zurück
SKI NORDISCH

Patrick Marbacher will sich national etablieren

Die Swisscup-Rennen in Campra waren für den 18-jährigen Sportmittelschüler Patrick Marbacher eine nationale Standortbestimmung. Trotz durchzogener Bilanz blickt er zuversichtlich in die Zukunft.
09.01.2018 | 08:19

Roland Bösch

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Für Patrick Marbacher, den U20-Seriensieger bei den regionalen Rennen des ZSSV-Concordia-Langlaufcups, sind Swisscup-Rennen von grosser Bedeutung. Er kann sich so mit den gleichaltrigen Athleten der Schweiz messen. Anlässlich der Rennen in Campra TI war für den Entlebucher sogar ein internationaler Vergleich möglich. Patrick Marbacher, der am Ende der letzten Saison an den Schweizer Meisterschaften die Bronzemedaille im Sprint bei den U18 gewann, möchte sich in diesem Jahr national etablieren.

Abhaken und nach vorne schauen, lautete die Campra-Bilanz von Patrick Marbacher dennoch: «Ich bin bei allen drei anspruchsvollen Rennen mit den steilen Aufstiegen einfach nicht auf Touren gekommen und unter meinen Erwartungen geblieben», erklärt er nüchtern. Am Samstag und Sonntag hat es im Tessin viel geregnet, und entsprechend tief und schwierig war der Schnee auch bei den Abfahrten. Am meisten bedauert der Sportmittelschüler, dass er in seiner Lieblingsdisziplin, dem Sprint, am Freitag den Einzug in die Finalläufe der besten 30 des Continentalcup-Rennens nicht geschafft hat. Nach Ausreden sucht Patrick Marbacher trotz allem nicht: «Ich bin eigentlich überzeugt, dass meine Form stimmt. Solche Phasen gibt es einfach.» Selber blickt das Mitglied des Langlaufkaders des Zentralschweizer Schneesportverbandes auf intensive Dezembertage zurück. Aufgewachsen auf einem kleinen Bauernbetrieb im Entlebuch, schlägt der Naturmensch mindestens unter der Woche Wurzeln in Engelberg. Er absolviert dort zurzeit das letzte Jahr an der Sportmittelschule. «Vor Weihnachten habe ich meine Maturaarbeit präsentiert, und im Frühling stehen die Abschlussprüfungen an», erklärt Marbacher. Es erstaunt wenig, dass seine Arbeit direkt mit seiner grossen Leidenschaft, dem Langlaufsport, zu tun hat. Der 18-Jährige hat mit seinen Teamkollegen ein Höhentraining geplant, durchgeführt und ausgewertet. Klassische Höhentrainings bestehen normalerweise auch aus Schlafeinheiten in der Höhe. «Bei mir haben die Athleten Intervalltrainings auf mehr als 2000 Meter über Meer absolviert, aber nicht in dieser Höhe geschlafen. Die Resultate sind sehr individuell ausgefallen», blickt er zurück. Bei ihm selber hätten sich die Blutwerte nicht verändert, doch konnte er im Leistungstest eher zulegen.

Schweizer Meisterschaft ist ein weiterer Prüfstein

Zulegen will Patrick Marbacher leistungsmässig auch am kommenden Wochenende anlässlich der Schweizer Meisterschaften in der Kurzdistanz im liechtensteinischen Steg. Er will beweisen, dass der Zentralschweizer Schneesportverband nebst den bisherigen Schlagzeilenträgern Janik Riebli, Cyril Fähndrich und Avelino Näpflin noch weitere Trümpfe im Ärmel hat.

Der Einsatz des Sprintspezialisten ist gross. Patrick Marbacher blickt beispielsweise auf intensive Ausdauertrainingstage zwischen Weihnachten und Neujahr im Goms zurück. «Pro Tag standen jeweils zwei rund zweistündige Trainings auf dem Programm. Teilweise habe ich diese mit intensiven Intervalleinheiten angereichert.»

Leserkommentare
Weitere Artikel