zurück
KOMMENTAR

Provokanter Abgang von FCL-Trainer Markus Babbel

Sportchef Cyril Aregger über die Rücktrittsankündigung von FCL-Trainer Markus Babbel.
03.01.2018 | 20:47

Markus Babbel hat genug. Er will den Ende Saison auslaufenden Vertrag als Trainer des FC Luzern nicht mehr verlängern. Sein angekündeter Abgang ist nicht überraschend: Der FCL ist derzeit Tabellen­vorletzter, und die Verantwort­lichen des Klubs haben sich vor Weihnachten davor gescheut, Babbel über die Saison hinaus das Vertrauen zu schenken.

Überraschend ist hingegen die Art und Weise, wie der eloquente Münchner dies verkündete: zum Trainingsauftakt und verbunden mit deutlicher Kritik an der Klubleitung, insbeson­dere an CEO Marcel Kälin. Die Unruhen im Verein, ausgelöst durch zahlreiche Abgänge auf der Geschäftsstelle, hätten auch Einfluss auf die sportlichen Leistungen, argumentiert Babbel. «Wir leiden unter der miesen Stimmung.»

Möglich, dass der mit über drei Jahren dienstälteste Super-League-Trainer durch die fehlende (Fussball-)Kompetenz der FCL-Entscheidungsträger zunehmend genervt ist. Doch die klaren, auf den Mann gespielten Aussagen lassen auch eine andere Vermutung zu: Hier arbeitet jemand an seinem vorzeitigen Abgang.

Denn solche Kritik kann eine Klubführung, die ernst genommen werden will, eigentlich nicht hinnehmen – auch nicht von einem Trainer, der in den letzten Jahren rangmässig fast das Optimum aus dem FCL herausgeholt hat. Sollte dies Babbels Plan sein, ist das stossend. Der provozierte Abgang liesse zwar auf taktische Raffinesse schliessen, die der FCL in letzter Zeit auf dem Rasen häufig vermissen liess. Sauberer wäre es aber, bei Unzufriedenheit per sofort selbst den Hut zu nehmen. Aber das ist in der Branche nicht verbreitet.

Cyril Aregger

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

Artikel zum Thema
2 Leserkommentare
Weitere Artikel