Schiessen
17.07.2017 15:01

Stephan Loretz trifft in Kroatien zu WM-Gold

  • Peter Sommer vom Amt für Kultur und Sport gratuliert dem frischgebackenen Weltmeister Stephan Loretz beim Empfang in Schattdorf. (© Bild: Paul Gwerder)
    Peter Sommer vom Amt für Kultur und Sport gratuliert dem frischgebackenen Weltmeister Stephan Loretz beim Empfang in Schattdorf. | Bild: Paul Gwerder
  • Der frischgebackene Weltmeister Stephan Loretz (rechts) mit seinem Team-kollegen, dem gebürtigen Urner Christof Arnold (© Bild: Paul Gwerder)
    Der frischgebackene Weltmeister Stephan Loretz (rechts) mit seinem Team-kollegen, dem gebürtigen Urner Christof Arnold | Bild: Paul Gwerder
ARMBRUSTSCHIESSEN ⋅ An der Weltmeisterschaft der Armbrustschützen in Kroatien erkämpfte sich Stephan Loretz zwei Goldmedaillen. Dazu kommt noch Gold des gebürtigen Urners Christof Arnold.

Lange musste der Armbrustschützenverein Gurtnellen auf eine Goldmedaille an Weltmeisterschaften warten. Die letzte holte Valentin Sicher im Jahr 1973 in Holland. In der neuen Wettkampfklasse «Senioren» (45 und älter) zeigte die Schweizer Equipe mit Stephan Loretz, Christof Arnold und Samuel Steiner an der WM in Osijek (Kroatien) vom 10. bis zum 15. Juli allen den Meister.

Hitze und Wind machte den Schützen zu schaffen

Eine Hitzewelle bis 40 Grad sowie wechselnde Windverhältnisse machte den WM-Teilnehmern schon im Training zu schaffen. Am Mittwoch startete der Bürgler Stephan Loretz zum 30-Meter-stehend Wettkampf. Der Start mit 95 Punkten gelang dem Urner optimal. Bei den nächsten beiden Passen schoss Loretz 96 und 93 Treffer. Das Gesamttotal von 284 Punkten wurde von keinem anderen Schützen mehr erreicht und so gewann Stephan Loretz zum ersten Mal in seiner langen Karriere die Goldmedaille an Weltmeisterschaften.

Nach diesem Erfolgserlebnis musste sich der Urner neu auf die nächste Konkurrenz konzentrieren. Im kniend Teil gelang der Start mit zweimal 96 Punkten wieder optimal, bevor Loretz im letzten Durchgang nur noch 93 Treffer erzielte. Die 285 Punkte reichten trotzdem zur Silbermedaille hinter dem gebürtigen Urner, Christof Arnold, der heute in Baar lebt.

Im Teamwettkampf wurden die Schweizer mit 1684 Punkten Weltmeister vor Deutschland und Österreich.

Zweite Goldmedaille für Loretz dank guter Nerven

Am Donnerstag stand die Paradedisziplin von Stephan Loretz über die 10-Meter Distanz auf dem Programm. Nach einem eher harzigen Start mit 95 Punkten, steigerte sich der Bürgler mit Passen von 96 und 97 ständig. Mit der letzten Runde, in der mit 98 Punkten das 40-schüssige Programm beendete, kam er mit insgesamt 386 Punkten auf den ersten Zwischenrang. Sein härtester Gegner, Erich Huber (Deutschland), erreichte die gleiche Punktezahl wie Loretz. Nun kam es auf die Nervenstärke im Final der besten Schützen an. Mit 96 Punkten gewann Loretz den Weltmeistertitel, da sein Gegner «nur» 94 Treffer im entscheidenden Durchgang erzielte.  
Im Team Wettkampf erzielten die Schweizer den 2. Rang.

Paul Gwerder

Grossartiger Empfang in Schattdorf

Der frischgebackene Weltmeister wurde am Sonntagabend von seiner Familie, Freunden und Arbeitskollegen bei der Garage von Roger Luzzani, dem Präsidenten der Gurtneller Armbrustschützen, in Schattdorf empfangen. «Stephan Loretz ist für uns das Aushängeschild und ein Vorbild für unseren Nachwuchs in unserem kleinen Verein. Er lebt für diesen Sport und schiesst seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau mit der Armbrust», sagte Roger Luzzani.

Peter Sommer vom Amt für Kultur und Sport gratulierte Loretz für seine Medaillen: «Eine solche Vielzahl von Medaillen können nur echte «Tellensöhne» gewinnen. Dazu beigetragen hat garantiert die verschworene Einheit der Schützenfamilie, welche eine gute Basis für diesen Sport ist». Beat Stadler von den Urner Sportschützen war sehr stolz auf die Leistung von Stephan Loretz: «Ich freue mich sehr, dass wir einen dermassen guten Schützen, der sowohl im mentalen wie auch im konditionellen Bereich sehr stark ist, in unseren Reihen haben, denn dies ist beste Werbung für unseren Kanton».

Am meisten Freude am Erfolg von Loretz hatte aber seine 72-jährige Mutter Emilia Loretz. Sie sagte mit Freudentränen in den Augen: «Für mich ist das ein überwältigender Moment und ich freue mich für meinen Sohn, dass er nach seinen vielen Erfolgen nun auch noch die ersehnte Goldmedaille an einer Weltmeisterschaft gewinnen konnte».

Paul Gwerder

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