Fussball Super League
12.10.2017 16:57

Kommentar

Constantin: Sperre tut nicht genug weh

Sportredaktor Turi Bucher über die Sperre von 14 Monaten und die Busse in der Höhe von 100'000 Franken, welche die Swiss Football League gegen Sion-Präsident Christian Constantin ausgeprochen hat.

Die Swiss Football League (SFL) hat ganze drei Wochen Zeit gebraucht, um im «Fall Constantin» ein Urteil zu fällen. Christian Constantin, Präsident des FC Sion, hatte im Fussballstadion den als TV-Experten arbeitenden Rolf Fringer tätlich angegriffen. Auf Grund der Dauer der Funkstille auf Liga-Ebene hatte man befürchten müssen, dass das Ausmass dieses unerhörten, beispiellosen Skandals zu versickern drohte, dass die Disziplinarkommission der SFL Gnade walten lassen und Constantin mit einem vergleichsweise milden Verweis tadeln würde.

Doch nun hat die SFL mit der 14-monatigen Sperre und der Busse in der Höhe von 100 000 Franken ein scharfes Statement abgegeben: Constantin wollen wir mindestens ein Jahr nicht mehr auf den Fussballplätzen sehen!

CC, zuweilen durchaus ein willkommener Farbtupfer in der Schweizer Fussballlandschaft,  wird vermutlich von der fünftägigen Rekursfrist Gebrauch machen und danach seine juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen versuchen. Allein, selbst wenn Constantin von einer höheren juristischen Instanz eine Reduktion der Strafe erwirken kann, hat die SFLin diesem Fall ein richtiges, nicht schlichtend motiviertes Zeichen gesetzt.

Wiederholungstäter Constantin wird sich nach Ablauf der Sperre nie mehr einen solchen Auftritt leisten können. Aber: Die 14-monatige Sperre für den Fussball-Regenten aus dem Wallis ist gleichwohl als Mindestmass zu betrachten. Rund eine Saison ohne Fussball tun Monsieur Constantin weh, aber letztlich nicht weh genug. Es hätte, führt man sich den unwürdigen Vorfall nochmals vor Augen, ruhig ein Jahr mehr sein dürfen.

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

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