zurück
SKISPRINGEN

Ammann zurück auf dem Podest

Simon Ammann präsentiert sich beim ersten Weltcup-Skifliegen in dieser Saison in Topform und fliegt überraschend als Dritter auf das Podest.
13.01.2018 | 16:09
Aktualisiert:  13.01.2018, 18:49

Vier Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Pyeongchang gelang Ammann in Tauplitz/Bad Mitterndorf ein Befreiungsschlag. Er erreichte nicht nur den lang ersehnten Top-10-Platz - den ersten seit März 2016 -, sondern durfte sich nach Flügen auf 218 und 227,5 m gar über die erste Podestklassierung auf höchster Stufe seit fast drei Jahren freuen.

Am 10. März 2015, zwei Monate nach seinem schweren Sturz an der Vierschanzentournee in Bischofshofen, war der 36-jährige Toggenburger im finnischen Kuopio letztmals unter die ersten drei gesprungen. Sein vor diesem Wochenende bestes Saisonresultat war ein 11. Rang im zweiten Springen von Engelberg gewesen.

Ammann, nach dem ersten Durchgang am Kulm Zweiter, wies am Ende 0,9 Punkte Vorsprung gegenüber dem viertplatzierten Norweger Robert Johansson auf. Dass er sich auf der Flugschanze am Kulm in der Steiermark wohl fühlt, zeigte der viermalige Olympiasieger bereits am Freitag in der Qualifikation, als er Siebenter wurde.

Der Sieg ging an Andreas Stjernen, der bereits bei Halbzeit in Führung gelegen hatte. Der Norweger feierte mit 29 Jahren seinen ersten Weltcup-Erfolg und verwies seinen Landsmann Daniel-André Tande um 2,5 Punkte auf Rang 2. Tande erzielte mit 240,5 m die Tagesbestweite und stiess im Finaldurchgang vom 7. Platz nach vorne.

Beim ersten Highlight dieser Saison, bei der Vierschanzentournee, hatte Ammann nicht zu überzeugen vermocht. Am Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen durfte er nach einer verpatzten Qualifikation gar nicht erst teilnehmen. "Ich bin glücklich, dass ich die richtigen Punkte aus der Analyse herausgenommen habe", so Ammann, der sich nach dem Wettkampf in der Steiermark beim Betreuerteam um Nationaltrainer Ronny Hornschuh für die Geduld bedankte.

Für den Deutschen war es der erste Weltcup-Podestplatz als Verantwortlicher für die Swiss-Ski-Springer. Es erstaunt deshalb nicht, dass auch Hornschuh nach dem Wettkampf meinte: "Es ist erleichternd. Darauf haben wir lange hingearbeitet."

Aktiv und dynamisch

Völlig überraschend sei für ihn der Podestplatz nicht gekommen, so Hornschuh, schliesslich seien bei Ammann in dieser Saison schon mehrfach Sprünge im Top-10-Bereich dabei gewesen. Anders als letzte Woche in Bischofshofen, als er mit Platz 3 in der Qualifikation aufgewartet hatte, brachte Ammann nun aber endlich auch wieder einmal in einem Wettkampf zwei sehr gute Sprünge zustande. Er vermochte beim ersten Skiflug-Wettkampf der Saison mit einer aktiven und dynamischen Performance im unteren Flugteil zu überzeugen.

"Jetzt gilt es dranzubleiben", so Hornschuh. Schon am Sonntag (14.15 Uhr) findet in Tauplitz/Bad Mitterndorf ein weiterer Weltcup-Wettkampf statt. Und in einer Woche steht in Oberstdorf im Allgäu die Weltmeisterschaft im Skifliegen auf dem Programm. (sda)

Leserkommentare
Weitere Artikel