Zug
16.07.2017 04:38

Arbeiten während der Ferien

  • Die 16-jährige Kantonsschülerin Charlotte Brügger ist eine der 50 Ferienjobbern bei V-Zug. (© Bild: Maria Schmid (Zug, 13. Juli 2017))
    Die 16-jährige Kantonsschülerin Charlotte Brügger ist eine der 50 Ferienjobbern bei V-Zug. | Bild: Maria Schmid (Zug, 13. Juli 2017)
FERIENJOBS ⋅ Die Zeit der Sommerferien ist für viele Schüler auch die Zeit, eigenes Geld zu verdienen. Beim Unternehmen V-Zug beispielsweise sind dieses Jahr 50 Jugendliche im Einsatz.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Vor Ferienbeginn hat Gymnasiallehrer Andreas Pfister seine Schüler an der Kantonsschule Zug gefragt, wie viele von ihnen diese Sommerferien einen Ferienjob machen und in welchen Berufen. «Es war alles Mögliche dabei», sagt Pfister. Grundsätzlich seien es eher einfachere Tätigkeiten. Im Normalfall würden rund ein Drittel bis die Hälfte der Schüler einen Teil der Sommerferien mit einem Ferienjob verbringen. «Meistens sind es Schüler, welche die obligatorische Schulzeit hinter sich haben.» Was er beobachte und relativ interessant finde, sei, dass es oft Schüler aus eher gebildetem Elternhaus seien, die einen Ferienjob annehmen. «Ich denke, dass die Eltern damit bewusst fördern wollen, dass ihre Kinder lernen, dass sie sich ihr Geld selber erarbeiten müssen.» Auch an der Kantonsschule selbst gibt es traditionell Ferienjobs. Etliche Schülerinnen und Schüler können gegen Entlöhnung die Räumlichkeiten putzen.

Urs Brütsch, Leiter des Amtes für Berufsberatung des Kantons Zug, ist ebenfalls Fan der Ferienjobs. «Sie sind für Unternehmen und für die Jugendlichen gut.» Denn im Gegensatz zur Schnupperlehre würden die Jugendlichen etwas verdienen und dementsprechend auch Verantwortung bekommen. «Ich wünsche mir, dass die Unternehmen noch mehr von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und sich fragen: ‹Wo habe ich noch eine Möglichkeit, einen Ferienjob zu schaffen?›», sagt Brütsch. Immer wieder würde das Amt für Berufsberatung von interessierten Jugendlichen bezüglich offenen Stellen angefragt. «Wir schicken ihnen dann eine Liste mit Anbietenden und Suchseiten zu. Mehr Service bieten wir in diesem Bereich nicht», sagt Brütsch.

50 Ferienjobber im Betrieb

Einer der Ferienjobanbieter im Kanton Zug ist die V-Zug AG. «Dieses Jahr haben wir 50 Ferienjobs», sagt Christian Roth, Leiter Personalentwicklung. Schon seit je biete das Unternehmen solche an. Die Anzahl variiere jährlich. «Es kommt darauf an, in welcher Abteilung geeignete Arbeit vorhanden ist und ob eine gute Betreuung gewährleistet ist.» Dieses Jahr seien die Jugendlichen in den Bereichen Spedition, Wareneingang, Ersatzteillager, Entwicklungsdepartement, Administration, Kundendienst und in der Qualitätsabteilung tätig. «Wir machen immer sehr gute Erfahrungen mit unseren motivierten ‹Ferienjöblern› – schliesslich sind sie freiwillig bei uns und möchten etwas lernen und Erfahrungen sammeln», so Roth. Gerade für Schüler, die sich in der Berufswahl befinden, sei ein solcher Einsatz gleichzeitig eine Art Schnupperlehre. Die Entlöhnung der Ferienjobs richte sich nach Alter und Erfahrung. Mehr ins Detail geht er nicht. Auch Roche Diagnostics in Rotkreuz bietet Ferienjobs an. Jedoch bei weitem nicht alle Grossunternehmen machen das. Die UBS etwa bietet im Kanton Zug keine an.

Wer einen Ferienjob sucht, findet diesen beispielsweise über www.ferienjobs.ch . Für Zug ist nur noch eine Stelle aufgeschaltet – und mittlerweile bereits vergeben. Die Asvito AG hat jemand für «diverse Arbeiten im Office, Lager und zur Mithilfe bei Aufräumarbeiten» gesucht. «Die Nachfrage war gross. Der Kantonsschüler, der die Stelle nun hat, ist bis Anfang August bei uns», sagt Roberto Carollo, der Managing Director. Ihm sei wichtig gewesen, dass die Person nicht zu sehr aufs Geld fixiert ist. «Wir zahlen 15 Franken pro Stunde und erfüllen alle Richtlinien.» Jemand, der bei ihnen einen Ferienjob wolle, müsse aber vor allem Interesse am Tätigkeitsbereich des Unternehmens, dem Energiebereich, haben.

Beliebt sind auch die Ferienjobs in der Badi. Im Seebad Seeliken in Zug sind derzeit drei Kantonsschüler im Einsatz. Viele der Ferienjobber kämen jährlich wieder und würden dann auch selbst zukünftige Ferienjobber, etwa den kleinen Bruder mitbringen, heisst es von Seiten der Badi.

Ein kleines Sackgeld, Kost und Logis

Wer Lust auf Ferien auf dem Bauernhof hat, kann sich an Agriviva wenden. Die Organisation vermittelt Jugendliche an Bauernfamilien. Für ihren Ferienjob dort erhalten sie Kost und Logis und ein kleines Sackgeld zwischen 12 und 20 Franken. «Im Jahr 2016 nahmen 20 Jugendliche aus dem Kanton Zug teil, und 10 Bauernfamilien aus dem Kanton Zug boten Plätze auf ihrem Hof an», sagt Ueli Bracher, Agriviva Geschäftsleiter. Dieses Jahr seien es etwa gleich viele.

Meist gelesene Artikel

Vier der 56 reichsten Zentralschweizer (im Uhrzeigersinn): Sergio Marchionne (Ferrari und Fiat; oben links), Ex-Novartis-CEO Daniel Vasella, Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel), Hans-Peter Strebel (EVZ). (© Bilder (Keystone, Reger Grütter, Keystone, Dominik Wunderli))
RANKING

Das sind die reichsten Zentralschweizer

Am Samstag erreicht die Schweiz eine Kaltfront, die Schnee mit sich bringt. (© Symbolbild: Luzerner Zeitung)
WETTER

Schneeflocken fallen bis auf 700 Meter

Das bunte Strassenbild vor dem Luzerner Theater (© Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. September 2017))
STADT LUZERN

Strassenbild: Theater reagiert auf Rutschgefahr

Es hat auch den Anhänger erwischt. (© Bild: PD)
LUZERN

In Aesch kommt ein Lastwagen ins Schlingern und kippt auf die Seite

Designentwurf für den Bombardier Fernverkehr-Doppelstockzug (© Keystone)
BAHN

Bombardier-Doppelstöcker erneut mangelhaft

Ein strahlender Simon Ammann (Archivaufnahme) (© KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
SKISPRINGEN

Ammann jubelt

Das neue Asylzentrum wurde am Freitagnachmittag feierlich eröffnet. (© Bild: Nadia Schärli (Kriens, 24. November 2017))
ASYL

Neues Zuhause für Minderjährige

BAAR

Eltern beklagen sich über Religionslehrer

Obszöne Gesten und Arbeitsverweigerung: Manche Schüler sind in der Regelschule untragbar. (© Symbolbild: Getty)
STÖREFRIEDE

Robin und 150 andere Schüler machen Lehrern das Leben schwer

Ein Junglenker verursachte in Ennetmoos einen Selbstunfall – blieb jedoch unverletzt. (Symbolbild) (© Symbolbild: Adrian Venetz)
AMSTEG/SILENEN

Autofahrer erfasst 11-jährigen Knaben auf Fussgängerstreifen

Zur klassischen Ansicht wechseln