Uri
17.05.2017 07:44

Massnahmen senken Hochwasserrisiko

  • Die Kirchwegbrücke wurde im Rahmen des Hochwasserschutzes komplett neu erstellt. Gestern wurde der Abschluss der Arbeiten gefeiert.
    Die Kirchwegbrücke wurde im Rahmen des Hochwasserschutzes komplett neu erstellt. Gestern wurde der Abschluss der Arbeiten gefeiert. | Bild: Urs Hanhart (Sisikon, 16. Mai 2017)
SISIKON ⋅ Die Baudirektion hat in den vergangenen Monaten den Hochwasserschutz am Riemenstaldnerbach verbessert. Die Kirchwegbrücke ist komplett neu erstellt worden.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Gestern Nachmittag versammelten sich der gesamte Sisiger Gemeinderat und auch ein Teil des Kirchenrats bei Bilderbuchwetter auf dem Platz vor dem Gemeindehaus, um ein kleines Fest abzuhalten. Es gab auch einen triftigen Grund dafür: Gefeiert wurde nämlich die Fertigstellung der Kirchwegbrücke über den Riemenstaldnerbach. «Mit dem Ersatzneubau ist ein weiterer wichtiger Meilenstein im Gesamtprojekt Hochwasserschutz Sisikon erreicht», freute sich Kantonsingenieur Stefan Flury. «Auch bei schlechtem Wetter stellt diese Brücke jetzt keinen Gefahrenherd mehr dar.»

In den Ersatzneubau sowie weitere Massnahmen oberhalb des Dorfes wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 1,5 Millionen Franken investiert. Der Bund unterstützte das Hochwasserschutzprojekt mit namhaften Beiträgen. Auch die Gemeinde Sisikon als Eigentümerin leistete einen Beitrag an die Kosten des Ersatzneubaus. Zudem gab es auch noch einen finanziellen Zustupf vom Kirchenrat.

Bach bringt bei einem Ereignis weniger Geschiebe

Projektleiter Herbert Duss vom Amt für Tiefbau, Abteilung Wasserbau, wies darauf hin, dass oberhalb des Dorfes im Gebiet Binzenegg sowie bei den Ägerliquellen diverse Verbauungen in Stand gestellt worden seien.

Zudem ist im Gebiet Rüti eine Uferrutschung mit einer Holzverbauung stabilisiert worden. «Diese Massnahmen tragen dazu bei, dass der Riemenstaldnerbach in einem Ereignisfall weniger Geschiebe ins Dorf Sisikon bringt», so Duss.

Auf dem Weg in den Urnersee muss das Wasser des Riemenstaldnerbaches vier Brücken passieren. Bei dreien sind ergänzende Massnahmen getroffen worden, um für den Überlastfall gewappnet zu sein. Zur gestern eingeweihten Ersatzneubau­brücke sagte Duss: «Sie weist einen grösseren Durchfluss auf und wurde in der Gestaltung an die Bedürfnisse des Hochwasserschutzes angepasst.» Im Überlastfall würden seitliche mobile Elemente ein Überfliessen der Brücke ermöglichen. «Das Risiko von Überschwemmungen im Dorf kann mit diesen Massnahmen stark reduziert werden», gab sich Duss überzeugt.

Die Brücke ist 2,55 Meter breit und für maximal 18 Tonnen ausgelegt. Zudem ist die Betonkonstruktion abgedichtet gegen Salzwasser, sodass sie die nächsten 50 Jahre ohne grossen Unterhalt überstehen sollte. Die Geländer sind demontierbar, damit bei einem Hochwasser die Brückenplatte überschwemmt werden kann. Die Durchflusshöhe ist um 60 Zentimeter auf nunmehr 3,20 Meter erhöht worden.

Abegg: «Musterbeispiel für gute Zusammenarbeit»

Gemeindepräsident Timotheus Abegg dankte allen Anwohnern für das während des Baus der Brücke gezeigte Verständnis. Sie hätten trotz beträchtlicher Emissionen viel Goodwill gegenüber diesem Neubauprojekt bewiesen. Abegg lobte die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Baudirektion in den höchsten Tönen: «Wir haben gemeinsam ein sehr gutes Resultat erreicht. Dieses Projekt ist ein Musterbeispiel für eine tadellose Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kanton.» Es wäre schön, wenn das immer so gut funktionieren würde, so Abegg.

Schweizweit einzigartige Konstruktion wird gebaut

Als letzte Hochwasserschutzmassnahme am Riemenstaldnerbach sind im kommenden Jahr die Anpassungen auf den Gleisen im Bereich der SBB-Brücke vorgesehen. Das entsprechende Projekt soll in diesem Jahr ausgearbeitet und anschliessend im Herbst 2018 realisiert werden.

Geplant ist eine schweizweit einzigartige Konstruktion mit umklappbaren Lärmschutzwänden, die im Ereignisfall als Hochwasserschutzwände verwendet werden können. Eine Vergrösserung des Durchlasses bei der SBB-Brücke wäre technisch und von den Kosten her zu aufwendig.

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