Uri
19.05.2017 08:06

Seedorf kann Fusionsprojekt starten

  • Gemeindepräsident Max Aschwanden (links) würdigte die Verdienste des per Ende Mai aus dem Amt scheidenden Gemeindevizepräsidenten Werner Jauch.
    Gemeindepräsident Max Aschwanden (links) würdigte die Verdienste des per Ende Mai aus dem Amt scheidenden Gemeindevizepräsidenten Werner Jauch. | Bild: Bruno Arnold (Seedorf, 18. Mai 2017)
GEMEINDEVERSAMMLUNG ⋅ Die Fusion mit der Gemeinde Bauen und mehrere Finanzgeschäfte standen im Zentrum der gestrigen Gemeindeversammlung. Werner Jauch tritt Ende Mai als Gemeinderat zurück.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Der Gemeinderat Bauen ist vor einiger Zeit mit einem Gesuch zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen an die Gemeinde Seedorf gelangt. Inzwischen hat ein erstes Treffen zwischen den beiden Räten stattgefunden. «Offizielle Verhandlungen sind aber bisher noch nicht geführt worden», betonte Gemeindepräsident Max Aschwanden an der gestrigen Gemeindeversammlung in Seedorf. Der Gemeinderat Seedorf sei aber bereit, eine Fusion im Detail zu prüfen.

Seit gestern hat der Gemeinderat grünes Licht für die detaillierte Prüfung des Gesuchs. Die Seedorfer erteilten dem Gemeinderat einstimmig und ohne Wortmeldung ein offizielles Mandat. Der Gemeinderat Bauen seinerseits verfügt seit November 2016 über die Zustimmung der Bevölkerung zu Verhandlungen mit Seedorf. In der nächsten Phase geht es gemäss Aschwanden nun darum, Entscheidungsgrundlagen zu erarbeiten sowie weitere Abklärungen zu treffen. Den abschliessenden Entscheid über eine Fusion müssten die Stimmbürger der beiden Gemeinden an der Urne fällen.

Auch die Rechnung 2016 fällt sehr positiv aus

Oppositionslos genehmigt wurde die Erfolgsrechnung 2016 der Einwohnergemeinde Seedorf. Bei einem Ertrag von 6,185 Millionen Franken resultierten Mehreinnahmen von 17000 statt der budgetierten 9000 Franken. Das operative Ergebnis schloss mit +195000 Franken um 277000 Franken über Budget ab. Das gute Ergebnis erlaubte zusätzliche Abschreibungen auf dem neu erworbenen Tanklöschfahrzeug (173000 Franken), dem Primarschulhaus (929000 Franken) sowie der Überarbeitung der Nutzungsplanung (24000 Franken). Dieser Abschreibungsaufwand konnte durch diverse Entnahmen aus gebildeten Vorfinanzierungen reduziert werden.

Hauptverantwortlich für das bessere Resultat waren Mehreinnahmen aus dem Ressourcen- und Bevölkerungslastenausgleich. Auch die Beiträge an den Betrieb der Kreisschule Seedorf sowie im Gesundheits- und Sozialbereich sind tiefer ausgefallen als budgetiert.

Einstimmig Ja sagten die 71 stimmberechtigten Versammlungsteilnehmer auch zum Kredit von 65000 Franken für eine Wegbeleuchtung entlang der ­A-Pro- und der Grossried- strasse sowie des Klosterwegs aus. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen in dieser Gegend keine Beleuchtungen. Bis im Herbst sollen sechs Solarleuchten installiert werden.

Ja zu 100000 Franken für die Rollhockeyhalle

Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde der beantragte Gemeindebeitrag von 100000 Franken an die 700000 Franken teure Sanierung und Erweiterung der Rollhockeyhalle des RHC Uri gesprochen. Das Projekt sieht in erster Linie Investitionen in den Bereichen sanitäre Anlagen, Beleuchtung/Elektroanlagen, Kücheninfrastrukturen, Audio- und IT-Installationen sowie in einen Anbau für die Materiallagerung vor. Nach der Realisierung des Projekts werden sowohl für den Trainings- und Spielbetrieb des RHC Uri als auch für die Drittnutzung der Halle – etwa für grosse Versammlungen, Bankette, Firmenjubiläen, Ausstellungen et cetera – verbesserte Anlagen zur Verfügung stehen. Die Halle wurde 2003 vom RHC Uri ohne Beitrag der Gemeinde realisiert. Der Gemeinderat hat sich bisher im Bereich des Unterhalts und der ideellen Unterstützung des Vereins engagiert. Der RHC selber beteiligt sich mit Leistungen im Wert von 150000 Franken.

Der Gemeinderat hat den Konzessionsvertrag der Gemeinde mit dem EWA per 1. Oktober 2017 genehmigt. Damit wird dem Unternehmen das Recht erteilt, weiterhin Verteilanlagen und Stromleitungen im und auf öffentlichem Grund und Boden zu erstellen. An der Versammlung wurde einer leichte Reduktion der Abgabesätze zugestimmt.

Zwei neue Gemeindebürger und Ja zu Entlassungsgesuch

Das aus Sri Lanka stammende Ehepaar Yogaranthinam und Vasuki Vasantharaja erhielt das Gemeindebürgerrecht von Seedorf.

Genehmigt wurde das Amtsentlassungsgesuch von Gemeindevizepräsident Werner Jauch per Ende Mai. Mitglied Anton Stadelmann ist bereit, dieses Amt zu übernehmen. Als neuen Gemeinderat schlagen die Ortsparteien Daniel Gisler (SVP) vor. Die Gemeinderatswahlen finden am 24. September an der Urne statt.

Nutzungsplanung wird im Herbst vorgelegt

An der Gemeindeversammlung wurden auch Informationen zu diversen Projekten abgegeben.

Nutzungsplanung. Die Gesamtrevision der Nutzungsplanung sowie die überarbeitete Bau- und Zonenordnung werden an der offenen Dorfgemeinde vom 9. November zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Grund für die Verschiebung: Während der Auflagefrist sind die Emil Gisler AG und die Gipo AG mit einem Einzonungsbegehren für eine Erweiterung der Gewerbezone an den Gemeinderat gelangt. Nach Rücksprache mit den kantonalen Fachstellen hat der Gemeinderat beschlossen, diese Erweiterung noch in die laufende Revision der Nutzungsplanung miteinzubeziehen, da diese im Siedlungsleitbild bereits vorgesehen ist.

Reservoir Bocktritt 2. Dieses ist Ende April in Betrieb genommen werden. Der bewilligte Kredit von 1,4 Millionen Franken dürfte – trotz Mehrkosten von rund 90000 Franken bei der Beschichtung der Kammerinnenwände aus Beton – um rund 200000 Franken unterschritten werden – auch dank Spenden der Patenschaft für Berggemeinden in der Höhe von rund 90000 Franken. Am 19. August ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Strassenbeleuchtung. Die meisten Strassenbeleuchtungen in Seedorf sind noch mit alten Quecksilberleuchten ausgestattet. Diese werden nun etappenweise durch neue LED-Leuchten ersetzt. 2016 wurde die erste Etappe in den Quartieren Ried, A-Pro-Strasse, Obere Bodenwaldstrasse und Grund realisiert. 2017 werden die Leuchten in den Quartieren Wydenmatt, Weid­strasse und Rüttiweg ersetzt.

Strassen. Ab Montag, 22. Mai, wird auf der Gitschentalstrasse die neue Deckschicht aufgetragen. Die Strasse wird deshalb während drei Tagen jeweils von 5 bis 19 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Sanierung der Kantonsstrasse durch das Dorf wird nicht vor 2020 erfolgen.

A2-Sanierung. Verschiedene Einsprachen haben zu einer massiven Verzögerung respektive Verschiebung des A2-Erhaltungsprojekts auf dem Abschnitt vom Seerestaurant Seedorf bis zur Einfahrt in den Seelisbergtunnel geführt. Umwelttechnisch sehr bedenklich ist die Situation im Bereich der Viaduktentwässerung. Die Abflussrohre führen direkt in die Bäche unter der A2 und danach in den See. Die Bauarbeiten für das Erhaltungsprojekt würden zirka drei Jahre dauern. Die Baubewilligungen sind noch rechtskräftig. Nach Abschluss aller Arbeiten könnte der Installationsplatz Wyerallmend zurückgebaut werden. Der Gemeinderat ist deshalb mit einem Schreiben an das Bundesamt für Strassen gelangt, um das Projekt wieder zu aktivieren. (bar)

 

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