Zug
14.07.2017 07:51

Sie wachen künftig über die Psychiatrische Klinik Zugersee

  • Der künftige Verwaltungsrat der Triaplus AG wurde von den Regierungen der Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug bestimmt: (von links) Daniel Grunder, Gerhard Dammann,
    Der künftige Verwaltungsrat der Triaplus AG wurde von den Regierungen der Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug bestimmt: (von links) Daniel Grunder, Gerhard Dammann, | Bild: PD
ZUG ⋅ Die Gesellschaft Triaplus erhält einen fünfköpfigen Verwaltungsrat. Das Gremium wird zwar erst im September gewählt, in gewisse Prozesse wird es aber schon jetzt einbezogen.

Im Rahmen des Psychiatriekonkordats der Kantone Uri, Schwyz und Zug werden die ambulanten psychiatrischen Dienste der drei Kantone und die Psychiatrische Klinik Zugersee in einer Aktiengesellschaft zusammengefasst. Diese Gesellschaft, die Triaplus AG, wird im September gegründet. Am Donnerstag hat der Konkordatsrat mitgeteilt, dass die fünf Mitglieder für den Verwaltungsrat der Triaplus AG feststünden. Die Regierungen der drei Konkordatskantone haben die Verwaltungsräte auf Vorschlag des Konkordatsrats bestimmt.

Als Präsidentin des Verwaltungsrats ist Christina Brunn­sch­weiler vorgesehen. Die 60-Jährige kommt aus Kilchberg ZH und ist CEO der Spitex Zürich Limmat, einer Organisation mit rund 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Als Verwal­tungsrätin der Reha-Clinic Zurzach AG und der Zmed AG Zürich ist ihr auch die Verwaltungsratstätigkeit bestens vertraut», heisst es in der Mitteilung. Sie bringe ausserdem «wertvolle Kenntnisse» aus ihrer neunjährigen Anstellung beim Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse-Coopers mit.

Bekannte Gesichter sind dabei

Neben Brunnschweiler werden künftig Gerhard Dammann, Daniel Grunder, Paul Lalli und Alphons Beat Schnyder im Ver­waltungsrat sitzen. Gerhard Dammann decke als Arzt den psychiatrischen Fachbereich ab, heisst es in der Mitteilung. Er kennt die Klinik bereits. Seit 2004 ist er Mitglied der Betriebskommission der Klinik. Die Kommission ist aktuell für die Strategie der Klinik verantwortlich und wird mit der Umwandlung aufgelöst.

Der Neuheimer Daniel Grunder gewährleiste als Rechtsanwalt und Notar das juristische Fachwissen im Verwaltungsrat, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Zürcher Alphons Beat Schny­der berät seit 25 Jahren Spitäler, psychiatrische Kliniken und öffentliche Verwaltungen bei der Entwicklung von Stra­tegien.

Ein alter Bekannter sitzt mit Paul Lalli künftig im Verwaltungsrat. Lalli führte die Psychiatrische Klinik Zugersee während 13 Jahren als Direktor bis ins Jahr 2014. Seither leitet er das Projekt «Integrierte Psychiatrie UR/SZ/ZG».

Das totalrevidierte Psychiatriekonkordat wurde in den vergangenen Monaten von den Parlamenten der Kantone Uri, Schwyz und Zug gutgeheissen. Die Referendumsfrist ist ungenutzt abgelaufen. Das Konkordat ist somit am 1. Juli in Kraft getreten. Der Verwaltungsrat wird formell an der Gründungsversammlung der Triaplus AG am 11. September gewählt. Die operative Tätigkeit wird die Gesellschaft nach der Überführung der Dienste und der Klinik dann per 1. Januar 2018 übernehmen.

Der «Weg über das Gespräch»

Der neue Verwaltungsrat und seine Präsidentin wollen bereits vor dem 11. September aktiv werden. Dies nicht ganz freiwillig. Denn in der Psychiatrischen Klinik Zugersee hat es geknallt. Mit dem Resultat, dass die Klinik derzeit wieder auf der Suche nach einem neuen Leiter ist. Der bisherige Direktor Reto Fausch ist seit Mitte März krankgeschrieben und wird, wie die Klinik Mitte Juni mitteilte, nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Man sei übereingekommen, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, hiess es seitens der Klinik (Ausgabe vom 16. Juni). Per Ende Jahr muss darum nun ein neuer Direktor gefunden werden. In diesen Rekrutierungsprozess, der zurzeit anläuft, wird der Verwaltungsrat einbezogen. Am Ende ist er es denn auch, der für die Wahl des Direktors verantwortlich zeichnet. «Wir suchen eine Person, die Fachkompetenzen im betriebswirtschaftlichen Bereich mitbringt. Wichtig sind uns aber auch die Sozial- und Selbstkompetenz», sagt Christina Brunnschweiler. Die künftige VR-Präsidentin weiss um die personellen Schwierigkeiten in der Klinik. «Die Situation ist mir bekannt.» Sie werde sich deshalb schon Ende Woche mit den Mitgliedern der zukünftigen Geschäftsleitung treffen. Brunnschweiler: «Mein Weg führt über das Gespräch. Ich möchte, dass gemeinsame Ziele vereinbart und diese dann zusammen erreicht werden.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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