zurück
TRIATHLON

Jolanda Annen trotzt der Müdigkeit

Der Saisoneinstand ist der Urnerin Jolanda Annen am Walliseller Triathlon geglückt. Doch vorher plagten sie Zweifel.
17.04.2018 | 09:04

Jörg Greb, Wallisellen

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Der Leistungsausweis verlieh Jolanda Annen vor dem sonntäglichen Walliseller Triathlon nicht jene Sicherheit, die sie gerne gehabt und auch ausgesprochen hätte: «Der Sieg führt wieder über mich.» Die letztjährige Aufsteigerin hatte sich im Vorfeld unsicher gefühlt: «Ich bin erst am vergangenen Mittwoch vom zweiwöchigen Trainingslager auf Mallorca in die Schweiz zurückgekehrt», begründete die 25-Jährige ihre Zweifel.

Die Urnerin weilte zusammen mit den besten Schweizer Junioren und Juniorinnen und dessen Nationaltrainerin Sabine Pröller auf der spanischen Mittelmeerinsel. Vor allem profitiere Annen von den männlichen Trainingspartnern, indem sie auf dem Velo im Windschatten mitfahren konnte. Beim Laufen und Schwimmen forderten sie die jungen Männer sowieso. Und mit den jungen Triathletinnen verstand sie sich gedanklich und menschlich.

Souverän auf allen Ebenen

Für ihren Start in die Wettkampfsaison aber hatte sich Jolanda Annen nur rund 70 Stunden nach der intensiven Trainingsperiode nicht allzu viel versprochen. «Ich bin wohl zu müde», vermutete sie. Doch an der Schattdorferin gab es kein Vorbeikommen. Annen schwamm die 600-Hallenbad-Meter am schnellsten, stellte auf den 15 Rad-Kilometern unangefochten die beste Abschnittszeit auf und liess die Topzeit auf der 4-km-Laufstrecke folgen. Von Beginn an war ihr keine Widersacherin auch nur annähernd gewachsen.

Sie hatte sich einen Schnellstart vorgenommen. «Im Hinblick auf die internationalen Rennen wollte ich extrem hart und schnell beginnen und dies austesten», sagte sie.

Motivation für den internationalen Auftakt

Ob das gut komme, fragte sie sich zu Beginn des Mittelabschnitts. Sie stellte ihrem Coach am Streckenrand die Frage. «Ja, fahr alleine zu», sagte dieser. Sie wagte es, und es kam gut. Und nicht einmal ein emotionaler Mentalhemmer bremste sie. «Ich stellte mir auf den Laufrunden Steffen am Streckenrand vor, seine Unterstützung, seine Informationen, seine Motivation.» Auf Steffen Grosse spielte sie an, den im Spätherbst von Swiss Triathlon entlassenen Nationaltrainer. Ihm hatte Jolanda Annen vertraut. Auf ihn setzte sie. Und ihn vermisst sie nach wie vor. Mit dem grossen Vorsprung von einer Minute auf die Tschechin Petra Kurikova und 1:16 auf die Deutsche Nina Eim erreichte Annen das Ziel. Die Aktualität mit dem Resultat verhalf ihr, das Erfreuliche in den Vordergrund zu rücken. «Das Körpergefühl war viel besser als vermutet», sagte sie nach den 47:49 Wettkampfminuten entspannt und lachend.

Mit dem Positiverlebnis verbindet sie die Hoffnung, dass «ich an die letztjährige Erfolgssaison anschliessen kann». Als «Topmotivation dazu» will sie den Walliseller Triathlon nutzen. Bereits am übernächsten Wochenende erfolgt auch für sie der Start in die WM-Serie. Auf Bermudas wird dieser erfolgen, nachdem sie das Auftaktrennen Anfang März in Abu Dhabi ausgelassen hatte. Zur Erinnerung: Letztes Jahr beendete sie die Rennserie auf dem ausgezeichneten neunten Schlussrang.

Weitere Artikel