Tennis
16.07.2017 16:52

Roger Federer gewinnt Wimbledon zum achten Mal

  • Roger Federer freut sich über seinen achten Wimbledon-Titel.
    Roger Federer freut sich über seinen achten Wimbledon-Titel. | EPA/NIC BOTHMA
  • Roger Federer mit dem Wimbledon-Pokal.
    Roger Federer mit dem Wimbledon-Pokal. | EPA/NIC BOTHMA
WIMBLEDON ⋅ Roger Federer ist mit neu acht Titeln alleiniger Rekordhalter in Wimbledon. Er liess Marin Cilic im Final mit 6:3, 6:1, 6:4 keine Chance.

Der Spuk auf dem berühmtesten Tenniscourt der Welt dauerte nur gerade 101 Minuten. Einzig die ersten vier Games boten Spannung. Cilic, der Federer auf dem Weg zu seinem US-Open-Triumph 2014 im Halbfinal deklassiert hatte, verschaffte sich beim Stand von 2:1 die erste Breakchance - und vergab sie mit einem Returnfehler auf einen durchschnittlichen zweiten Aufschlag. Es war bereits der Anfang vom Ende.

Im nächsten Game gelang Federer seinerseits das erste Break. In der Folge verlor er nur sechs weitere Games. Spätestens ab dem zweiten Satz wurde zudem deutlich, dass der als Nummer 7 gesetzte Kroate Mühe hatte, sich zu bewegen. Er liess sich am Fuss behandeln, dem Anschein nach wegen einer grossen Blase, und kämpfte immerhin bis zum Schluss. Nach einem Break zum 4:3 im dritten Satz war die Frage jedoch nur noch, ob Federer den Sieg noch vor einem drohenden Regenguss unter Dach und Fach bringen würde. Mit einem Ass beim zweiten Matchball gelang ihm auch dies souverän.

Nachdem er im Januar am Australian Open seinen 18. Grand-Slam-Titel im Anschluss an eine fünfmonatige Verletzungspause völlig überraschend geholt hatte, setzte sich Federer in Wimbledon als Favorit so überlegen wie noch nie durch. Als erst zweiter Spieler in der Profiära (seit 1968) nach Björn Borg 1976 holte er den Titel ohne Satzverlust. Federer war diese Kunststück bei einem Major zuvor erst einmal gelungen: beim Australian Open 2007.

Mit 35 Jahren und 342 Tagen ist Federer der älteste Wimbledon-Sieger der Neuzeit. Federers Rekordjagd an der Church Road hatte bereits in der Auftaktpartie gegen Alexander Dolgopolow begonnen. Mit seiner 70. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier egalisierte er die Marke von Fabrice Santoro, mit seinem 85. Einzelsieg in Wimbledon übertraf er Jimmy Connors - inzwischen steht Federer bei 91.

Weitere Bestmarken folgten: der Einzug in den 15. Wimbledon-Viertelfinal war Federers 50. an einem Grand-Slam-Turnier, der zwölfte Halbfinal sein 42. und sein elfter Wimbledon-Final der 29. an einem Major-Event. Noch nie zuvor hatte ein Spieler am selben Grand-Slam-Turnier elfmal den Final erreicht.

Das Endspiel gegen Cilic war Federers 102. Spiel in Wimbledon, womit er die Bestmarke von Connors egalisierte. Mit seinem achten Titel im All England Club liess er William Renshaw und Pete Sampras hinter sich und baute seine Bestmarke bei den Grand-Slam-Titeln auf 19 aus.

Federer wird nach der Fortsetzung seiner märchenhaften Saison in der Weltrangliste auf Platz 3 vorstossen. Erstmals seit 2009 gewinnt er mindestens zwei Major-Turnier in einem Jahr, nachdem er Anfang Saison schon das Australian Open für sich entschieden hat. (sda)

Bilderserien zum Artikel (1)

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Christian Constantin hatte in Lugano einen schweren Aussetzer.
SUPER LEAGUE

Nach Attacke auf Fringer: SFL veranlasst Untersuchung gegen Constantin

Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs.
GASTGEWERBE

Einheimische dürfen billiger ins Hotel

Beim Schwanenplatz war um 17.15 Uhr für Autos und Busse kein Vorwärtskommen.
VERKEHR

Kollision im Hirschengraben – Staus in und um Luzern

Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno.
FAHRPLANWECHSEL

SBB suchen den Kompromiss

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch.
SÜDUMFAHRUNG

Plötzlich entsteht ein Acht-Meter-Loch: Tunnelbau gestoppt

Der dichte Verkehr in der Stadt Luzern – hier auf der Seebrücke – sorgt für viel Unzufriedenheit.
STADT LUZERN

Parkhaus-Projekte: «Wir müssen nun gemeinsam nach Lösungen suchen»

Christian Constantin mit grimmigem Blick
SUPER LEAGUE

Constantin geht sogar in die Offensive

Wer übernimmt welches Departement? Das entscheidet der Bundesrat heute. Das neue Mitglied Ignazio Cassis muss bei der Verteilung hinten anstehen. (Archivbild)
BUNDESRATSWAHL

Bundesrat verteilt Departemente

Christian Schwegler während dem Training des FC Luzern am Samstag, 24. Juni 2017.
FUSSBALL

Für FCL-Leader Schwegler ist Pleite bei YB «nicht so dramatisch»

Ueli Amstad und Yvonne von Deschwanden (Mitte) treten im kommenden März nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen an. Othmar Filliger, Alfred Bossard, Res Schmid, Karin Kayser und Josef Niederberger (von links) können bei einer Wiederwahl Mitte 2018 zwei neue Mitglieder in ihren Reihen begrüssen.
NIDWALDEN

Regierungsrat: Kandidaten bringen sich in Stellung

Zur klassischen Ansicht wechseln