SC Kriens
19.05.2017 08:33

SCK-Trainer Marinko Jurendic: «Nicht viel falsch gemacht»

  • Kriens-Trainer Marinko Jurendic hat das Schicksal nicht mehr in eigenen Händen.
    Kriens-Trainer Marinko Jurendic hat das Schicksal nicht mehr in eigenen Händen. | Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Sion, 2. März 2017)
FUSSBALL ⋅ Kriens kann den Aufstieg in die Challenge League nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. SCK-Trainer Marinko Jurendic lobt sein Team vor dem zweitletzten Spiel gegen Breitenrain (Samstag, 16.00, Gersag) trotzdem.

Interview: Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Marinko Jurendic, aus acht Punkten Vorsprung auf den FC Rapperswil-Jona sind zwei Punkte Rückstand geworden. Was ist bloss los mit dem SC Kriens, wie konnte das passieren?

Was soll denn los sein? Sie müssen das schon im richtigen Verhältnis betrachten. Nachdem wir die beste Mannschaft der Vorrunde waren, sind wir, was die gewonnenen Punkte betrifft, nach Rapperswil immer noch die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde. Eine Rückrunde, in der wir mehrere verletzungsbedingte, empfindliche Ausfälle kompensieren mussten.

Aber für einen Aufstieg braucht es offenbar mehr als diese Krienser Rückrunde?

Meine Mannschaft hat das ordentlich gemacht und das Bestmögliche gegeben. Vor den Spielen gegen La Chaux-de-Fonds und Brühl waren wir im Soll, haben aus 9 Spielen 18 Punkte geholt. Ja, es stimmt, wir sind in den letzten beiden Spielen vom Fahrplan abgekommen. Aber wir müssen anerkennen, dass wir mit Rapperswil einen Gegner auf Augenhöhe haben. Rapperswil hat jetzt einen Lauf, wie wir ihn in der Vorrunde hatten.

Wie richten Sie das Team vor dem Heimspiel gegen Breitenrain wieder auf?

Klar ist eine gewisse Enttäuschung da. Aber wir bleiben ganz sicher unserer Linie treu, an unserer Spielkultur wird nichts geändert, die Jungs haben nicht viel falsch gemacht.

Dann sind die Fehler im Coaching gemacht worden?

Ich bin selbstkritisch genug. Ein Trainer trifft gute Entscheide und weniger gute. Und wie jeder Trainer habe ich versucht, jeweils die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Wir haben gemeinsam einen grossen Aufwand betrieben, und jetzt sind nicht mehr Einzelne gefordert, sondern wir sind im Kollektiv gefordert.

Was antworten Sie denen, die jetzt sagen: «Das war’s, Kriens hat den Aufstieg verpasst, Rapperswil wird sich das nicht mehr nehmen lassen»?

Meine Antwort lautet: Ich beschäftige mich nicht mit Rapperswil. Ich kann in diesen letzten beiden Spielen gegen Breitenrain und gegen den FC Zürich U21 nur die Leistung des SC Kriens beeinflussen. Wir müssen jetzt dieses Spiel gegen Breitenrain gewinnen, dann haben wir unseren Job gemacht.

Nur zwei Punkte aus den letzten drei Spielen – wie wollen Sie gegen Breitenrain gewinnen?

Nach der Ernüchterung der letzten Woche wird entscheidend sein, dass wir unsere Kraft, unsere Reserven anzapfen können. Wenn man verliert, muss man wieder aufstehen und daraus lernen.

Das sagt aber auch viel aus, wenn Kriens jetzt die Reserven anzapfen muss.

Wir waren in der Vorrunde die beste Offensivmannschaft der Liga. Wenn Sie dann im Verlauf der Rückrunde vier gewichtige Ausfälle verkraften müssen, ja, dann ist der Substanzverlust nicht wegzureden. Wir hatten in der Rückrunde einige Unentschieden, Spiele, die wir in der Vorrunde noch gewonnen hätten.

Bedauern Sie unterdessen, dass Sie das Trainerangebot aus Wohlen nicht angenommen haben, dass sich die Gerüchte um ein Engagement in Vaduz nicht verdichtet haben?

Überhaupt nicht. Ich bin voll überzeugt davon, was wir hier seit drei Jahren in Kriens leisten und identifiziere mich mit dem Weg des SCK restlos.

Eines ist klar: In Kriens wird der Trainer nicht entlassen, sondern der Trainer wird sich irgendwann verabschieden.

Ich habe im Moment keine anderen Pläne. Wenn ich meine Qualitäten als Trainer einbringen will, dann muss ich mit Menschen zusammenarbeiten können, welche dieselben Werte leben wie ich. Das finde ich in Kriens vor. Der Kriens-Vorstand hat unglaubliche Anstrengungen in Sachen Stadion und Challenge-League-Lizenz unternommen. Der nächste grosse Schritt, der Aufstieg, wäre eine Belohnung, ein Geschenk.

Also, wer steigt in die Challenge League auf? Rapperswil oder Kriens?

Ich verweise Sie auf den 27. Mai. Dann wird die letzte Runde gespielt. Dann wissen wir mehr. Vorher kann ich nur sagen: Zuerst kommt das Spiel gegen Breitenrain, und das gewinnen wir.

Promotion League

29. Runde. Samstag (alle 16.00): Cham – La Chaux-de-Fonds, Kriens – Breitenrain, Rapperswil-Jona – FC Zürich U21, United Zürich – FC Basel U21, YF Juventus – Tuggen, Bavois – Old Boys Basel, Sion U21 – Brühl St. Gallen, Köniz – Stade Nyonnais.

1.Rapperswil28/59 9. Chaux-de-F.28/37
2.Kriens28/57 10. Cham28/36
3. Basel U2128/49 11. Brühl SG28/36
4. Nyonnais 28/45 12. Bavois28/31
5. Zürich U2128/45 13. YF Juventus28/30
6. Breitenrain28/39 14. Old Boys28/28
7. Köniz28/38 15. United ZH28/27
8. Sion U2128/38 16. Tuggen28/23

 

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