Ski alpin
13.11.2017 21:08

Schweizer Speed-Team erlebt tödlichen Sturz von Poisson aus nächster Nähe

  • Der französische Ski-Profi David Poisson ist bei einem Unfall ums Leben gekommen
    Der französische Ski-Profi David Poisson ist bei einem Unfall ums Leben gekommen | KEYSTONE/FR37383 AP/NATHAN BILOW
SKI ALPIN ⋅ Schocknachricht für den französischen Skisport: Der Skirennfahrer David Poisson ist bei einem Trainingssturz in Kanada ums Leben gekommen. Am Ort des Geschehens mit dabei auch das Schweizer Abfahrts-Team, das auf der selben Piste trainierte.

Über die näheren Einzelheiten des Unfallhergangs ist noch nichts bekannt. Das Unglück geschah im Skigebiet Nakiska in der Provinz Alberta. David Poisson hatte sich dort auf die bevorstehenden Weltcup-Rennen in Nordamerika vorbereitet.

Tief erschüttert musste auch das Abfahrts-Team von Swiss-Ski den Unfalltod von David Poisson anlässlich des Speed-Trainings in Nakiska (CAN) zur Kenntnis nehmen. Wie Swiss Ski am Dienstag mitteilte, trainierten die Schweizer Abfahrer Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Roulin trainierten zum Zeitpunkt des Unfalls auf der gleichen Piste wie das französische Team. Sie mussten also den Unfall und die Bergung von David Poisson aus nächster Nähe verfolgen.

Die Konzentration der Schweizer Athleten gelte vorerst der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse. Im Zuge der Verarbeitung werde dann gemeinsam entschieden, wie, wann und wo die Vorbereitung auf die Olympiasaison fortgesetzt wird. Das Team wird derzeit von der Schweiz aus professionell betreut.

WM-Medaille als Karriere-Höhepunkt

Der 35-jährige Speedspezialist Poisson hatte 2013 in Schladming eher überraschend die WM-Bronzemedaille in der Abfahrt gewonnen. Den Durchbruch aber schaffte Poisson, der aus der Region Annecy in Nähe der Schweizer Grenze stammte, nie ganz. Im Weltcup war er nur einmal auf dem Podest gestanden. Ende Dezember 2015 preschte er in Santa Caterina auf den 3. Platz vor. Einen Monat vor seiner WM-Bronzemedaille verpasste er das Podest an der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel nur knapp.

In einer Mitteilung des französischen Verbands äusserte sich Präsident Michel Vion geschockt: "Niedergeschmettert von dieser Nachricht. Wir nehmen am Schmerz seiner Angehörigen in diesem speziell schwierigen Moment teil." Auch Swiss-Ski meldete sich zum tragischen Vorfall zu Wort. "Unsere Gedanken sind bei der Familie und beim Team Frankreich", schrieb der Schweizer Verband auf Twitter.

Letztmals mussten die Franzosen vor 16 Jahren einen derartigen Schicksalsschlag verarbeiten. Die Super-G-Weltmeisterin Régine Cavagnoud war während des Trainings mit dem deutschen Nachwuchstrainer auf dem Pitztaler Gletscher kollidiert. Sie starb zwei Tage später im Spital.

Poisson ist der vierte französische Speedfahrer der Nachkriegszeit, der auf der Piste tödlich verunfallte. 1970 brach sich Michel Bozon in der Weltcup-Abfahrt von Megève das Genick. Michel Dujon kollidierte 1975 in Val d'Isère mit einem Masten und zog sich ebenfalls tödliche Verletzungen zu. 2001 kam Cavagnoud ums Leben.

Poisson war Vater eines eineinhalbjährigen Sohnes. Sein eigener Vater war erst vor 15 Tagen verstorben. (sda)

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