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VOLLEYBALL

Emmen Nord setzt Farbtupfer

Wenig Respekt, aber halt doch ein nicht unwesentlicher Klassenunterschied: Der 1.-Ligist Emmen Nord verliert in der 1. Cup-Hauptrunde gegen NLA-Vertreter Uni Bern mit 1:3.
08.01.2018 | 08:01

Roland Bucher

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Nach Spielschluss, nach 91 Minuten, gab es von den 200 Fans warmen Applaus für 90 Minuten spektakulären Volleyball. Sie dankten dem Team von Emmen-Nord für eine engagierte Darbietung, auf welche es stolz sein darf. Nichts anderes sagte auch der Trainer, Peter Ulrich: «Es war für alle ein riesiges Erlebnis. Und ich habe während dieses Spiels gespürt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Der Weg, gestern gegen den NLA-Aufsteiger Uni Bern sogar einen Cup-Husarenstreich zu inszenieren, der war mit zu vielen Hindernissen gepflastert. «Wenn es drauf ankommt, dann wird der Klassenunterschied halt doch erkennbar und entscheidend», erklärt Mirco Gelson, Berns Identifikationsfigur, «aber Hut ab. Emmen hat sich wirklich tapfer gewehrt. Man sieht, dass diese Jungs Volleyball spielen können.»

Erfolgserlebnis im dritten Satz

Nervenkitzel, was allfällige Emmer Ambitionen auf den Cup-Coup anbelangt, gab’s keinen. Bern erledigte die beiden ersten Sätze im Schnelldurchlauf (25:16, 25:15), lehnte sich dann aber zurück – und dies nahm Peter Ulrichs Truppe konsequent zum Anlass, dem Spiel doch noch den erhofften Farbtupfer aufzusetzen. Die Luzerner kontrollierten im dritten Durchgang Gegner und Ball auf eindrückliche Art und Weise, smashten mit enormem Selbstvertrauen die übermütig gewordenen Berner in ein kleines Desaster. «Es war beeindruckend, wie energisch Emmen diese Chance gepackt hat», staunte Mirco Gerson (25). Und dieser junge Mann ist kein Niemand: Berns Antreiber zählt zur gehobenen Gilde der nationalen Beachvolley-Profis, hat die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio im Visier. Seine Komplimente waren Balsam für die Platzherren, welche im vierten Umlauf dann neidlos anerkennen mussten, dass die Differenz zwischen einem 1.-Liga-Leader und einem NLA-Tabellenletzten halt doch noch enorm ist.

«Geniesst es noch einmal»

Das Cup-Abenteuer für Emmen Nord ist Geschichte. Peter Ulrich, der Mann mit dem grossen Herzen für die Volleyball-Jugend, wird seinem Team am Dienstag bei der Abschussbesprechung zu wissen geben: «Gut gemacht, lasst euch diese einmalige Atmosphäre nochmals durch den Kopf gehen.» Dann aber kehrt der Volley-Alltag zurück: Das Team führt in der Gruppe C die Tabelle an, will in die NLB: «Wir haben noch viel Arbeit vor uns», weiss Ulrich, aber das sei logisch, da die Mehrheit seiner Akteure noch ­ in den Volley-Kinderschuhen stecke: «Unser Stammsechser hat ein Durchschnittsalter von wenig mehr als 20 Jahren. Es ist eine tolle Herausforderung, diese Talente an die Elite heranzuführen.»

Das traut Mirco Gerson, der (Beach-)Volleyballer auf Weltniveau, den Emmern durchaus zu: «Dass wir im dritten Satz einen Nasenstüber verpasst bekommen haben, ist kein Zufall, sondern der Qualität entsprechend, welche in dieser jungen Formation steckt.» Ein schöner Schulterklopfer für Emmen Nord: «Und Motivation genug», dankt Peter Ulrich, «um in den nächsten Wochen den Trainingsfleiss nochmals zu steigern.»

Schweizer Cup

Achtelfinals. Männer: Colombier (NLB) – Volley Luzern 0:3 (17:25, 18:25, 8:25). Chê­nois – Einsiedeln 3:0 (25:17, 25:16, 25:20). Näfels – Lausanne 3:1. Laufenburg-Kaisten (NLB) – Amriswil 0:3. Kreuzlingen (NLB) – Schönenwerd 1:3. Winterthur (NLB) – Jona 2:3. Emmen Nord (1. Liga) – Uni Bern 1:3. Andwil-Arnegg (1.) – Servette (NLB) 2:3.

Emmen Nord – Uni Bern 1:3

Gersag. – 200 Zuschauer. – Sätze: 16:25, 15:25, 25:22, 18:25. – Spieldauer: 91 Minuten. – Emmen Nord: Wigger, Blatter, Bachmann, Christen, Prezic, Rogger, Schmid, Lars Ulrich, Studhalter, Dominik Ulrich.

Frauen: Neuchâtel – Franches-Montagnes 3:0. Schaan – Cheseaux 3:2. Volero Zürich – Düdingen 3:0. Volleya Obwalden (NLB) – Kanti Schaffhausen 0:3 (11:25, 13:25, 15:25). Fides Ruswil (NLB) – Köniz 0:3. Münchenbuchsee (NLB) – Aesch-Pfeffingen 0:3. Therwil (NLB) – Lugano 1:3. Kerzers (1. Liga) – Genève (NLB) 0:3.

NLA-Meisterschaft

Männer, 17. Runde: Schönenwerd – Näfels 0:3. Einsiedeln – Lausanne 1:3. Chênois – Uni Bern 3:1. Amriswil – Jona 3:1 (25:16.

Rangliste: 1. Amriswil 15/39. 2. Lausanne 15/37. 3. Näfels 15/36. 4. Schönenwerd 15/24. 5. Volley Luzern 15/23 (25:27). 6. Chênois 15/23. 7. Jona 15/14. 8. Einsiedeln 15/4 (11:42). 9. Uni Bern 16/4 (8:46).

Frauen, NLA. 17. Runde: Düdingen – Schaan 3:0. Cheseaux – Köniz 0:3. Neuchâtel – Kanti Schaffhausen 3:1. Lugano – Franches-Montagnes 3:0. Volero Zürich – Aesch-Pfeffingen 3:1.

Rangliste: 1. Volero Zürich 17/44. 2. Aesch-Pfeffingen 17/42. 3. Düdingen 17/41. 4. Kanti Schaffhausen 17/34. 5. Neuchâtel 17/23. 6. Lugano 18/23. 7. Köniz 18/19. 8. Franches-Montagnes 17/15. 9. Schaan 17/14. 10. Che­seaux 17/3.

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