Weltmeisterschaft
20.05.2017 04:41

Zäher Schlumpf, klagloser Suri

  • Reto Suri (links) und Dominik Schlumpf feiern Suris Tor zum 2:0 im Vorrundenspiel gegen Tschechien.
    Reto Suri (links) und Dominik Schlumpf feiern Suris Tor zum 2:0 im Vorrundenspiel gegen Tschechien. | Bild: Peter Schneider/EPA (Paris, 16. Mai 2017)
WELTMEISTERSCHAFT ⋅ In der Einzelkritik schneiden nur zwei Schweizer ungenügend ab. Die drei Vertreter des EV Zug spielen im Grossen und Ganzen eine solide WM, auch wenn sich Captain Rafael Diaz nicht in Bestform zeigt.

Klaus Zaugg, Paris

sport@luzernerzeitung.ch

Note 3 – Jonas Hiller, Torhüter.

Vierte WM. 2 Spiele, Fangquote 81,82 Prozent.

Kaum Charisma, zu wenig aggressiv, zu unsicher – die Hockeygötter mögen den EHC Biel nächste Saison vor einem Goalieproblem bewahren.

Note 5 – Leonardo Genoni, Torhüter.

Vierte WM. 6 Spiele, Fangquote 93,33 Prozent.

Erstmals an einer WM die Nummer eins. Für eine bessere Note hätte er im Viertelfinal noch stärker sein müssen.

Note 6 – Niklas Schlegel, Torhüter.

Erste WM. 1 Spiel, Fangquote 95,83 Prozent.

Wenn einer beim ersten WM-Einsatz der Karriere einen Sieg gegen Tschechien herausholt, gehört ihm die Maximalnote.

Note 4,5 – Rafael Diaz, Verteidiger.

Fünfte WM. 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, Bilanz ausgeglichen, 21:34 Min. Eiszeit pro Spiel.

Der Captain war nicht in Bestform. Er hat diese Saison zu viele Kilometer auf dem Tacho. Zeitweise eine Minusbilanz – aber der Zuger opferte sich für seine Mitspieler auf.

Note 5,0 – Dominik Schlumpf, Verteidiger.

Zweite WM. 2 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, ausgeglichene Bilanz, 17:59 Minuten Eiszeit.

Zwei Spiele zuvor sass der Zuger auf der Tribüne – und im Viertelfinal war er einer der Besten. Im Zweikampf ist er kaum zu überwinden. Der Wert dieses verlässlichen, zähen und kompletten Defensivverteidigers wird nach wie vor weit unterschätzt.

Note 4,5 – Dean Kukan, Verteidiger.

Zweite WM. 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, Bilanz +1, 15:06 Minuten Eiszeit.

Arbeitete in der Defensive mit erstaunlicher Ruhe, Verlässlichkeit und Sicherheit. Er kann einer wie Philippe Furrer werden.

Note 4,0 – Christian Marti, Verteidiger.

Zweite WM. 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, Bilanz +1, 7:38 Min. Eiszeit.

Besser mit als ohne Puck. Auf WM-Niveau nicht ganz so intensiv und «böse» wie in der Liga, kommt an seine Tempolimiten.

Note 4,5 – Philippe Furrer, Verteidiger.

Sechste WM. 7 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Bilanz +1, 17:33 Min. Eiszeit.

Das «Arbeitspferd» im Dienst der Defensive und des Teams. Besser als die Statistik, aber ohne Fortune in der Offensive.

Note 5,5 – Romain Loeffel, Verteidiger.

Zweite WM. 8 Spiele, 1 Tore, 4 Assists, Bilanz +6, 16:47 Min. Eiszeit.

Mit Philippe Furrers Gespür fürs Defensivspiel in der NHL. Ein flinker, scheibensicherer, schussstarker Offensivverteidiger.

Note 5,0 – Ramon Untersander, Verteidiger.

Erste WM. 6 Spiele, 0 Tore, 5 Assists, Bilanz +2, 22:22 Min. Eiszeit.

Bestätigte bei seiner ersten WM seine erstaunliche Entwicklung. Verpasste die zwei letzten Partien wegen einer Verletzung.

Note 5,5 – Joël Genazzi, Verteidiger.

Erste WM. 8 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, Bilanz +7, 17:44 Min. Eiszeit.

Er ist ein dynamischer, stand- fester, kräftiger und mutiger Offensivverteidiger mit einer intensiven Spielweise und einem guten Spielinstinkt.

Note 5,0 – Vincent Praplan, Stürmer.

Erste WM. 8 Spiele, 4 Tore, 3 Assists, Bilanz +6, 15:23 Min. Eiszeit.

Geradlinig, kaltblütig, schnelle Hände. Im Viertelfinal konnte er sich nicht mehr durchsetzen.

Note 4,5 – Thomas Rüfenacht, Stürmer.

Zweite WM. 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, Bilanz –2, 16:25 Min. Eiszeit.

Wäre der Provokateur auch Skorer, würde er in der NHL stürmen. Der Rollenspieler kam erst im Viertelfinal an seine Limiten.

Note 5,0 – Andres Ambühl, Stürmer.

14. WM. 8 Spiele, 3 Tore, 2 Assists, Bilanz +4, 17:18 Min. Eiszeit.

Leitwolf, Energiespieler und smarter Skorer. Eine Kombi- nation aus Kraft, Intelligenz, Mut, Schnelligkeit und Persönlichkeit.

Note 5,0 – Reto Schäppi, Stürmer.

Vierte WM. 8 Spiele, 2 Tore, 1 Assist, Bilanz ausgeglichen, 15:26 Min. Eiszeit.

Paris war auch die WM der Schweizer Rollenspieler. Schäppi war der robusteste, konstanteste, verlässlichste Rollenspieler.

Note 4,5 – Simon Bodenmann, Stürmer.

Dritte WM. 8 Spiele, 1 Tor, 0 Assists, Bilanz +2, 14:00 Min. Eiszeit.

Wann sehen wir den wahren Bodenmann? Er hat alles – Tempo, Kraft, Scheibenkontrolle und Mut. Und doch gelang ihm an der WM nur ein Tor.

Note 4,5 – Fabrice Herzog, Stürmer.

Erste WM. 8 Spiele, 3 Tore, 0 Assists, Bilanz –1, 9:10 Min. Eiszeit.

Schnelle, goldene Hände und hohe Spielintelligenz. Aber er ist noch nicht robust genug, um eine WM durchzustehen – 6 WM-Spiele ohne Skorerpunkte.

Note 3,0 – Denis Malgin, Stürmer.

Erste WM. 7 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, Bilanz –1, 13:33 Min. Eiszeit.

Der introvertierte Schillerfalter konnte sein Talent nach einer langen NHL-Saison nicht entfalten. Aber er wird es künftig tun.

Note 4,5 – Denis Hollenstein, Stürmer.

Sechste WM. 7 Spiele, 0 Tore, 5 Assists, Bilanz +4, 16:05 Min. Eiszeit.

Müsste einer mit fünf Punkten nicht mindestens die Note 5 bekommen? Eigentlich ja. Aber er hat keine seiner zahlreichen Chancen verwertet.

Note 4,0 – Tanner Richard, Stürmer.

Erste WM. 7 Spiele, 0 Tore, 4 Assists, Bilanz +1, 10:19 Min. Eiszeit.

Er erzielte mit geradlinigem, intensivem Spiel nicht die erhoffte Wirkung. Im Viertelfinal nicht mehr eingesetzt.

Note 5,0 – Cody Almond, Stürmer.

Zweite WM. 7 Spiele, 2 Tore, 2 Assists, Bilanz ausgeglichen, 16:05 Min. Eiszeit.

Einer der besten langsamen Stürmer dieser WM. Kann auf diesem Niveau einen Fünferblock zusammenhalten. Der beste Schweizer Bully-Spieler.

Note 5,5 – Gaëtan Haas, Stürmer.

Zweite WM. 8 Spiele, 2 Tore, 1 Assist, Bilanz +5, 14:51 Min. Eiszeit.

Der Schillerfalter hat beissen gelernt und war im Viertelfinal der beste Einzelspieler. Auch defensiv bemerkenswert gut.

Note 4,0 – Pius Suter, Stürmer.

Erste WM. 8 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, Bilanz +1, 12:11 Min. Eiszeit.

Ein smarter, zäher und kompletter, aber auf WM-Niveau noch zu wenig robuster Stürmer.

Note 4,0 – Reto Suri, Stürmer.

Vierte WM. 4 Spiele, 1 Tor, 0 Assists, Bilanz +2, 7:17 Min. Eiszeit.

Paris war auch die WM der guten Chemie (Stimmung) im Team – Suri personifiziert diese Einschätzung perfekt. Zuerst auf der Tribüne und dann ein entscheidendes Tor gegen Tschechien. Der Zuger hat sich klaglos in die Rolle des Defensiv- und Energiestürmers gefügt – eigentlich könnte er eine erste offensive Geige spielen.

Note 3,5 – Damien Brunner, Stürmer.

Fünfte WM. 7 Spiele, 2 Tore, 1 Assist, Bilanz +1, 14:12 Min. Eiszeit.

Er ist also doch keine Diva. Brunner hat die zwischenzeitliche Versetzung auf die Tribüne akzeptiert und mit Leistungssteigerung und einem Tor gegen Tschechien reagiert. Aber er hat ein paar entscheidende Stunden­kilometer seiner Antrittsschnelligkeit verloren.

Programm. Halbfinals (in Köln). Heute, 15.15 Uhr: Kanada – Russland. – 19.15 Uhr: Finnland – Schweden. – Spiel um Platz 3 (in Köln): Sonntag, 16.15 Uhr. Final (in Köln): Sonntag, 20.45 Uhr.

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