ÖV

13 Millionen für den 7 1/2 -Minuten-Takt zur Mall of Switzerland

Die Trolleybuslinie 1 soll in Zukunft bis zur Mall of Switzerland in Ebikon fahren. Noch haben aber nicht alle Grundstückeigentümer dem Vorhaben zugestimmt.
23.08.2016 | 00:00

Sandra Monika Ziegler

Die Buslinie 1 soll bis zum neuen Einkaufszentrum Mall of Switzerland in Ebikon verlängert werden. Diese Pläne werden jetzt konkret. Sie liegen bis zum 20. September bei der Dienststelle Raum und Wirtschaft des Kantons Luzern und in der Gemeindekanzlei Ebikon öffentlich auf.

Heute ist die Endhaltestelle der Linie, die im Obernau startet, die Haltestelle Maihof. Künftig wird dies die Bushaltestelle Fildern sein, sofern sie dann noch so heisst. Die Verantwortlichen der Mall of Switzerland setzen sich nämlich dafür ein, dass sie nach dem Einkaufszentrum benannt wird. Dies, obwohl laut Gesetz seit einigen Jahren Haltestellen nicht mehr nach Eigennamen benannt werden dürfen.

Linie wird unter Strom gesetzt

Eine Strecke von 4,65 Kilometern wird für die Verlängerung der Niederflur­doppelgelenktrolleybusse mit Fahrleitungen ausgestattet. Diese bedienen dann die gleichen Haltestellen wie heute die Linie 23. Die Busse fahren dann im 7 1/2 -Minuten-Takt, in Randzeiten im Viertelstundenrhythmus.

Insgesamt sollen 250 Fahrleitungsmasten auf öffentlichem wie auch privatem Grund aufgestellt werden. Laut Planauflage werden einige der Masten mit der öffentlichen Beleuchtung kombiniert. Ebenso sind gut 160 neue Mauerbolzen geplant, bestehende müssen teilweise verstärkt werden. Den nötigen Strom für den Trolleybus liefern die bestehende Gleichrichterstation im Maihof und zwei neue auf dem Gemeindegebiet Ebikon. Diese sind im Schmiedhof und im Fildern geplant.

Eigentümer sind kritisch

Von den VBL wurden dazu die rund 300 betroffenen Grundstückeigentümer kontaktiert, um eine Einwilligungserklärung zu erhalten. «Von den Eigentümern hat bis dato etwa die Hälfte eine Vereinbarung unterzeichnet. Bei anderen ist die Antwort noch offen», sagt VBL-Mediensprecher Christian Bertschi. Es gab aber auch schon Ablehnung gegenüber dem Projekt, wie aus der Planauflage zu entnehmen ist. Einige der Betroffenen, so Bertschi, hätten bei den VBL Bedenken angemeldet.

«Diese Reaktionen waren unterschiedlich begründet. Einige befürchten mit dem Anbringen eines Mastes einen Wertverlust ihres Grundstückes. Andere haben Bedenken, dass bei jeder Durchfahrt des Trolleybusses das Gebäude zittern würde.» Zum letztgenannten Einwand führt Bertschi an, dass in der Stadt Luzern bereits seit vielen Jahren solche Mauerbefestigungen von Fahrleitungen angebracht worden seien und bisher diesbezüglich kaum Reklamationen bei den VBL eintrafen. «In Ebikon führen wir nun Gespräche mit den Eigentümern», so Bertschi weiter.

Mall beteiligt sich mit 1,5 Millionen

Die Kosten für die Verlängerung der Trolleybuslinie werden in der Planauflage mit 13 Millionen Franken – ohne Mehrwertsteuer – beziffert. Bertschi: «Die definitiven Kosten wird der Kanton Luzern – er ist der Bauherr – erst nach Ende der Planauflage kommunizieren. Müssten etwa wegen Einsprachen Veränderungen an der Planung getroffen werden, könnten Mehrkosten auflaufen.» Bereits früher bestätigte die Betreiberin der Mall of Switzerland, sich mit 1,5 Millionen Franken am Ausbau der Linie zu beteiligen (Ausgabe vom 15. März).

Mit der Verlängerung der Linie 1 soll die gewünschte Kapazitätserweiterung erreicht werden. Die Trolleybusse können bis zu 220 Personen transportieren, die Dieselbusse der Linien 22 und 23 nur 150. Geplant ist, die verlängerte Linie 1 auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2019 einzuführen. Die Linien 22 und 23 fahren dannzumal von Gisikon-Root respektive Inwil/Perlen nur noch bis zum Bahnhof Ebikon, wo ein Bushub geplant ist (Ausgabe vom 4. April). Dort werden auch die Linie 1 sowie die Tangentiallinie 18, die von Ebikon über das Kantonsspital Luzern nach Littau führt, halten.

Hinweis

Mehr Infos unter: www.luzern-ost.ch

Artikel zum Thema
Weitere Artikel