BIATHLON

Gasparin mit anderer Ausgangslage

Die Biathletinnen kämpfen am Samstag im Sprint um den ersten von insgesamt elf Medaillensätzen. Selina Gasparin zählt zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen.
10.02.2018 | 02:05

"Ich habe nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Der Erfolg an Olympischen Spielen ist einmalig und fürs Leben." Selina Gasparin gehen die Worte leicht über die Lippen. Die inzwischen 33-jährige Bündnerin hat diese Erfahrung mit der Silbermedaille von Sotschi bereits gemacht, ihre Karriere als Biathlon-Pionierin der Schweiz ist gekrönt. "Ich kann es hier auch ein bisschen geniessen", gibt sie denn auch zu. Andere verspüren einen grösseren Druck.

Auch gemessen an den Resultaten ist die Ausgangslage nicht dieselbe wie vor vier Jahren. Damals reiste sie mit dem Leistungsausweis von zwei Weltcup-Siegen nach Russland, diesen Winter tauchte sie mit den Rängen 4, 6, und 8 bei 15 Rennen dreimal in den Top Ten auf, ihr letzter Podestplatz liegt zwei Jahre zurück.

Das Feld bei den Frauen präsentiert sich offener als bei den Männern. Eigentliche Dominatorinnen sind nicht auszumachen, dafür eine breite Spitze, in die Selina Gasparin an einem guten Tag vorstossen kann. Entscheiden wird dies bei der starken Läuferin die Leistung im Schiessstand. Fallen alle zehn Scheiben, liegt ein erneuter Coup drin.

Schwierige Bedingungen

Die Bedingungen in Pyeongchang sind alles andere als einfach oder "ziemlich krass", um es in den Worten von Gasparin auszudrücken. Die Schweizer Equipe reiste bereits eine Woche im voraus an, um sich mit den Bedingungen vor Ort vertraut zu machen. Arktische Temperaturen und ein bissiger Wind stellte die Mannschaft vor einige Herausforderungen. Mit klammen Fingern zu schiessen, erschwert die Aufgabe. Der Druckpunkt am Abzug lässt sich kaum mehr spüren. Zudem bestätigte sich, dass die Olympia-Anlage stark dem Wind ausgesetzt ist.

Swiss Olympic schickt zum Auftakt vier Biathletinnen ins Rennen. Neben Selina Gasparin startet auch ihre jüngere Schwester Elisa, die in Sotschi nach einem 8. Rang im Sprint überraschend ein Diplom in Empfang nahm. Aita, die jüngste der Gasparin-Schwestern, muss am Samstag zuschauen. Irene Cadurisch erhielt den Vorzug. Von Beginn an gesetzt war hingegen die Engelbergerin Lena Häcki.

Ein Quartett wird favorisiert

Mit Daria Domratschewa steht die Olympia-Dominatorin von Sotschi als eine der Favoritinnen am Start. Auch die Weissrussin ist wie Selina Gasparin inzwischen Mutter geworden. Sie hat in Pyeonchang in der Person des achtfachen Olympiasiegers Ole Einar Björndalen einen prominenten Betreuer. Der Norweger erhielt vom weissrussischen Verband eine Akkreditierung als persönlicher Betreuer seiner Ehefrau.

Vor einem Jahr dominierte die junge Laura Dahlmeier die Weltmeisterschaften in Hochfilzen. Nach einem harzigen Saisonstart wegen einer Erkrankung hat die Deutsche zuletzt wieder starke Leistungen gezeigt. Auch die Slowakin Anastasia Kuzmina sowie die Finnin Kaisa Mäkäräinen zählen zu den meistgenannten Favoritinnen. (sda)

Leserkommentare
Weitere Artikel