmitten des neuen Verkehrskreisels, der sich eingangs des Dorfes befindet, ein riesiges schwarzes Tuch. Wohl so mancher Lenker dürfte beim Warten an der Ampel und beim Passieren des momentan nur halbseitig befahrbaren Kreisels gefragt haben, was sich darunter verbirgt.

Am Mittag wurde das Geheimnis gelüftet, und zwar von Grossinvestor Samih Sawiris höchstpersönlich. Mit einem kräftigen Ziehen an einem Seil fiel das Tuch, und der Blick auf ein 7 Meter hohes und nicht weniger als 20 Tonnen schweres Steinmandli wurde frei. Dieser Enthüllung wohnten rund 150 geladene Gäste bei, darunter viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft.

Vergangenheit mit der Zukunft verbinden

Geschaffen hat die eindrückliche Skulptur, mit der die Andermatt Swiss Alps AG dem Urserntal ein neues Eingangstor und Wahrzeichen beschert hat, der aus Brunnen stammende, aber seit geraumer Zeit in New York lebende Künstler Ugo Rondinone. Das nun in Andermatt platzierte Kunstwerk stammt aus dem Zyklus «Human Nature».

An der gestrigen Einweihung war Rondinone nicht persönlich anwesend, weil er zurzeit in San Francisco mit dem Aufbau einer Einzelausstellung beschäftigt ist. Er liess jedoch eine Nachricht verlesen, die unter anderem folgenden Wortlaut beinhaltete: «Steine sind die Knochen der Erde. Als Symbol ist Stein ein historisches Gefäss, das Stabilität, Kraft, Zeit, Erinnerung und Wurzeln repräsentiert. Die Steinfigur ist die archetypischste Darstellung der menschlichen Gestalt, zeitlos und universell.» Sie sei ein Symbol, das über kulturelle Grenzen hinausreicht und generationsübergreifend wirkt. Der Stein sei grob in sechs Blöcke geschnitten und übereinander gestapelt worden, um so die menschliche Figur zu bilden. «Das Steinmandli steht als Portal vor der Weite der Natur, durch die wir uns in einen Zustand der Ruhe und Erdung von Energie transportieren können und wo wir unsere Vergangenheit mit der Zukunft verbinden. Es ist ein Tor zum Süden und auch ein Tor zu den Alpen.»

Rondinone verlieh in seinem Schreiben der Hoffnung Ausdruck, «dass die Einwohner von Andermatt das Steinmandli bald in ihre Herzen schliessen werden». Investor Sawiris dankte er für dessen Enthusiasmus und die Bereitschaft, das Projekt zügig voranzutreiben.

«Skulptur passt ausgezeichnet»

Sawiris gab die Blumen zurück. Er lobte die Arbeit des Künstlers und zeigte sich hoch erfreut über das neue Wahrzeichen: «Die Skulptur passt ausgezeichnet an diesen Platz. Das Steinmandli begrüsst Reisende, Gäste und Einheimische gleichermassen und symbolisiert auf ideale Art die Verbindung zwischen Alt und Neu sowie zwischen nah und fern.» Andermatt demonstriere mit der neuen Skulptur am Eingang zum Ort, zum Tal und zum Ferienresort zugleich Lokalverbundenheit und Weltoffenheit.

Auf die Idee, ein Kunstwerk von Rondinone ins Urserntal zu holen, kam Sawiris bei einem Besuch in New York: «Vor dem Rockefeller-Center standen sechs dieser Figuren. Sie waren derart beeindruckend und stark, dass ich sie nie mehr vergessen habe.» Er habe sich dann näher mit dem Künstler befasst. Als der neue Kreisel spruchreif wurde, sei für Sawiris klar gewesen, dass eine solche Figur bestens hierher passt. «Das ist ein tolles Willkommenszeichen.» Ob jetzt Andermatt noch mit mehr Kunst im öffentlichen Raum rechnen darf, liess Sawiris offen. Dazu sagte er: «Wir haben diesbezüglich kein eigentliches Konzept. Wenn es sich ergibt, dann machen wir es. Auf der Piazza beim Radisson-Hotel wird wahrscheinlich auch ein Kunstwerk notwendig sein.»

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  • Ein «Steinmandli» im Kreisel als Wahrzeichen für Andermatt

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