zurück
SKI ALPIN

Er kommt seinem Traum näher und näher

Der Unterägerer Matthias Iten investiert viel Zeit in seinen Sport. Er muss dafür auch ab und an beissen, aber das macht ihm nichts aus. Er hat sich ein hohes Ziel gesetzt. Da Iten sehr ehrgeizig ist, kann er es schaffen.
09.01.2018 | 11:01

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

Der 18-jährige Matthias Iten aus Unterägeri, Mitglied des Skiclubs St. Jost Oberägeri, träumt vom Weltcup. Es ist durchaus möglich, dass sein Traum dereinst in Erfüllung gehen wird. Im Jahr 2011 wurde der zielstrebige Junge in das JO-ZSSV-Kader, die Jugendorganisation des Zentralschweizer Schneesportverbandes, aufgenommen. Im vergangenen Jahr schaffte er dank hervorragender Resultate den Sprung ins C-Kader von Swiss Ski. Auf der Klewenalp wurde er U18-Schweizer-Meister im Slalom, in Zinal (Wallis) sicherte er sich den 2. Rang in der Superkombination, und in Davos belegte er in der Abfahrt den 3. Rang. Ausschlaggebend für die Berufung ins C-Kader von Swiss Ski war Itens Triumph im Oerlikon Swiss Cup, wo er über die gesamte Saison hinweg nach rund einem Dutzend Rennen in allen Disziplinen in der Kategorie U18 zuoberst auf dem Podest stand. Matthias Iten versichert: «Mir gefallen alle Disziplinen. Derzeit läuft es mir im Slalom am besten, wo ich in der FIS-Rangliste dank einer tiefen Punktezahl schon gut rangiert bin.»

Der Vater spielte bei der Sportwahl eine wichtige Rolle

Die Begeisterung für den Skisport wurde Matthias sozusagen in die Wiege gelegt. Mutter Claudia und Vater Louis Iten, der technische Leiter des Skiclubs St. Jost Oberägeri, bestritten regionale Rennen. So erstaunt es nicht, dass sie ihrem Sprössling das Skifahren schon früh beibrachten. Louis Iten erzählt, Matthias sei etwa zweieinhalb Jahre alt gewesen, als er mit ihm Richtung Nollen unterwegs war. Wegen der vielen Leute habe er unterwegs angehalten und den neben der Strasse liegenden Schnee zu einer kleinen Piste zusammengetreten. Louis Iten erinnert sich: «Ich stellte Matthias auf die Bretter und schob ihn sachte an. Nach rund fünf Metern kam eine leichte Bodenwelle. Matthias setzte instinktiv zu einem kleinen Sprung an, ehe er vor Freude übers ganze Gesicht strahlte.» Wenige Jahre später – im Primarschulalter – startete Matthias auf der Ibergeregg zu seinem ersten Rennen, einem Riesenslalom.

Die Kollegen spornen Matthias Iten immer wieder an

In Erinnerung schwelgend erzählt er: «Kurz vor dem Ende der Strecke hängte ich an einer Stange an und fuhr stürzend ins Ziel. Dieses Malheur stachelte meinen Ehrgeiz ebenso an wie meine Kollegen vom Skiclub, die mich unaufhörlich antrieben.» Louis Iten fungierte als Trainer seines Sohnes, bis dieser im Jahr 2011 in das JO-Kader des ZSSV aufgenommen wurde. Als C-Kaderfahrer von Swiss Ski wird Matthias Iten von Simon Lamberti und Reto Weisskopf trainiert, während Vater Louis Iten seinen Sohn mental stärkt und mit taktischen Tipps unterstützt. Die mentale Unterstützung der Eltern war besonders wichtig, als sich Matthias während der Zeit als JO-Fahrer Verletzungen zuzog und an einer Wachstumsstörung litt, die nun zum Glück überwunden zu sein scheint.

Jeden Tag absolviert er ein dreistündiges Training

Louis Iten betont: «Ich finde es gut, dass Matthias derzeit noch alle Dis­ziplinen bestreitet. Ihm bleibt noch genug Zeit, sich zu spezialisieren.» Wichtig sei eine gesunde proteinreiche Ernährung für den Aufbau von Muskelmasse. Dem 182 Zentimeter grossen und 76 Kilogramm wiegenden Matthias Iten, der die 3. KV-Klasse der Sportmittelschule Engelberg absolviert, mangelt es an nichts. Neben der Schule steht jeden Tag ein dreistündiges Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining auf dem Programm, und auf den Tisch kommt genau die Nahrung, die ein Sportler braucht.

Matthias Iten verrät: «Wenn das Fern­sehen Weltcuprennen überträgt, schaue ich immer genau hin. Mein Ziel ist es, den besten Skifahrern der Welt nachzueifern.» In den Augen seines Bruders Joel (14) scheint Matthias ein Vorbild zu sein. Vater Louis Iten bestätigt: «Joel strebt seinem grossen Bruder nach. So ist für ihn auch der Besuch der Sportmittelschule Engelberg ein Thema.» Ein Thema der ganzen Familie Iten ist das Hochstuckli, wo sie schon viele gemeinsame Stunden verbracht hat. Matthias bedauert, dass auf dem «Stuckli» keine FIS-Rennen gefahren werden. Vater Louis erklärt: «Das Gelände würde sich zwar für FIS-Rennen eignen, aber es bräuchte von oben bis unten eine Kunstschneepiste.»

Die ersten Einsätze im Europacup hat er bereits hinter sich

Für Matthias Iten, der die Zeit vom 29. Dezember 2017 bis zum 2. Januar zu Hause und an zwei Nachmittagen auf dem «Stuckli» verbrachte, hiess es bereits wieder Koffer packen und abreisen. Am Dreikönigstag durfte er in Wengen erstmals in seiner noch jungen Karriere ein Super-G-Europacuprennen im Team von Franz Heinzer bestreiten. Der Unterägerer beendete dieses auf dem 53. Platz von 106 startenden Läufern. Das für den 5. Januar vorgesehene Rennen an gleicher Stätte musste hingegen abgesagt werden.

Zum Ausruhen bleibt ihm überhaupt keine Zeit

Bereits morgen Mittwoch folgt für Matthias Iten die nächste Reise. Vom 10. bis 12. Januar stehen für den talentierten Nachwuchsfahrer im österreichischen Saalbach-Hinterglemm drei Europacupabfahrten und eine Kombination auf dem Programm. Im österreichischen Bundesland Salzburg gilt es, wichtige Punkte fürs Europacup-Ranking zu ­sammeln.

Louis Iten versichert, dass er die Rennen seines Sohnes gespannt im Livestream mitverfolgen werde, ehe Matthias verrät: «Als EVZ-Fan bin ich ab und zu in der Bossard-Arena anzutreffen. Dass mich die Firma Bossard als Kopfsponsor unterstützt, freut mich besonders.»

Leserkommentare
Weitere Artikel