Uri
19.05.2017 05:00

Präsidentensuche wird bei den Katholiken zur Knacknuss

  • Hans Gisler, Attinghausen, leitete am Donnerstag letztmals die Sitzung des Grossen Landeskirchenrats. (© Bild: Markus Zwyssig (18. Mai 2017))
    Hans Gisler, Attinghausen, leitete am Donnerstag letztmals die Sitzung des Grossen Landeskirchenrats. | Bild: Markus Zwyssig (18. Mai 2017)
LANDESKIRCHE ⋅ Der Grosse Landeskirchenrat unterstützt eine Verlängerung der Seelsorge an der Mittelschule Uri, die ausgebaut werden soll. Unmut zu spüren war rund um die Bischofssituation in Chur.

Die Zeit drängt. Im Grossen Landeskirchenrat braucht es einen neuen Präsidenten und Vizepräsidenten. Zudem ist die Stelle des Präsidenten der Finanzkommission neu zu besetzen. Hans Gisler, Präsident des Grossen Landeskirchenrats, gab sich gestern im Altdorfer Landratssaal jedoch zuversichtlich: Er habe die Kraft des heiligen Geistes angerufen – und in seiner Hoffnung verteilte er grüne Karten.

Am 7. Juni startet die neue Legislatur. Gisler hat seinen Rücktritt erklärt. Auch Vizepräsident Hermann Epp stellt sich nicht mehr zur Verfügung, da er inzwischen Gemeindepräsident von Silenen geworden ist. Der Altdorfer Erwin Inderbitzin, Präsident der Finanzkommission, tritt auch zurück.

Neun Vorschläge liegen nun auf dem Tisch

Hans Gislers Idee, mit der Hilfe von oben war offensichtlich nicht so schlecht. Nach zwanzig Minuten Pause, welche die Ratsmitglieder an der gestrigen Sitzung im Landratssaal in Altdorf für Gespräche nutzten, konnte der Präsident neun Vorschläge präsentieren: Paul Bennet, Andermatt; Petra Bissig, Bürglen; Ursula Ditti, Schattdorf; Damian Fry, Hospental; Heidi Jauch, Erstfeld; Priska Loretz, Bristen; Petra Merenda, Schattdorf; Pirmin Walker, Altdorf; Reinhard Walker, Gurtnellen Wiler.

Wie Hans Gisler und Gunthard Orglmeister, Präsident des kleinen Landeskirchenrats, gegenüber unserer Zeitung betonten, werde man nun mit den genannten Personen das Gespräch suchen. Klar ist bereits, dass für das Präsidium nur eine Person in Frage kommt, die bereits heute im Grossen Landeskirchenrat sitzt. «Es ist wichtig, dass eine Präsidentin oder ein Präsident über Erfahrung im Rat verfügt», erklärte Orglmeister. Der Kreis der potenziellen Kandidaten wird nun aber kleiner, da von den 40 Mitgliedern im Grossen Landeskirchenrat nur 25 Personen in der kommenden Legislatur noch dabei sind.

Die traktandierten Geschäfte hingegen waren an der gestrigen Sitzung unbestritten und wurden alle einstimmig gutgeheissen. Verwalterin Annarös Walker, Flüelen, konnte eine Jahresrechnung für das vergangene Jahr vorlegen, die positiv abschliesst. Bei einem Aufwand von rund 1,23 Millionen Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 17000 Franken (siehe unsere Zeitung vom 13. Mai).

Erwin Inderbitzin, Präsident der Finanzkommission, freute sich über die Zahlen, die besser ausgefallen sind als budgetiert. Er machte darauf aufmerksam, dass der Felix-und-Regula-Fonds wenig beansprucht wird. Inder­bitzin ermunterte, vermehrt Gesuche aus dem Bereich kirchliche Jugendarbeit einzureichen – beispielsweise für die Unterstützung eines Ministrantenausflugs oder eines Firmfests.

Seelsorge an Mittelschule soll ausgebaut werden

Um ein Jahr verlängert wird die Seelsorge an der Mittelschule Uri. Über viele Jahre sei es schwierig gewesen, am Kollegi Fuss zu fassen, sagte Orglmeister. Vor allem mit dem neuen Rektor – der einst als reformierter Pfarrer tätig war – sei es einfacher geworden, auf die Schüler zuzugehen. 25 Prozent der Schüler der ersten Klassen könne man inzwischen erreichen. Ziel sei es, das Angebot weiterzuführen und auszubauen. «Durch die Verlängerung erhalten wir Gelegenheit, Anpassungen für die Zukunft anzugehen.» Auch die evangelisch-reformierte Landeskirche Uri zieht mit. Deren Präsidentin, Felicitas Schweizer, zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit.

In der Fremdsprachenseelsorge setzen die Landeskirchen weiterhin auf Zusammenarbeit. So wurde die Vereinbarung zur Finanzierung der regional geführten Missionen der Migrantenseelsorge der römisch-katholischen Kirche des Kantons Luzern gutgeheissen.

Der Churer Bischof Huonder bleibt zwar noch zwei Jahre im Amt. Trotzdem beginnt jetzt bereits die Suche nach einem Nachfolger. Der päpstliche Nunzius sei bereit, Vorschläge für die Nachfolge entgegenzunehmen, sagte Orglmeister. Die Wahl und das Prozedere erfolgten genau nach dem Kirchenrecht. Die Landeskirchen könnten sich nicht an der Wahl beteiligen. Der Nunzius sei einzig bereit, von Einzelpersonen begründete Vorschläge entgegenzunehmen.

Anders hätte sich das Karl Mattli, Göschenen, gewünscht. Ein Vorschlag aus der Landeskirche würde mehr Gewicht haben, glaubt er. Ausserdem machte er seinem Unmut über die jetzige Bischofssituation Luft. Chur hätte einen Kaktus verdient: «Es kann nur besser werden.»

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis: Die erste Sitzung der neuen Legislatur des Grossen Landeskirchenrats findet am 7. Juni statt.

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