Uri
12.10.2017 19:27

Jetzt gibt es eine Nachjagd

  • Zirka fünfzig weibliche Tiere müssen noch erlegt werden.
    Zirka fünfzig weibliche Tiere müssen noch erlegt werden. | Bild: Tony Gnos (Schächental, 2017)
KANTON URI ⋅ Die Urner Jäger haben auf der diesjährigen Hochwildjagd zwar mehr Hirsche geschossen als im Vorjahr. Dennoch wurden die Vorgaben der kantonalen Jagdplanung nicht überall erreicht.

Während der diesjährigen Hochwildjagd Anfang September wurden im Kanton Uri insgesamt 283 Hirsche erlegt – 120 Stiere, 50 Spiesser, 49 Kühe, 51 Schmal­tiere und 13 Kälber. Diese Abschusszahl ist um 32 Tiere respektive 13 Prozent höher als 2016. So wurden im vergangenen Jahr 251 Tiere erlegt. Die Richtzahl von 149 weiblichen Tieren wurde aber erst zu rund drei Vierteln erreicht. Da die Bestandsregulierung neben der Anzahl der erlegten Hirsche insbesondere mit dem Abschuss weiblicher Tiere geschieht, ist in drei Hirschregionen noch eine Nachjagd erforderlich, bei der insgesamt noch knapp 50 weibliche Hirsche geschossen werden sollen.

Kanton will Schäden im Wald verhindern

Aufgrund der Bestandsentwicklungen und der festgestellten Wildschäden erstellt der Kanton Uri jedes Jahr eine Jagdplanung für das Hirschwild. Dabei wird der Kanton in vier sogenannte Hirschregionen unterteilt. Für jede Region wird dabei festgelegt, wie viele Hirsche geschossen werden sollen. Werden auf der ordentlichen Hochwildjagd die definierten Sollzahlen pro Region nicht erreicht, findet eine Nachjagd statt. Durch diese Massnahme soll den Schäden in Schutzwäldern und Landwirtschaft Einhalt geboten werden. Mit der Hirschregulation sollen auch grösseres Wintersterben der Hirsche im viel kleineren Winterlebensraum vermieden werden.

Die Nachjagd wird jeweils im November durchgeführt, weil die Hirsche dann mehrheitlich in den Wintereinständen sind, wo sie die meisten Schäden verursachen und einfacher bejagt werden können. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese Art von Nachjagd recht erfolgreich ist. In wenigen Tagen können die Ziele vielfach erreicht werden. «Diese nur kurze Störung der Wildbestände ist wildökologisch wertvoll», schreibt das Amt für Forst und Jagd in der gestern veröffentlichten Medienmitteilung.

Die diesjährige Nachjagd darf frühestens am Samstag, 4. November, beginnen und soll, falls dies noch nötig sein wird, am nachfolgenden Mittwoch und Samstag weitergehen. Der Nachjagdbeginn kann für jede Region separat definiert werden, nämlich dann, wenn sich eine erhebliche Anzahl Hirsche effektiv in den tieferliegenden Wintereinstandsgebieten befindet.

Im Urserntal gibt es keine Nachjagd

Am meisten Tiere müssen noch in der Hirschregion 3 (Erstfeld bis Göschenen) erlegt werden. Das zusätzliche Soll liegt bei 39 weiblichen Hirschen. Denn in dieser Region wurden auf der ordentlichen Jagd zwar beinahe 100 Hirsche erlegt. Doch die Jäger schossen mehrheitlich männliche Hirschtiere.

In der Region 1 (Seelisberg bis Attinghausen) erzielten die Jäger zwar ein gutes Geschlechterverhältnis. Mehr als die Hälfte der erlegten Hirsche waren Weibchen. Doch mit total 45 Hirschen schossen die Jäger sieben Tiere zu wenig, sodass nun eine Nachjagd stattfindet.

In der Region 2 wurde das Ziel des Gesamtabschusses (94 Abschüsse) sowie das Ziel des Abschusses von weiblichen Tieren (45 Abschüsse) übertroffen. Gleichzeitig ergab sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Hirschtieren. Daher gibt es keine eigentliche Nachjagd in dieser Region. Einzig in der Gemeinde Sisikon sollen noch drei weibliche Hirsche erlegt werden.

In Urseren (Region 4) wurden total 48 Hirsche geschossen. Das Ziel des Gesamtabschusses (38 Abschüsse) und das Ziel des Abschusses von weiblichen Tieren (16 Abschüsse) wurden übertroffen. Demzufolge findet im Urserntal für einmal keine Nachjagd mehr statt.

Banngebiete werden partiell geöffnet

Für diese Hirschnachjagd werden auch die tieferliegenden Randgebiete im Wald der eidgenössischen Jagdbanngebiete Urirotstock und Fellital für die Jagd geöffnet. Die Kernbereiche der eidgenössischen Jagdbanngebiete bleiben wie die kantonalen Jagdbanngebiete für die Hirschnachjagd geschlossen.

Hinweis: Die Nachjagd kann je nach Region verschieden sein und wird am Tag vor dem Nachjagdbeginn bekanntgegeben – und zwar unter der Telefon 1600 (Rubrik 1) und im Internet unter www.ur.ch. Frühester Jagdbeginn ist der 4. November.

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