Zug
15.11.2017 05:00

Rechnung der reformierten Kirche wird günstiger

  • «Nicht jeder kann einen Steuerrabatt geben, wie wir das tun», sagt Kirchenratspräsident Rolf Berweger, hier bei der Reformierten Kirche in Zug.
    «Nicht jeder kann einen Steuerrabatt geben, wie wir das tun», sagt Kirchenratspräsident Rolf Berweger, hier bei der Reformierten Kirche in Zug. | Bild: Werner Schelbert (Zug, 20. Dezember 2013)
ZUG ⋅ Die Reformierte Kirche des Kantons gewährt im kommenden Jahr einen Steuerrabatt – und kann trotzdem die langfristigen Verbindlichkeiten weiter und substanziell abbauen.

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Der Reformierten Kirchgemeinde des Kantons Zug geht es finanziell sehr gut. Dies offenbarte die Sitzung des reformierten Kirchenparlaments vom Montag Nachmittag im Kantonsratssaal. Es war die letzte Sitzung der Legislatur notabene und darum auch die letzte Sitzung für einige der anwesenden Parlamentarier.

Bei Einnahmen von 15,2 Millionen Franken und Ausgaben von 14,48 Millionen soll 2018 gemäss Budget ein Ertragsüberschuss von 719200 Franken resultieren. Kein Wunder, dass der Rat den Voranschlag des Kirchgemeinderats einstimmig ge­nehmigt und dem beantragten Steuerrabatt von zehn Prozent mit nur einer Gegenstimme zustimmt.

Erfreulicher Schuldenabbau

Noch seien die Schulden nicht unbedeutend, kämen aber so langsam auf ein akzeptables Niveau, umschreibt Kirchenratspräsident Rolf Berweger die finanzielle Situation der Kirchgemeinde und bilanziert: «Unsere Kirche ist in guter Verfassung. Die Mitgliederzahl ist konstant, die Finanzen sind sehr gut und im Lot. Denn nicht jeder kann heute einen Steuerrabatt geben, wie wir das nun tun.»

Mit Schulden meint Berweger primär die Hypothek, die für das reformierte Kirchenzentrum aufgenommen wurde. Die Festdarlehen schlugen 2016 noch mit 17,5 Millionen Franken zu Buche und verringern sich gemäss Budget per Ende 2018 auf 13 Millionen. Mit weiteren Rückzahlungen von je 1,5 Millionen sollen die Hypothekarschulden gemäss Finanzplan bis 2022 auf 7 Millionen Franken schrumpfen.

Unerwünschte Stellenprozente

Zu reden gibt aber doch noch ein Traktandum – nämlich der Rahmenstellenplan 2018 bis 2021. Die offene evangelische Fraktion Hünenberg verlangt eine Erhöhung der Stellenprozente für die Bezirkssekretariate um 40 auf 300 Prozent. Kirchenschreiber Klaus Hengstler erklärt die genauen Bedürfnisse der Bezirke und sagt: «Kein einziger Bezirk hat auf unsere Nachfrage hin eine Erhöhung beantragt, die wir natürlich bewilligen würden, wenn sie nötig wäre.» In der Folge lehnt der Rat den Antrag der Hünenberger mit 24 zu 13 Stimmen und bei drei Enthaltungen ab.

Blick in den Rückspiegel

Kirchenratspräsident Rolf Berweger und Parlamentspräsident Hanspeter Brändli fassen in ihren kurzen Voten die Legislatur zusammen. «Die Zusammenarbeit war gut und wir haben die kritischen Fragen geschätzt», sagt Berweger. Er würde lieber einen Blick aus dem Kielwasser als einen in den Rückspiegel werfen, sagt Brändli, der mit der Legislatur zufrieden ist und relativiert: «Ob unsere Leistung qualitativ gut war, lässt sich wohl eher von aussen als von innen richtig beurteilen.»

Eine weitere frohe Kunde gibt es kurz vor Schluss. Und dies von der «Heizungsfront». Nach langem Hin und Her soll die Heizung im Kirchenzentrum Zug endlich wieder in Betrieb genommen werden, verrät nämlich Kirchenrat Georg Joho, der für das Bauwesen verantwortlich ist. «Das Thema Grundwasserheizung des Kirchgemeindezentrums steht kurz vor dem Abschluss», sagt er. «Nächste Woche wird die Heizung fertig entsandet und dann endlich wieder in Betrieb genommen.»

Und ganz zum Schluss gibt es ein kritisches Votum zum Ausflug des Parlaments nach Zürich von Aukje Kunz-Kroese: «Kirche ist für mich nicht, in einer Zunftstube zu sitzen und 100 Franken für ein opulentes Mahl auf den Kopf zu hauen. Ich spende mein Sitzungsgeld dieses Tages und animiere euch, dasselbe zu tun.»

Hinweis

Die nächste Sitzung des Kirchgemeinderats findet am 18. Dezember im Kantonsratssaal statt und beginnt um 16 Uhr.

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