Ski alpin
12.10.2017 16:42

Ein Nidwaldner ist Double für Skistar Marcel Hirscher

  • Bereits 2014 trafen sich Semyel Bissig (links) und Marcel Hirscher Im Rahmen des Weltcup-Rennens in Sölden.
    Bereits 2014 trafen sich Semyel Bissig (links) und Marcel Hirscher Im Rahmen des Weltcup-Rennens in Sölden. | Bild: PD/Semyel Bissig
  • Semyel Bissig in Aktion an den Schweizer Meisterschaften im April in Davos.
    Semyel Bissig in Aktion an den Schweizer Meisterschaften im April in Davos. | Bild: PD
  • Semyel Bissig ist Mitglied des B-Kaders von Swiss Ski.
    Semyel Bissig ist Mitglied des B-Kaders von Swiss Ski. | Bild: PD
SKI ALPIN ⋅ Der 19-jährige Semyel Bissig aus Grafenort hilft dem österreichischen Skiass aus der Patsche. Bissig testet die neuen Ski für den lange verletzten Marcel Hirscher.

Der erfolgreichste Skifahrer der Geschichte, Marcel Hirscher, hat einen Doppelgänger in der Schweiz. Wie das Online-Portal «heute.at» berichtete, ist Semyel Bissig aus Grafenort die perfekte Hirscher-Kopie. Gewicht und Fahrstil sind ähnlich und wie Hirscher fährt Bissig Atomic. Im März gewann er an der Junioren-WM im schwedischen Are Bronze im Super-G. Jetzt ist Bissig seinem Idol Hirscher einen Schwung nähergekommen, auch wenn er von dessen Erfolgen im Moment nur träumen kann.

Hirscher schrieb im März 2016 endgültig Skigeschichte, als er in St. Moritz seinen fünften Weltcup-Gesamtsieg holte. Zuvor war das keinem gelungen. Nach einer Verletzungspause kämpft sich der mittlerweile sechsfache Gesamtweltcup-Sieger und sechsfache Weltmeister nun in den Weltcup zurück. Am Mittwoch stand er erstmals wieder auf den Ski. Wegen eines Knöchelbruchs im ersten Schneetraining im August fiel der 28-jährige Ausnahmeskifahrer aus Salzburg wochenlang aus.

Comeback-Hilfe aus der Schweiz

Eine ordentliche Vorbereitung für einen optimalen Saisonstart schien unmöglich, zumal ab dem Weltcup-Start in Sölden Ende Oktober neues Material zum Einsatz kommt. Die neuen, kürzeren Ski im Riesenslalom mit kleinerem Radius konnte Hirscher wegen seiner Verletzung bisher nur zwei Mal testen. Die Zeit für weitere Skitests läuft davon. Ausrüster Atomic suchte deshalb nach Möglichkeiten, um trotz Hirschers Verletzung an dessen Rennabstimmung zu feilen. Fündig wurde Atomic im Kanton Nidwalden.

Wir haben Semyel Bissig während dem Training in Saas Fee telefonisch erreicht. Dass Bissig nicht nur die gleiche Sohlenlänge wie Hirscher hat, sondern gleich auch noch dessen neue Ski testen darf, macht den jungen Nidwaldner, der Hirscher persönlich schon mehrmals getroffen hat, stolz: «Für mich ist das eine Ehre. Marcel Hirscher ist mein grösstes Vorbild und das Mass aller Dinge.»

Dennoch: «Als Testfahrer von Atomic habe ich schon vermutet, dass meine Rückmeldungen auch an die Top-Fahrer gelangen», erklärt Bissig. Überraschend sei aber, dass die Medien darüber berichten. Die Ähnlichkeiten zu Marcel Hirscher haben für Semyel Bissig Vorteile. «Als Skitester für den Ski-Star kann ich ein Sortiment fahren, das normalerweise nur Top-Fahrern offensteht», erklärt der junge Nidwaldner, der momentan mitten in den Trainings für die kommende Saison steht.

Lobende Worte für das neue Material

Auf die Materialtests für Hirscher angesprochen, kommt Bissig ins Schwärmen. «Atomic hat ein paar gute Waffen am Markt», das müsse er schon sagen. Nach den bisherigen Tests habe er ein gutes Gefühl. «Das könnte eine gute Saison werden – für Marcel Hirscher, für Atomic, aber auch für mich.»

Die Skitests für Hirscher seien eine gute Erfahrung, davon könne er in Zukunft profitieren, so Bissig. «Schlussendlich aber ist gutes Material nur ein Teil des Erfolges, auf der Skipiste zählen dann vor allem die persönlichen Fähigkeiten.» An diesen will Semyel Bissig hart arbeiten. Der talentierte Nachwuchssportler hat seine Ziele im Kopf: Diese Saison möchte er zu seinen ersten Weltcup-Einsätzen kommen. Ausserdem will Semyel Bissig an der Junioren-WM in Davos eine Medaille gewinnen. Mit dem Material der Topfahrer stehen die Vorzeichen dafür schon mal gut.

dvm

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