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RISCH

Der Wunsch nach Freiraum

In der Gemeinde hat es zwei Cliquenräume für Jugendliche. Dies sei zu wenig, findet ein Jungpolitiker. Der Gemeinderat hat indes eine Arbeitsgruppe gebildet.
13.01.2018 | 08:33

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Räume, wo sich Jugendliche frei bewegen können, unter sich und ungestört sind, werden unter dem Begriff «Cliquenräume» zusammengefasst. Etwa in den Gemeinden Cham und Baar werden solche klassischen Cliquenräume den Jugendlichen zur Verfügung gestellt. In der Gemeinde Risch sind im Zentrum Dorfmatt zwei teilautonome Räume in den Zivilschutz­anlagen verfügbar. Dies sei zu wenig, findet Konradin Franzini (19) aus Rotkreuz, Co-Präsident Junge Alternative Zug, und sagt: «Wie ich am letztjährigen Jugendpolittag mitbekommen ha­be, fehlt es in der Gemeinde Risch an Räumen, in welchen sich die Jugendlichen frei aufhalten können.» Der zuständige Gemeinderat Roland Zerr (FDP), Vorsteher Soziales/Gesundheit, bestätigt: «Es trifft zu, dass wir in der Gemeinde Risch auf den ersten Blick wenig Jugendräume verfügbar haben. Der Grund liegt darin, dass wir infolge Nutzungskonflikten und mehr noch aus feuerpolizeilichen Gründen einige der seinerzeit neun verfügbaren Räume aufgeben mussten.»

Momentan zeige sich deshalb folgendes Problem: «Die Jugendlichen werden immer wieder von der Securitas von öffentlichen Orten wie beispielsweise dem Schulareal weggeschickt, wenn sie sich dort an den Wochenenden am Abend aufhalten», weiss Konradin Franzini. Er denkt dabei an einen Raum, in dem die Jugendlichen auch «mal laut sein und Musik hören dürften». «Zusätzlich sollte es im Sommer Orte geben, an denen sich die Jugendlichen draussen mit Musik aufhalten dürfen», findet der 19-Jährige weiter.

Konradin Franzini macht klar: «Ich selbst kenne die Problematik noch sehr gut aus meiner eigenen Schulzeit.» So könne er die am Jugendpolittag 2017 geäusserten Anliegen gut nachvollziehen. Dies kann auch Roland Zerr. Er sagt: «Jugendliche aus unserer Gemeinde haben anlässlich des Jugendpolittages, an dem ich selbst teilgenommen habe, ihr verständliches und legitimes Anliegen bezüglich zusätzlicher Jugendräume in unserer Gemeinde formuliert.»

Der Co-Präsident der Jungen Alternativen Zug hat sich dieses Umstands angenommen und möchte ihn ändern. «Ich habe mehrfach beim Gemeinderat nachgefragt, was in Bezug auf Jugendräume in Rotkreuz unternommen wird», so der Jungpolitiker. Man habe ihm versichert, dass die Abteilung Soziales/Gesundheit daran ist, Räumlichkeiten für die Jugendlichen zu finden. «Der Gemeinderat ist sich der Situation bewusst, meiner Meinung nach sollte er aber ak­tiver nach Räumlichkeiten suchen», findet Konradin Franzini.

Lösungen werden gesucht

Und die Thematik findet Anklang: In dieser Woche sei sie in der Abteilung Soziales/Gesundheit besprochen worden, erklärt Roland Zerr. «Es wurde entschieden, eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bereichs Generationen und Gesellschaft zu bilden. Sie hat den Auftrag, eine Situationsanalyse betreffend Cliquen- und Jugendräume in der Gemeinde Risch vorzunehmen und einen Bericht mit Lösungsvorschlägen für zusätzliche solche Räume zu erarbeiten», sagt der FDP-Gemeinderat.

Konradin Franzini werde aber weiter dranbleiben, verspricht er und schliesst auch den politischen Weg nicht aus. «Zusätzlich werde ich auch am Jugendpolittag von diesem Jahr wieder die Wünsche der Jugendlichen abholen und versuchen, diese anzugehen.»

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